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Hans Hoogervorst spricht vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung

03.10.2011

In einer kürzlich vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments (ECON) gehaltenen Rede hat der Vorsitzende des IASB, Hans Hoogervorst, zwei Punkte herausgestrichen: die Bedeutung der Beziehung zwischen dem IASB und Europa sowie seine Beobachtungen zur Rolle der Rechnungslegungsstandards in Bezug auf die Finanzmarktkrise.

Hoogervorst wies darauf hin, dass die Übernahme der IFRS in Europa im Jahr 2005 dazu geführt habe, dass der IASB ein globaler Standardsetzer wurde, da viele Länder dem Beispiel Europas gefolgt seien. Er gestand, in Bezug auf eine positive Entscheidung der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsicht (Securities and Exchange Commission, SEC) hinsichtlich der Übernahme der IFRs in amerikanisches Recht zuversichtlich zu sein, meinte aber, dass eine negative Entscheidung den Fortschritt der IFRS-Übernahme weltweit nicht stoppen könnte, auch wenn sie ihn verlangsamen würde.

 

Hinsichtlich der Beziehung zwischen Rechnungslegungsstandards und der Finanzmarktkrise hielt Hoogervorst fest, dass "in vielen Fällen ungenügende Transparenz für Anleger herrschte, so dass diese sich nicht vollständig klar waren, welche Risiken sie eingingen". Hoogervorst wies darauf hin, dass alle, die berufsmäßig mit Rechnungslegung beschäftigt seien, dazu beitragen müssten, die Transparenz zu verbessern, um zu einer langfristigen Stabilität der Finanzmärkte beizutragen. Des Weiteren sagte er:

Transparenz zeigt nicht immer ein schönes Bild. Ein Großteil der gegenwärtigen wirtschaftlichen Volatilität hat tiefliegende Gründe. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank hat kürzlich gesagt: "Volatilität ist die neue Normalität". Die Tage der 'risikofreien Vermögenswerte' sind lange dahin, wenn es sie je gab.

Wenn Volatilität tatsächlich die neue Normalität ist, wie sollten Standardsetzer reagieren? Sollten wir die Anleger künstlich davor bewahren, von dieser zugrundeliegenden wirtschaftlichen Volatilität zu erfahren? Oder sollten Rechnungsleger versuchen, so genau wie möglich und mit größtmöglicher Transparenz diese neue Normalität zu beschreiben? Die meisten Menschen, mit denen ich spreche, sind der Meinung, dass Rechnungslegung aussagen sollte, wie die Situation ist, und nicht, wie wir sie gerne hätten. Wenn der Kaiser wirklich keine Kleider trägt, da wäre es die Verantwortlichkeit der Rechnungslegung, dies zu sagen, ganz gleich wie unbeliebt diese Wahrheit sein mag.

Es gibt jedoch eine bedeutende Einschränkung hierbei. Die Rechnungsleger zu bitten, wirtschaftliche Volatilität zu beschreiben, ist eine Sache. Aber wir sollten uns in acht nehmen, dass dies nicht dazu führt, dass Finanzinformationen die Quelle wirtschaftlicher Volatilität werden. Aus diesem Grund ist der IASB immer pragmatisch bei der Frage geblieben, welche Bewertungsmethoden angewendet werden sollen. Wir wissen, dass es nicht die eine richtige Antwort gibt, und deshalb haben wir immer einen gemischten Bewertungsansatz eingesetzt, bei dem historische Anschaffungskosten mit dem beizulegenden Zeitwert kombiniert werden. Aus diesem Grund haben wir kürzlich unsere Reform des Standards zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abgeschlossen, der neue Leitlinien zu illiquiden Märkten bietet. Und aus diesem Grund gehen wir bei der Reform der Bilanzierung von Finanzinstrumenten vorsichtig vor. Unsere demnächst erscheinenden Regeln zur Sicherungsbilanzierung werden künstliche Bilanzierungsvolatilität bei Unternehmen verhindern, die ihre Risiken absichern. Bilanzierung sollte Volatilität nicht verschleiern, aber sie sollte auch nicht der Grund dafür sein.

Die vollständige Rede von Hans Hoogervorst in englischer Sprache finden Sie auf der Internetseite des IASB (298 KB).

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