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US-amerikanische Stiftung für Rechnungslegung wird eigenes Gremium für nicht börsennotierte Unternehmen einrichten

24.05.2012

Die Treuhänder der US-amerikanischen Stiftung für Rechnungslegung (Financial Accounting Foundation, FAF) haben die Einrichtung eines neuen Gremiums zur Verbesserung des Prozesses für die Verabschiedung von Rechnungslegungsstandards für nicht börsennotierte Unternehmen bekanntgegeben. Der neue Rat für nicht börsennotierte Unternehmen (Private Company Council, PCC) wird bestimmen, ob Ausnahmen von oder Änderungen an bestehendes US-GAAP-Vorschriften notwending sind, um den Bedürfnissen von Adressaten von Abschlüssen nicht börsennotierter Unternehmen gerecht zu werden. Das US-amerikanische Institut der Wirtschaftsprüfer (American Institute of Certified Public Accountants, AICPA) hat die Einrichtung des neuen Gremiums unterstützt und hat angekündigt, ein Berichtsrahmenkonzept für Unternehmen zu entwickeln, die US-GAAP nicht befolgen müssen. Dieses Konzept läuft vorerst unter dem Namen “other comprehensive basis of accounting” (OCBOA).

Bei der Bestimmung, ob Ausnahmen oder Änderungen notwendig sind, wird der PCC Kriterien anwenden, die gemeinsam mit dem Financial Accounting Standards Board (FASB) entwickelt und vereinbart werden. Vorschläge für Ausnahmen oder Änderungen bedürfen der Zustimmung des FASB und werden zwecks öffentlicher Stellungnahme herausgegeben. Der PCC wird die Vorschläge dann erneut erörtern und an den FASB zur endgültigen Genehmigung verweisen. Lehnt dieser den Vorschlag endgültig ab, muss dies schriftlich begründet werden.

Die Treuhänder der FAF werden einen Sonderausschuss gründen, den sogenannten Private Company Review Committee, in dessen Verantwortungsbereich in erster Linie die Aufsicht über den PCC liegt. Der Ausschuss wird sowohl den PCC als auch den FASB verantwortlich halten für das Erreichen des Ziels, Bedürfnissen von nicht börsennotierten Unternehmen eine angemessene Beachtung im Standardsetzungsprozess zu gewähren. Der PCC den Treuhändern der FAF vierteljährlich Bericht erstatten; außerdem wird nach drei Jahren eine Überprüfung der Arbeit des PCC erfolgen.

Der PCC wird zwischen 9 und 12 nicht bezahlte Mitglieder umfassen und in den ersten drei Jahren seines Bestehens mindestens fünfmal im Jahr tagen. Die Treuhänder der FAF werden in den nächsten Wochen über ihre Internetseite um Nominierungen für die Mitgliedschaft im PCC bitten. Außerdem wird dort ein umfassender Bericht über die Entstehung des PCC veröffentlicht werden.

Hintergrund

Die Einrichtung des PCC ist das Ergebnis eines langen Konsultationsprozesses. Es gab seit langem Rufe nach Erleichterungen von den Vorschriften für börsennotierte Unternehmen für eben nicht börsennotierte Unternehmen in den Vereinigten Staaten, und es wurde von vielen darauf hingewiesen, dass die Komplexität der Bilanzierung nach US-GAAP für Adressaten von Abschlüssen nicht börsennotierte Unternehmen nicht dienlich ist.

In jüngerer Zeit hat das sogenannte Blue-Ribbon Panel zur Standardsetzung für nicht börsennotierte Unternehmen von AICPA/FAF/NASBA 2010 einen Konsultationsprozess angestoßen, aus dem sich im Januar 2011 endgültige Empfehlungen ergaben, die einen neuen Standardsetzungsrat vorsahen, der unter der Aufsicht der FAF stehen sollte und dessen Aufgabe sein würde, Ausnahmen und Änderungen von den US-GAAP-Vorschriften zu erarbeiten.

Anfang 2011 richteten die Treuhänder der FAF eine Arbeitsgruppe ein, die sich der Standardsetzung für nicht börsennotierte Unternehmen widmete. Die Treuhänder kamen zu dem Schluss, dass die Einrichtung eines separaten Standardsetzungsrats für nicht börsennotierte Unternehmen vermutlich zum Entstehen von zwei separaten Sätzen von US-amerikanischen Rechnungslegungsstandards führen würde, was nicht wünschenswert erschien. Stattdessen schlugen die Treuhänder im vor, einen Rat für die Verbesserung der Standards für nicht börsennotierte Unternehmen (Private Company Standards Improvement Council) einzurichten, der die Hoheit hätte, bestimmte Verbesserungen an den US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften für nicht börsennotierte Unternehmen zu identifizieren, vorzuschlagen und darüber abzustimmen. Der jetzt eingerichtete PCC folgt weitestgehend diesen Vorschlägen.

Der Konsultationsprozess hat auch ergeben, dass die verpflichtende Anwendung des IFRS für KMU derzeit in den Vereinigten Staaten nicht als angemessen angesehen wird. Da jedoch das AICPA inzwischen den IASB als anerkannten internationalen Standardsetzer anerkennt, können in vielen Fällen nicht börsennotierte Unternehmen (mit Ausnahme von Finanzinstituten) ihre Abschlüsse nach den IFRS oder dem IFRS für KMU erstellen.

Reaktion des AICPA

Das AICPA hat eine Presseerklärung als Reaktion auf die Ankündigung der FAF herausgegeben, in der es heißt: "Wir erkennen an und wissen zu würdigen, dass die FAF gründliche Schritte in der richtigen Richtung im Hinblick auf den Private Company Council unternommen hat."

Das AICPA hatte sich stark dafür ausgesprochen, einen separaten Standardsetzer für nicht börsennotierte Unternehmen einzurichten, und hatte sich im Oktober 2011 enttäuscht gezeigt, dass die FAF die Vorschläge des Blue-Ribbon Panels in dieser Richtung zurückwies.

In der Presseerklärung des AICPA wird die Entwicklung eines OCBOA-Rahmenkonzepts angekündigt, das die Bedürfnisse von nicht börsennotierten kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) und der Adressaten von deren Abschlüssen berücksichtigen soll. Das AICPA geht davon aus, dass das KMU-OCBOA-Rahmenkonzept eine weniger komplizierte und weniger kostenintensive Alternative zur Bilanzierung nach US-GAAP für KMU ist, die keine US-GAAP-Abschlüsse erstellen müssen.

Weiterführende Informationen in englischer Sprache:

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