Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen einen bedarfsgerechteren Service bereitstellen zu können. Indem Sie ohne Veränderungen Ihrer Standard-Browser-Einstellung weiterhin diese Seite besuchen, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden. Möchten Sie mehr Informationen zu den von uns verwendeten Cookies erhalten und erfahren, wie Sie den Einsatz unserer Cookies unterbinden können, lesen Sie bitte unsere Cookie Notice.
Sie können die volle Funktionalität unserer Seite mit Ihrem Browser nicht nutzen, weil Sie entweder eine alte Version von Internet Explorer verwenden oder der Kompatilitätsmodus eingeschaltet ist. Bitte prüfen Sie, ob der Kompatibilitätsmodus ausgeschaltet ist, nutzen Sie eine Version ab IE 9.0, oder verwenden Sie einen anderen Browser wie bspw. Google Chrome oder Mozilla Firefox.

Rahmenkonzept – Berichtseinheit

Date recorded:

Der IASB war mit den Mitarbeitern des Projektes aus Neuseeland per Videolink verbunden.

Festlegung der Zusammensetzung der Berichtseinheit eines Konzerns für Zwecke der Abschlusserstellung

Der Board diskutierte die folgenden Ansätze:

Modell der beherrschenden Einheit

Gemäß diesem Model ist die Abgrenzung des wirtschaftlichen Interessenbereichs vom Ausmaß der Kontrolle, die ein Unternehmen über die anderen Unternehmen hat, abhängig. Ein Konzerneinheit umfasst die beherrschende Einheit (d.h. das Mutterunternehmen) und andere Unternehmen unter dessen Kontrolle (d.h. die Tochterunternehmen). Folglich ist das Modell dem derzeit verwendeten Beherrschungsmodell ähnlich, wobei allerdings Beherrschung so definiert wird, dass sie sowohl ein Beherrschung- als auch ein Leistungselement beinhaltet.

Modell der gemeinsamen Beherrschung

Unter diesem Modell hängt die Abgrenzung des wirtschaftlichen Interessenbereichs von denjenigen Unternehmen ab, die sich unter gemeinsamer Beherrschung eines beherrschenden Unternehmens oder Kontrollorgans befinden. Der Hauptunterschied zwischen dem Modell der beherrschenden Einheit und dem Modell der gemeinsamen Beherrschung ist, dass das Mutterunternehmen unter dem Modell der beherrschenden Einheit immer in der Konzernberichtseinheit enthalten ist. Bei dem Modell der gemeinsamen Beherrschung müssen das Mutterunterunternehmen oder das Kontrollorgan nicht mit einbezogen sein. Dies bietet die Möglichkeit, „Konzern‟-Geschäftsberichte für externe Adressaten, die auf der Zusammenfassung von Vermögenswerten, Schulden und Tätigkeiten der Unternehmen, die sich unter gemeinsamer Beherrschung befinden, beruhen, zu erstellen, obwohl das Mutterunternehmen oder das Kontrollorgan nicht dazu verpflichtet sind (oder die Wahl haben), einen Geschäftsbericht zu erstellen.

Ansatz des synergetisch gesteuerten Nettovermögens

Diesen Ansatz hat das Board zum ersten Mal diskutiert. Die Abgrenzung des wirtschaftlichen Interessenbereichs sowohl eines Einzelunternehmens als auch eines Konzerns wird von der Gruppe der Nettovermögen bestimmt, die synergetisch gemeinsam gesteuert werden, um Renditen für Investoren, Kreditgeber oder andere zu erwirtschaften. Demzufolge würde die Abgrenzung der Berichtseinheit nicht notwendigerweise deckungsgleich mit der Abgrenzung eines Unternehmens im Rechtssinne sein.

Der Stab wies darauf hin, dass der FASB in der vorhergehenden Woche noch einmal betont hatte, dass man dort das Modell der beherrschenden Einheit vorziehe, dennoch solle das Modell der gemeinsamen Beherrschung nicht ganz verworfen werden. Der FASB hat den Ansatz des synergetisch verwalteten Nettovermögens nicht verfolgt. Die Mitglieder des Boards waren geteilter Meinung und verteilten sich zu annähernd gleichen Teilen auf das Modell der beherrschenden Einheit und das Modell der gemeinsamen Beherrschung als das bevorzugte Modell. Dennoch wollte niemand das jeweils andere Modell ganz ausschließen. Ein Boardmitglied wies darauf hin, dass das Modell der beherrschenden Einheit ein Sonderfall des Modells der gemeinsamen Beherrschung sei.

Der Ansatz des synergetisch verwalteten Nettovermögens wurde nicht weiter verfolgt, aber einige Boardmitglieder wiesen darauf hin, dass dieser Ansatz bei der Bestimmung der Berichtseinheit unter dem Modell der gemeinsamen Beherrschung nützlich sein könne.

Schließlich schien man sich einig, dass die Zusammensetzung der Berichtseinheit eines Konzerns auf konzeptioneller Ebene auf „Beherrschung‟ basieren solle mit dem Modell der beherrschenden Einheit als "wesentlichen Treiber". Die Entscheidung, ob das Modell der beherrschenden Einheit oder das Modell der gemeinsamen Beherrschung in bestimmten Situationen Anwendung fände, solle jeweils auf Ebene der Standards getroffen werden.

Einzelabschluss des Mutterunternehmens und Konzernabschluss

Der Board setzte seine Überlegungen zu den folgenden Themen fort:

Frage der Berichtseinheit:

Dieser Sachverhalt befasst sich mit der Frage, ob beide Abschlüsse die gleiche Berichtseinheit betreffen oder zwei unterschiedliche Berichtseinheiten. In vorangegangenen Diskussionen wurden die folgenden zwei Sichtweisen vertreten:

Sichtweise 1: Das Mutterunternehmen entspricht dem Konzern

Diese Ansicht fasst zwei frühere Ansichten zusammen, die „eine Einheit, aber zwei verschiedene Darstellungen‟ und „eine Einheit und eine Darstellung‟ genannt wurden. Das Mutterunternehmen und der Konzern werden als ein und dieselbe Einheit betrachtet. Für Zwecke der Abschlusserstellung werden Tochterunternehmen als Teil des Mutterunternehmens betrachtet, ähnlich unselbständigen Geschäftszweigen.

Sichtweise 2: Das Mutterunternehmen entspricht nicht dem Konzern

Diese Ansicht ist die „Multiple Einheiten‟-Ansicht. Nach diesem Ansatz sind das Tochterunternehmen und das Mutterunternehmen zwei getrennte Einheiten (zwei getrennte "abgegrenzte Bereiche wirtschaftlichen Interesses"), während der Konzern eine dritte Einheit darstellt (also ein dritter "abgegrenzter Bereich wirtschaftlichen Interesses"), die aber das Mutterunternehmen und das Tochterunternehmen einschließt.

Der Board entschloss sich, dieser Frage nicht weiter auf den Grund zu gehen, sondern sich nur noch um die Frage der Darstellung zu kümmern. Nach Aussage des Stabs ist der FASB zu demselben Schluss gekommen.

Frage der Darstellung:

Mit diesem Sachverhalt wird festgelegt, welcher Abschluss (oder ob beide) der Zielsetzung eines Geschäftsberichts für externe Adressaten gerecht wird, indem er entscheidungsrelevante Informationen für derzeitige und potenzielle Investoren, Kreditgeber und andere externe Adressaten mit einen finanziellen Interesse am Mutterunternehmen zur Verfügung stellen.

Die folgenden Sichtweisen wurden diskutiert:

Sichtweise A:

Sowohl der Abschluss des Mutterunternehmens allein als auch der Konzernabschluss sind in der Lage, externen Adressaten entscheidungsrelevante Informationen zur Verfügung zu stellen. Das Mutterunternehmen kann nur einen Mehrzweckabschluss erstellen, es aber kann andere Finanzinformationen in seinen Geschäftsbericht mit aufnehmen. Das heißt insbesondere, dass der Geschäftsbericht des Mutterunternehmens sowohl den Einzel- auch die Konzernabschluss enthalten kann. So könnte zum Beispiel jeder Abschlussbestand eine Spalte „Mutterunternehmen‟ und eine Spalte „Konzern‟ enthalten, oder ein Satz Abschlussbestandteile wird als Mehrzweckabschluss vorgelegt und der jeweils andere Satz Abschlussbestandteile als zusätzliche Information zur Verfügung gestellt – alles in einem einzigen Geschäftsbericht.

Sichtweise B:

Sowohl der Abschluss des Mutterunternehmens allein als auch der Konzernabschluss sind in der Lage, externen Adressaten entscheidungsrelevante Informationen zur Verfügung zu stellen. Dennoch kann das Mutterunternehmen nur einen Satz Abschlussbestandteile haben, und es wäre auf Ebene der einzelnen Standards festzulegen, wie das Mutterunternehmen Informationen zu den Vermögenswerten, Schulden und Aktivitäten der Tochterunternehmen darzustellen hat. Der Sachverhalt, der auf Standardebene zu klären wäre, wäre, ob dem Informationsbedarf der Adressaten in bestimmten Umständen am besten dadurch gedient wäre, dass im Abschluss des Mutterunternehmens Informationen über die Nettoinvestition in das Tochterunternehmen angegeben würde (wie das derzeit im Einzelabschluss des Mutterunternehmens erfolgt) oder Informationen über die zugrunde liegenden Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens (wie das gegenwärtig im Konzernabschluss geschieht).

Sichtweise C:

Das Mutterunternehmen kann nur einen Satz Abschlussbestandteile haben, nämlich den Konzernabschluss, weil Konzernabschlüsse Informationen über sämtliche Vermögenswerte, Schulden und Aktivitäten des Mutterunternehmens bieten, während der Einzelabschluss des Mutterunternehmens diese Informationen nicht enthält. Einzelabschlüsse von Mutterunternehmen zeigen Informationen über die Investition des Mutterunternehmen in seine Tochterunternehmen, nicht aber die zugrunde liegenden Vermögenswerte, Schulden und Aktivitäten. Deswegen werden Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen weggelassen (oder gegeneinander aufgerechnet), was keine relevante oder getreue Darstellung der Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen des Mutterunternehmens darstelle. Dies sollte auf Ebene des Rahmenkonzepts erläutert werden. Einzelabschlüsse des Mutterunternehmens sollten als Abschlüsse für besondere Zwecke behandelt werden und von Beschreibung als in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsstandards ausgeschlossen werden, d.h. sollten nicht als in Übereinstimmung mit den IFRS oder US-GAAP erstellt bezeichnet werden dürfen.

Der Stab teilte dem Board mit, dass sich der FASB derzeit irgendwo zwischen Sichtweise B und C bewege, d.h. ein Unternehmen sollte nur einen (Konzern-)Abschluss haben. Der FASB erkenne an, dass unter bestimmten Umständen Einzelabschlüsse von Mutterunternehmen zugelassen werden sollten, aber solche Ausnahmen sollten allein auf Standardebene geregelt werden.

Die Mitglieder waren beinahe zu gleichen Teilen entweder Sichtweise A oder C zugetan, während Sichtweise B einstimmig abgelehnt wurde. Diejenigen, die Sichtweise C favorisierten, wiesen darauf hin, dass es Umstände geben könne, unter denen Einzelabschlüsse von Mutterunternehmen entscheidungsrelevante Informationen bieten können, aber sie waren nicht der Ansicht, dass Einzelabschlüsse von Mutterunternehmen in jedem Fall vorgelegt werden müssten. Ein Boardmitglied, das Sichtweise A unterstützte, wies darauf hin, dass dieser Ansatz das Problem mit Investmentunternehmen lösen könne, d.h. den Wert der Anlagen in einer Zeile zeigen und Dividendeninformationen liefern würde.

Der Board kam zu keiner Entscheidung. Für die Erstellung eines Diskussionspapiers erklärte sich der Board bereit, eine vorläufige Ansicht aufzunehmen, dass Konzernabschlüsse für die wichtigeren Abschlüsse gehalten würden, und die Anwender zu fragen, ob Einzelabschlüsse von Mutterunternehmen unter allen Umständen zu fordern seien oder nur in bestimmten Fällen.

Der Board wies den Stab an, mit dem Entwurf eines Diskussionspapiers fortzufahren.

Correction list for hyphenation

These words serve as exceptions. Once entered, they are only hyphenated at the specified hyphenation points. Each word should be on a separate line.