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Rechnungslegungsstandards für kleine und mittelgroße Unternehmen (IFRS für KMU) – Analyse der Stellungnahmen und Festlegung des weiteren Vorgehens

Date recorded:

Der Board hielt eine erste Diskussion zu den Stellungnahmen, die zu dem Entwurf eines vorgeschlagenen IFRS für KMU vom Februar 2007 eingegangen sind. Dies geschah auf einer Analyse auf höchster Ebene der Stellungnahmen, die vom Stab vorbereitet worden war. Es wurden keine Entscheidungen getroffen. Der Stab hielt fest, dass 162 Stellungnahmen eingegangen waren und dass 117 Unternehmen aus 20 Ländern an den Feldversuchen teilgenommen hatten. Darüber hinaus wies der Stab darauf hin, dass etwa 50 Diskussionsrunden am Runden Tisch weltweit zu diesem Thema abgehalten wurden.

Der Board war besonders an den Ergebnissen der Feldversuche interessiert, also an den Problemen, die bei Umsetzung des Entwurfs entstanden waren. Der Stab sagte aus, dass die Qualität der Umsetzung schwankend gewesen sei, aber dass die aufgetretenen Probleme kleinerer Art gewesen seien. Insbesondere sei kein Unternehmen nicht in der Lage gewesen, den Entwurf umzusetzen.

Ein Boardmitglied fragte, ob es eine Beziehung gebe zwischen der Qualität der Umsetzung und der Nähe der betreffenden nationalen Rechnungslegungsstandards. Der Stab sagte aus, dass er sich bemühen werde, diese Information in die ausführliche Analyse der Feldversuche aufzunehmen.

Allgemeine Sachverhalte, die in den Stellungnahmen aufgebracht wurden

In manchen Stellungnahmen wurde immer noch die Notwendigkeit eines IFRS für KMU hinterfragt, obwohl hierzu in der Einladung zur Stellungnahme nicht um Meinungen gebeten wurde. In diesen Stellungnahmen wurde vorgeschlagen, dass KMU den Anforderungen aus der Steuerbilanz folgen sollten und nicht gezwungen werfen sollte, zwei Arten von Buchführung zu betreiben.

Der Stab wies darauf hin, dass es nicht in der Entscheidungsmacht des IASB läge, festzuschreiben, welche Unternehmen einen IFRS für SME anzuwenden hätten. Dies würde vielmehr in jedem einzelnen Rechtskreis geregelt. Der Stab verlieh der Meinung Ausdruck, dass der IFRS für KMU für Unternehmen gedacht sei, die Mehrzweckabschlüsse erstellen müssten, die von Kreditgebern, Lieferanten, Kreditratingagenturen, Fremdkapitalgebern und anderen Kapitalgebern verwendet würden.

Der Board stimmte dem zu.

Ein Boardmitglied bat darum, dass der endgültige Standard klarstellen solle, was Mehrzweckabschlüsse seien, um Unsicherheiten zu vermeiden.

Querverweise auf die vollen IFRS/Wahlmöglichkeiten der Bilanzierung

In der großen Mehrheit der Stellungnahmen wurde empfohlen, dass der IFRS für KMU ein (vollständig) eigenständiger Standard sein sollte und dass deshalb alle Verweise auf die vollen IFRS entfallen sollten oder zumindest auf ein absolutes Minimum beschränkt werden sollten. Darüber hinaus wurde im größten Teil der Stellungnahmen der Ansicht Ausdruck verliehen, dass die meisten der Wahlmöglichkeiten in den vollen IFRS auch den KMU zur Verfügung stehen sollten. In einigen Stellungnahmen wurde darauf hingewiesen, dass dies besonders wichtig für Tochterunternehmen von Unternehmen sei, die nach den vollen IFRS bilanzieren.

Der Stab gab zu bedenken, dass ein eigenständiger Standard, die alle oder die meisten der Wahlmöglichkeiten aus den vollen IFRS enthalte, den Umfang des IFRS für KMU deutlich erhöhen würde. Dies würde auch der Zielsetzung widersprechen, den Standard einfach zu halten, was ebenfalls von diesen Anwendern gefordert würde.

Es schien, dass eine Mehrheit der Boardmitglieder dafür war, die Wahlmöglichkeiten und Querverweise beizubehalten. Es wurden allerdings keine formellen Entscheidungen getroffen.

Ein Boardmitglied schlug vor, die gedruckte Version des Standards so einfach wie möglich zu lassen, aber in die elektronische Fassung Verknüpfungen auf die Wahlmöglichkeiten in den vollen IFRS aufzunehmen. Jeder hätte dann die Möglichkeit, sich eine seinen Bedürfnissen entsprechende Version zusammenzustellen und auszudrucken. Der Board kam überein, diesen Vorschlag in Erwägung zu ziehen.

Vorwegnahme von Änderungen an den vollen IFRS

In einigen Stellungnahmen wurde darauf hingewiesen, dass die Vorwegnahme von Entscheidungen, die in laufenden Agendaprojekten gefällt würden, nicht angemessen sei, da diese möglichen Änderungen noch nicht durch den vollständigen öffentlichen Konsultationsprozess gegangen seien.

Der Stab macht deutlich, dass der Wegfall des Korridoransatzes im Entwurf und der Wegfall von bestimmten Ausnahmen bei latenten Steuern als vorweggenommene Änderungen angesehen werden könnten.

Es gab keine konträren Ansichten zu diesem Punkt.

Angabeerfordernisse

In vielen Stellungnahmen wurde vorgeschlagen, weitere Vereinfachungen bei den Angabeerfordernissen vorzunehmen.

Der Stab wies darauf hin, dass die Anwender oft nicht deutlich machten, welche Angabeerfordernisse sie als nicht hilfreich oder zu schwierig einschätzten.

Ein Boardmitglied gab der Meinung Ausdruck, dass es Bereiche gebe, in denen eher mehr Angaben von den KMU gefordert werden sollten. Dies beträfe beispielsweise bedeutende Abhängigkeiten von bestimmten Kunden oder andere bedeutende wirtschaftliche Abhängigkeiten. Der Stab gab an, dass er diesen Sachverhalt in den Empfehlungen berücksichtigen wollte, die er dem Board auf der Sitzung im Mai vortragen werde.

Der Board bat den Stab, insbesondere den Sachverhalt der Angabeerfordernisse mit der Arbeitsgruppe zu erörtern, um die Meinung von Vertretern der Anwender zu diesem Thema zu eruieren.

Name des Standards

Viele Anwender wiesen darauf hin, dass der Ausdruck „kleine und mittelgroße Unternehmen" einen Größentest vorzuschreiben scheine, weil in manchen Rechtskreisen quantitative Schwellen in der Definition eines KMU genannt würden. Der Stab hatte zwei Ausdrücke im Agendapapier vorgeschlagen: den schon früher verwendeten Ausdruck „nicht öffentlich rechenschaftspflichtige Unternehmen" (non-publicly accountable entities, NPAE) oder „Unternehmen nicht von öffentlichem Interesse" (non-public-interest entity, NPIE). Beide wurden verworfen. Der südafrikanische Ausdruck „limited interest entity" wurde kurz ins Gespräch geworfen aber wegen der Akronymbildung (LIE = „Lüge") abgelehnt.

Der Board stimmte zu, dass die in den Stellungnahmen vorgebrachten Bedenken gerechtfertigt seien, und bat den Stab, einen angemesseneren Namen für den Standard zu finden.

Anwendungsbereich

In einigen Stellungnahmen wurde vorgeschlagen, noch einmal zu überlegen, ob der IFRS für KMU für Kleinstunternehmen geeignet sei, für kleine börsennotierte unternehmen und andere Unternehmen, die öffentlich rechenschaftspflichtig sind, weil sie treuhänderisch tätig sind wie beispielsweise Reisebüros oder Investmentfonds, die für eine kleinen Kreis von Anlegern verwaltet werden.

In Bezug auf die Kleinstunternehmen wiesen die Boardmitglieder darauf hin, dass in den einzelnen Rechtkreisen entschieden wird, welche Unternehmen den IFRS für KMU anzuwenden haben. Dies hängt davon ab, ob überhaupt von einem Kleinstunternehmen gefordert wird, einen Mehrzweckabschluss zu erstellen. In bezug auf die kleinen börsennotierten unternehmen und Unternehmen, die treuhänderisch tätig sind, schien es keine Bereitschaft zu geben, den Anwendungsbereich des IFRS für KMU auf diese Unternehmen auszuweiten.

Allgemeine Verwendung des beizulegenden Zeitwerts

In vielen Stellungnahmen wurde vorgeschlagen, die Verwendung des beizulegenden Zeitwerts auf solche Fälle zu beschränken, in denen ein Marktpreis existiert oder leicht zu bestimmen ist. Der beizulegende Zeitwert sollte außerdem für alle Derivate gelten.

Der Stab hielt fest, dass die im Entwurf festgeschriebene Verwendung von beizulegenden Zeitwerten als Bewertungsgrundlage für nicht-finanzielle Vermögenswerte bereits auf biologische Vermögenswerte beschränkt ist. Die Verwendung aktueller Bewertungen könne jedoch für Wertminderungstests und Wertberichtigungen für viele finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte nicht vermieden werden.

Es gab keine konträren Ansichten zu diesem Punkt, und der Stab wird eine detaillierte Analyse zu diesem Thema für die Erörterung auf einer späteren Sitzung vorbereiten.

Überarbeitung nach Veröffentlichung/ Interpretationen des IFRS für KMU

In einigen Stellungnahmen wurde empfohlen, dass sich der Board verpflichten solle, regelmäßig umfassende Überarbeitungen nach der Einführung des Standards vorzunehmen (etwa alle zwei Jahre). Darüber hinaus sollte ein formaler Prozess für Änderungen des Standards und zur Entwicklung von Interpretationen eingerichtet werden.

Bezüglich des ersten Sachverhalts schien Übereinstimmung zu herrschen, dass eine solche Überarbeitung nach zwei vollen Jahren der Einführung durchgeführt werden solle. Der Stab wies darauf hin, dass der Sachverhalt auch einer der „Versionenkontrolle" bei Änderung eines IFRS sei - bezögen sich Verweise weiterhin auf die alten Version des Standards oder automatisch auf den überarbeiteten IFRS?

Bezüglich des zweiten Sachverhalts gab es im Board keine Unterstützung für die Entwicklung eines formalen Interpretationsprozesses des IFRS für KMU. Insbesondere die Einrichtung eines eigenen Interpretationskomitees wurde rundweg abgelehnt. Der Vorsitzende verwies dabei aus seiner eigenen Erfahrung auf die Tatsache, dass nach Veröffentlichung des britischen Standards für kleine und mittelgroße Unternehmen nicht einmal eine Frage bezüglich dessen Interpretation an den britischen Standardsetzer gerichtet worden sei. Der Board hielt außerdem fest, dass grundlegende Leitlinien zur Einführung des IFRS für KMU in den Materialien des Ausbildungssteams der IASC-Stiftung enthalten sein werden, die Mitte bis Ende 2009 herausgegeben werden sollen. Darüber hinaus könnten die Leitlinien der vollen IFRS nach der Hierarchie des Paragraphen 4 des Abschnitts 10 des Entwurfs zu Rate gezogen werden. Es wurde entschieden, dies im Standard zu verdeutlichen.

Hauptsachverhalte bezüglich bestimmter Abschnitte des Entwurfs

Der Stab hob die folgenden Hauptsachverhalte hervor, die in den Stellungnahmen genannt worden waren:

Format des Abschlusses,

Anforderungen bezüglich der Kapitalflussrechnung,

Anforderungen bezüglich eines konsolidierten Abschlusses,

Abschreibung des Geschäfts- und Firmenwertes und anderer immaterieller Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer,

Standardwertmaßstab für Finanzinstrumente,

Bewertung von Aktienoptionen, wenn Eigenkapitalinstrumente nicht gehandelt werden (intrinsischer Wert),

vorgeschlagene vereinfachte Nutzungswertberechnung beim Wertminderungstest,

Bilanzierung von Leistungen an Arbeitnehmer,

Bilanzierung von latenten Steuern.

Diese Sachverhalte wurde nicht ausführlich diskutiert sondern werden Teil der detaillierten Analyse der Stellungnahmen sein, die dem Board auf der Sitzung im April vorgetragen werden wird.

Arbeitsplan

Der Board stimmte dem folgenden weiteren Vorgehen bezüglich des Projekts zu:

April 2008: Zweite Unterrichtseinheit mit detaillierter Analyse der Stellungnahmen und Bericht über die Feldversuche;

Mai bis Juli 2008: Entscheidungen zu fachlichen Fragen;

September oder Oktober 2008: Erörterung des überarbeiteten Entwurfs;

Dezember 2008: Abstimmung über den endgültigen Standard.

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