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FASB und IASB – Reaktionen der Standardsetzer auf die Finanzmarktkrise – Auswirkungen auf Projektpläne und Prioritäten

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Der nächste Punkt, der erörtert wurde, betraf die Reaktion der Standardsetzer auf die Finanzmarktkrise. [Hinweis: Wir haben kürzlich eine neue Seite mit Informationen und Materialien zur Finanzmarktkrise auf IAS Plus eingerichtet.]

Der Vorsitzende des FASB ermutigte beide Boards, Informationen zu den Schlüsselsachverhalten auszutauschen, die während der Finanzmarktkrise zu Tage getreten waren, und die zu ergreifenden Maßnahmen zu erörtern. Er sagte, dass die drei Bereiche, die aus der Bilanzierungsperspektive am meisten Bedenken hervorriefen, die folgenden seien:

Ausbuchung (insbesondere im Zusammenhang mit Verbriefungen),

Konsolidierung,

Bewertung zum beizulegenden Zeitwert.

Er fuhr mit der Aussage fort, dass der US-amerikanische Senat sich für manche der Bilanzierungsfragen interessiere. Er sagte auch, dass einige der Probleme eher Probleme der Einhaltung seien als Probleme mit den Standards und dass der Grund für diese Krise hauptsächlich darin zu suchen sei, dass die verwendeten Geschäftsmodelle fehlerhaft gewesen seien.

Ausbuchung und Konsolidierung

Zum Thema Ausbuchung und Konsolidierung erklärte der Vorsitzende des FASB, dass die entsprechenden Leitlinien in US-GAAP (SFAS 140 und FIN 46R) überarbeitet würden, um die Ausnahme von der Konsolidierung für qualifizierte Zweckgesellschaften (qualifying special purpose entities, QSPE) zu entfernen - sie würden im Abschluss des Trägers konsolidiert. Er wies darauf hin, das das QSPE-Konzept bis zur Finanzmarktkrise funktioniert habe, aber im Rückblick müsste man erkennen, dass es eine tickende Zeitbombe gewesen sei. Der FASB beabsichtigt, die Änderungen an US-GAAP bis Ende 2008 herauszugeben.

Auf der Seite des IASB ist eine Arbeitsgruppe zu Ausbuchungen gebildet worden, um von Grund auf neu anzufangen. Die zu behandelnden Sachverhalte sind herausgearbeitet worden. Die Gruppe erkennt den zeitlichen Druck an und wird auf der nächsten gemeinsamen Sitzung im Oktober 2008 zu dem Thema vortragen.

Der Vorsitzende des IASB sagte, dass alle drei oben genannten Projekte mit höchster Priorität versehen worden seien und beschleunigt abgearbeitet würden. Der Vorsitzende des FASB stimmte zu, diese Projekte soweit wie möglich gemeinsam zu bearbeiten, aber wies darauf hin, dass es unterschiedliche zeitliche Beschränkungen gebe.

Ein Mitglied des IASB wies darauf hin, dass IFRS 7 als Ausgangspunkte für verbesserte Angaben genutzt werden könne. Einschätzungen auf Grundlage des ersten vollständigen Jahres der Anwendung (2007) könnten verwendet werden. Ein Mitglied des FASB äußerte Skepsis hinsichtlich der Möglichkeit, einen konvergierten Standard zu Konsolidierung zu erreichen, meinte aber, dass ein konvergierter Standard zu Angaben möglich sein müsste.

Der Vorsitzen des FASB fuhr dann fort, über das Liquiditätsrisiko zu sprechen. Er wies darauf hin, dass viele Modelle das Liquiditätsrisiko nicht einschlössen, ebenso wenig täten dies viele FIN 46R-Berechnungen. Er sagte, dass die qualitative Auswertung von Tatsachen und Umständen sich nicht verbessert habe. Die Einschätzung, ob ein Unternehmen zu konsolidieren sei, müssten laufend neu getroffen werden. In Beantwortung einer Frage nach der zeitlichen Planung der Änderungen an US-GAAP gab er an, dass ein Entwurf vor Ende Juni geplant sei und die endgültigen Änderungen am Ende des Jahres veröffentlicht werden sollen.

Bezüglich des Konsolidierungsprojekts des IASB sagte der Projektmanager, dass das Projekt beschleunigt bearbeitet werde und dass derzeit die Modelle in IAS 27 (Kontrollmodell) und SIC-12 (Risiken-/Nutzenmodell) in Einklang gebracht werden. Dabei würden auch die Angabeforderungen verbessert. Der IASB beabsichtigt, einen Entwurf im Sommer 2008 zu veröffentlichen, der dann die einzige Quelle zu Leitlinien zur Konsolidierung sein soll.

Ein Mitglied des FASB äußerte die Ansicht, dass es wahrscheinlich leichter sein werde, Angaben zu riskanten Positionen zu leisten als das richtige Modell für die Konsolidierung zu finden.

Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Bezüglich der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert gab der Vorsitzende des FASB an, dass beide Boards eine Bitte von der internationalen Bankenvereinigung IIF (Institute of International Finance) erhalten hätten, sich zweier Themen anzunehmen (siehe den IIF-Bericht auf unserer Seite zur Finanzmarktkrise):

Der Unternehmensführung sollte gestattet sein, in Situationen, in denen Marktwerte nicht repräsentativ sind, von der Bewertung zu Marktpreisen auf die Bewertung anhand von Modellen zu wechseln.

Der Transfer vom Handelsbuch in das Bankbuch sollte für Finanzinstitute erleichtert werden.

Der Vorsitzende des IASB unterstrich, dass sowohl das Finanzstabilitätsforum (Financial Stability Forum, FSF) als auch der Basler Ausschuss den Ansatz von IASB und FASB unterstützen, beizulegende Zeitwerte zu verwenden, da an den märkten mehr Verwirrung herrschen würde, wenn irgendein willkürliches Bewertungsattribut verwendet würde. Er wies auch darauf hin, das das Projekt zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert ein Augenmerk auf die Bilanzierungsreaktionen auf illiquide und eingeschränkte Märkte haben werde.

Der Vorsitzende des FASB setzte die Boards davon in Kenntnis die US-amerikanische Wertpapier- und Börsenaufsicht (Securities and Exchange Commission, SEC) einen Rat an die SEC-Registranten veröffentlicht hat, in dem sie ihnen nahe legt, den beizulegenden Zeitwert in ihrem Lagebericht weiter zu erklären.

Ein IASB-Mitglied äußerte die Meinung, dass ein Abweichen vom beizulegenden Zeitwert die Unsicherheit in den Märkten erhöhen würde.

Der Vorsitzende des FASB schloss den Sitzungsteil mit der Aufforderung, Informationen auszutauschen und jegliche Maßnahmen soweit wie möglich abzustimmen.

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