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Emissionshandelsprogramme

Date recorded:

Dem Board wurde ein Papier vorgestellt (ohne dass es diskutiert wurde), in dem die Mechanismen eines Emissionshandelsprogramms erläutert wurden. Der Stab hatte dieses Papier als nützliche Hintergrundinformation erstellt, um dem Board zu helfen, sich für einen Ansatz für die erstmalige Bilanzierung von Zuweisungen handelbarer Ausgleiche in einem Programm von festgelegter Obergrenze und freiem Handel ('cap and trade') zu entscheiden.

Bilanzierung zugewiesener handelbarer Ausgleiche in einem Programm von festgelegter Obergrenze und freiem Handel

Der Board erörterte die erstmalige Bilanzierung von Instrumenten, die verwendet werden können, die Verpflichtungen aus Verschmutzungen auszugleichen ('handelbare Ausgleiche'), und die einem Unternehmen in einem Obergrenzen- und Handelsprogram kostenfrei zugeteilt wurden.

Liegt ein Vermögenswert vor, und wenn ja, wie ist die erstmalige Bewertung?

Der Board kam überein, dass ein handelbarer Ausgleich die Definition eines Vermögenswerts im Rahmenkonzept in der Hinsicht erfüllt, dass er eine Ressource darstellt, die vom Unternehmen kontrolliert wird und eingesetzt werden kann, um künftigen wirtschaftlichen Nutzen zu generieren. Das Unternehmen kann die zugewiesenen Ausgleiche verwenden, um seine eigenen Verschmutzungen auszugleichen, oder es kann zugewiesenen Ausgleichen am offenen Markt gegen Barmittel verkaufen. Gehaltene Ausgleiche entstammen einem Ereignis in der Vergangenheit (dem Erhalt handelbarer Ausgleiche) und stellen eine gegenwärtige Ressource dar.

Der Board erörterte, ob die handelbaren Ausgleiche zum Buchwert bewertet werden sollten (Nominalbetrag) oder zum beizulegenden Zeitwert. Man kam zu dem Schluss, dass die Bewertung der handelbaren Ausgleiche bei erstmaligem Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert mehr Transparenz und entscheidungsnützlichere Finanzinformationen würden als zum Buchwert bewertete Ausgleiche.

Wie sieht die Habenbuchung aus?

Der Board erörterte drei mögliche Ansätze:

A. Nicht-reziprokes Übertragungsmodell

Bei diesem Modell wird erwogen, ob dem Unternehmen eine gegenwärtige Verpflichtung entsteht, wenn ihm Ausgleiche zugewiesen werden. Der Stab wies darauf hin, dass dies wahrscheinlich zu einem Gewinn bei erstmaligem Ansatz der zugewiesenen Ausgleiche führen würde. Nur wenn eine Rückforderung an die zugewiesenen Ausgleiche geknüpft sei und der Board zu dem Schluss käme, dass dies zu einer gegenwärtigen Verpflichtung führe, könnten Unternehmen eine Verpflichtung ansetzen, die den Gewinn reduzieren oder eventuell ausgleichen würde. Der Stab wies darauf hin, dass sie mit einer großen Bandbreite interessierter Parteien gesprochen hätten, einschließlich großer Verschmutzer, anderer Standardsetzer, Prüfer, Analysten, Rating-Agenturen und Anlegern. Sie sind generell der Meinung, dass die Erfassung eines Gewinns bei erstmaligem Ansatz zugewiesener Ausgleiche keine nützlichen Informationen biete.

B. Modell der Erfüllungspflicht

Nach diesem Modell hat ein Unternehmen eine Erfüllungspflicht, wenn es Ausgleiche zugewiesen bekommt, die es erfüllen muss um ein Einkommen aus den Ausgleichen zu erzielen. Im Prinzip geht das Unternehmen eine Vereinbarung mit dem Programmverwalter ein. Das Unternehmen vereinbart, seine Emissionen unter das Niveau zu reduzieren, das von den zugewiesenen Ausgleichen dargestellt wird. Die Ausgleiche bestehen also nur als Ergebnis der Vereinbarung mit dem Programmverwalter. Die Vereinbarung begründet die Erfüllungsverpflichtung. Das Erfüllungsverpflichtungsmodell führt nicht zu einem Gewinn bei erstmaligem Ansatz der zugewiesenen Ausgleiche.

C. Kompensationsmodell

Mit dem Kompensationsmodell wird die Sichtweise eingenommen, dass die Zuweisung von handelbaren Ausgleichen keine nicht-reziproke Übertragung vom Programmverwalter an das Unternehmen ist. Beim Kompensationsansatz wird stattdessen die Zuweisung der handelbaren Ausgleiche im Zusammenhang des Gesamtpakets von Anforderungen gesehen, die durch das Emissionshandelsprogramm auferlegt sind. Im Modell wird eine Anpassung für eine Bewertungsanomalie vorgenommen, die als Ergebnis unterschiedlicher Bewertungsgrundlagen entsteht.

In der folgenden Diskussion unterstütze keines der Boardmitglieder das Kompensationsmodell.

Die Boardmitglieder hielten sich mit ihren Meinungen die Waage: sechs unterstützten das nicht-reziproke Übertragungsmodell, sechs das Erfüllungsverpflichtungsmodell. Ein Boardmitglied schlug ein Modell vor, das irgendwo zwischen den beiden liegt.

Diejenigen, die sich für das nicht-reziproke Übertragungsmodell aussprachen, hielten fest, dass bei Zuweisung der handelbaren Ausgleiche (eine Zuweisung im Jahr vor der Verschmutzung wird angenommen) es keine Verpflichtung gebe, die die Definition einer Schuld in den IFRS erfülle. Ein Boardmitglied wies darauf hin, dass IFRIC diesen Sachverhalt bei der Entwicklung von IFRIC 3 mehrere Sitzungen lang erörtert habe, eine sachgerechte Antwort anhand der bestehenden IFRS gefunden habe, und der Board habe das nicht unterstützt.

Diejenigen, die das Erfüllungsverpflichtungsmodell unterstützten, taten dies aus einer Reihe von Gründen, die nicht alle in Einklang zu bringen waren. Einige sahen handelbare Ausgleiche als eine Art bedingte Zuwendung der öffentlichen Hand (vgl. IAS 41), andere unterstützten den Erfüllungsverpflichtungsansatz, weil sie die Lösung gut fanden, auch wenn sie nicht gut mit dem Rahmenkonzept oder den bestehenden IFRS zusammen passen.

Schlussfolgerungen aus der Diskussion wurden nicht deutlich. Der Board wird sich dem Sachverhalt auf einer späteren Sitzung noch einmal widmen müssen, da keine Einigkeit erzielt werden konnte.

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