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Finanzinstrumente — Macro Hedging

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Das Ziel dieser Sitzung bestand in der Erörterung, wie einige Unternehmen Kapitalsteuerungszielsetzungen in ihr übergeordnetes Risikomanagement einbinden. Im Kontext von Zinsrisiken wird dies allgemein unter der Bezeichnung 'Eigenkapitalmodellbuch' geführt. Bei der Anwendung dieses Ansatzes wird Kapital typischerweise wie ein Geschäft mit Festzinsrisikoprofil angesehen und dann in die Zinsrisikosteuerung eingebunden.

Die Stabsmitarbeiter des IASB meinten, dass der Ansatz eines Eigenkapitalbuchmodells - mechanistisch gesehen - Ähnlichkeiten mit der (zu einem früheren Zeitpunkt vom Board erörterten) Diskussion zu den Sichteinlagen aufweise, dahingehend, dass beide unter Rückgriff auf Transferpreismechanismen gesteuert werden, die auf Modellierung und (typischerweise) Replizierung fußen. Es gibt aber Unterschiede zwischen den beiden Ansätzen. Der Ansatz eines Eigenkapitalbuchmodells fußt auf dem Ziel einer Grundrendite für die Eigenkapitalfinanzierung, während das Sichteinlagenmodell auf dem erwarteten Verhalten beim Abruf der Einlagen basiere. Dementsprechend mag die Auswirkung von Entscheidungen der Geschäftsleitung größer sein, weil sie Ermessen hinsichtlich des Ziels einer Grundrendite für die Eigenkapitalfinanzierung beinhaltet, auf der wiederum die Bewertung des Eigenkapitalmodellbuchs fußt.

Wenn man die Eigenschaften des Eigenkapitalbuchmodells im Kopf behält, liegt die Entscheidung, ob man es akzeptiert oder ignoriert, darin, welche Informationen Abschlussadressaten nutzbringend finden. Informationen, die über eine Volatilität im Periodenergebnis übermittelt werden, hängen davon ab, ob ein Ansatz eines Eigenkapitalbuchmodells akzeptiert wird:

  1. falls nicht, stellen Änderungen im beizulegenden Zeitwert von Derivaten Opportunitätsgewinne oder -verluste dar.
  2. falls ja, ist (eine fehlende) Volatilität im Nettoergebnis ein Gradmesser für die Güte der Sicherungsmaßnahmen auf Grundlage der Zielsetzung, die Grundrendite für eine Eigenkapitalfinanzierung zu fixieren.

Nachdem sie einen groben Überblick über das Eigenkapitalmodellbuch erhalten hatten, fragten viele Boardmitglieder, ob das Eigenkapitalmodellbuch grundsätzlich auf Banken beschränkt sei. Der Stab meinte, dass man zu diesem Zeitpunkt noch keine Erkundigungen durchgeführt habe, man aber glaube, dass das Eigenkapitalbuch sich im allgemeinen auf Banken und Versicherungsunternehmen beschränke. Die Boardmitglieder fragten sodann, ob ein Eigenkapitalmodellbuch ein zentrales Merkmal eines Macro-Sicherungsmodells sei. Die Stabsmitarbeiter deuteten an, dass es im Vergleich zu einem einfachen Modelldesign einige Abstriche gebe, wenn man das Eigenkapitalmodellbuch für Bilanzierungszwecke verwenden würde. Konkret gehe es um die Darbietung von Verständlichkeit und operationeller Möglichkeit gegenüber der Verwendung eines Modells, das im Einklang mit dem Rahmenkonzept steht und Arbitragemöglichkeiten begrenzt. Allerdings meinte der Stab, dass das Fehlen eines Eigenkapitalmodellbuchs das Macro-Absicherungsmodell nicht per se irrelevant mache, sondern vielmehr die Inputfaktoren begrenzen, die für eine Verwendung in einem Macro-Absicherungsmodell in Frage kämen.

Viele Boardmitglieder baten um Klärung, wie das Eigenkapitalmodellbuch in der Praxis funktioniere. Die Stabsmitarbeiter meinten, dass die Bewertung des Buchs wirtschaftliche eine Anpassung der allgemeinen Bewertung der Gesamtrisikoposition darstelle, welche die Ziele der Geschäftsleitung widerspiegele. Daher könne die Änderung der Bewertung des Eigenkapitalmodellbuchs in den meisten Fällen nicht einzelnen Posten der Risikoposition als Anpassung ihrer jeweiligen Buchwerte zugewiesen werden. Die Akzeptanz einer Bewertung für Ansatz- und Bewertungszwecke würde die Verwendung eines eigenständigen Ausweises implizieren (z.B. im kumulierten sonstigen Gesamtergebnis oder als sonstige Teilkomponente im Eigenkapital), um die Komplexität zu verringern. Nach er diese Erläuterung gehört hatte, sah ein Boardmitglied das Eigenkapitalmodellbuch als Platzhalter an, um einen effektiven Cash-Flow-Hedge zu erreichen. Er äußerte allerdings Bedenken, dass das Buch faktisch zum Ansatz von Opportunitätsgewinnen und -verlusten in Fällen führe, in denen er nicht glaube, dass diese Bewertungserfolge auch wirtschaftlich entstanden seien. Andere sahen gleichwohl den entstehenden Nutzen aus der Verwendung des Eigenkapitalmodellbuchs in derselben Weise, wie er vom Stab in dessen Analyse ausgeführt wurde. Dies sprach dafür, dass die Entscheidung, ob man das Eigenkapitalmodellbuch ignoriert oder akzeptiert, aus den Informationen abgeleitet werden sollte, die die Adressaten als nutzbringend ansähen.

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