Abzinsungssätze (Unterrichtseinheit)

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Agendapapier 17A, Agendapapier 17B und Agendapapier 17C sowie während der Sitzung ausgeteilte zusätzliche Unterlagen

Überblick und Vorstellung der Sachverhalte

In dieser Unterrichtseinheit hat der Stab den IASB über seine Ergebnisse zu folgenden Sachverhalten informiert:

  • Methode der Bemessung des Barwerts, insbesondere in Bezug auf Steuern;
  • Ausweis von und Angaben zu der Bemessung des Barwerts;
  • Ziel der Barwertbemessung und Erläuterung der Abweichung in Abzinsungssätzen; und
  • Umfang von Barwertbewertungen in den IFRS.

In diesen Bereichen hat der Stab die folgenden Finanzberichterstattungsprobleme identifiziert:

  • die Methode für das Widerspiegeln von Steuern kann missverstanden werden und unklar sein, was zu wesentlichen Auswirkungen und zusätzlichen Umsetzungskosten führen kann;
  • die uneinheitliche Verwendung des sonstigen Gesamtergebnisses und der Gewinn- und Verlustrechnung in Bezug auf Barwertbewertungen macht Vergleiche schwierig;
  • uneinheitliche Angabevorschriften behindern Vergleiche;
  • es gibt einen Mangel an Klarheit in Bezug auf die Bewertungsziele in den einzelnen Standards; und
  • die Nichtabzinsung von latenten Steuern behindert die Vergleichbarkeit und kann wesentliche Auswirkungen haben.

Die Methode für das Widerspiegeln von Steuern kann missverstanden werden und unklar sein, was zu wesentlichen Auswirkungen und zusätzlichen Umsetzungskosten führen kann

Der Stab hat in diesem Bereich drei Sachverhalte identifiziert:

  1. Die Bedeutung von Vorsteuersatz ist in den IFRS nicht deutlich erklärt, was dazu führen kann, dass der Vorsteuersatz eines Instruments verwendet wird, das anders besteuert wird, was zu einer Fehldarstellung führt. Der Sachverhalt unterscheidet sich nicht davon, Risiko aus einem Instrument widerzuspiegeln, das ein anderes Risikoprofil aufweist.
  2. Die Umwandlung von Vorsteuersätzen in Nachsteuersätze und umgekehrt ist nicht immer geradlinig, und die Verwendung von Vereinfachungen kann zu Fehlern führen.
  3. Die Vorschrift in IAS 36, nur Vorsteuerinputfaktoren zu verwenden, ist mühevoll für Ersteller und scheint nicht notwendig. Da es keine Aufzinsung gibt, würde jede verwendete Methode dasselbe Ergebnis liefern. IFRS 13 ist der einzige Standard, in dem explizit gestattet wird, entweder Vor- oder Nachsteueinputfaktoren zu verwenden.

Die uneinheitliche Verwendung des sonstigen Gesamtergebnisses und der Gewinn- und Verlustrechnung in Bezug auf Barwertbewertungen macht Vergleiche schwierig

Der Stab ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Änderungen in den Abzinsungssätzen und Änderungen in Kapitalflüssen in Bezug auf Pensionen, Rückstellungen und Versicherungsverträge unterschiedlich gehandhabt werden. Darüber wird die Aufzinsung nicht immer als Zinsaufwand erfasst, und wenn dies geschieht, werden unterschiedliche Ausdrücke verwendet.

Uneinheitliche Angabevorschriften behindern Vergleiche

Der Stab hat die verschiedenen Vorschriften für beizulegenden Zeitwerte, IAS 19, IAS 36, IAS 37 und die jüngsten Vorschläge für Versicherungsverträge untersucht.

Die folgenden Angaben wurden nicht in allen Standards einheitlich gefordert:

  • verwendeter Abzinsungssatz;
  • Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung in der Periode;
  • Sensitivitätsanalyse für Annahmen;
  • Vergleichszahlen; und
  • verwendete Methoden.

Es gibt einen Mangel an Klarheit in Bezug auf die Bewertungsziele in den einzelnen Standards

Der Stab ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bewertungsziele in den einzelnen Standards abweichen, woraus sich einige der Abweichungen in Abzinsungssätzen erklären lassen. Zwei Sachverhalte wurden jedoch identifiziert:

  1. In IAS 19 fehlt ein Bewertungsziel, und die regelbasierten Leitlinien scheinen unvereinbar mit jeglichen Zielen.
  2. Das Bewertungsziel in IAS 37 ist unklar, was zu unterschiedlichen Interpretationen führt. Dazu gehört auch die Frage, ob das eigene Kreditrisiko in die Bewertung einzufließen hat.

Die Nichtabzinsung von latenten Steuern behindert die Vergleichbarkeit und kann wesentliche Auswirkungen haben

Eine Bewertung auf Grundlage vergangener oder künftiger Kapitalflüsse, die den Zeitwert des Geldes nicht widerspiegelt, ist mit einer Bewertung, die dies tut, nicht vergleichbar. Dennoch ist in den IFRS derzeit nicht gefordert, den Zeitwert des Geldes in der Bewertung von latenten Steuern widerzuspiegeln.

Zweck der Sitzung

Die Diskussion ist Teil einer möglichen Entwicklung eines Forschungspapier zu Abzinsungssätzen. Der Board hat vom Stab vorgenommene Untersuchungen in einer Reihe ähnlicher Sitzungen eörtert und gibt Rückmeldungen dazu, ob er der Meinung ist, dass der Stab Sachverhalte im Zusammenhang mit Anzinsungssätzen sachgerecht aufgreift.

Der Board ist bei diesen Sitzungen nicht aufgefordert, irgendwelche fachlichen Entscheidungen zu fällen.

Eröterung durch den Board

Bevor die fachlichen Aspekte erörtert wurden, bestätigte der Forschungsdirektor des IASB, dass eine erste Durchsicht der Stellungnahmen zur Agendakonsultation ergeben hat, dass Abzinsungssätze weiterhin ein Thema mit hoher Priorität für die Anwender seien.

Im Zusammenhang mit allgemeinen Sachverhalten schlug ein Boardmitglied vor, klarzustellen, dass das Finanzberichterstattungsproblem von IAS 36 sich nicht nur auf den Nutzungswert bezieht, sondern auch auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, selbst wenn letzteres größtenteils durch IFRS 13 abgedeckt wird.

Im Hinblick auf die Frage, wie Risiko widergespiegelt werden könne, meinte ein Boardmitglied, dass Anpassungen an den Kapitalflüssen oder den Sätzen zu stark vereinfachend sein könnten. Es schlug vor, in diesem Bereich weitere Analysen und Untersuchungen vorzunehmen. Es würde interessiert sein, zu erfahren, wie Ersteller nach den gegenwärtigen Leitlinien Anpassungen in Bezug auf das Risiko vornähmen.

Die Methode für das Widerspiegeln von Steuern kann missverstanden werden und unklar sein, was zu wesentlichen Auswirkungen und zusätzlichen Umsetzungskosten führen kann

Der Projektleiter stellte ein Beispiel vor, das wären der Sitzung ausgeteilt wurde. Das Beispiel zeigte, dass die Summe der Vorsteuerkapitalflüsse un Steuerkapitalflüsse abgezinst mit dem Nachsteuersatz zu dem gleichen Ergebnis führen wie nachsteuerkapitalflüsse, die mit dem Nachsteuersatz abgezinst werden. Verschiedene Boardmitglieder lehnten das Beispiel ab, und es kam zu lebhafter Diskussion. Viele von den Anmerkungen der Boardmitglieder bezogen sich auf die tatsächlichen Zahlen im Beispiel. Daher schlug der Projektleiter vor, Fragen im Zusammenhang mit dem Beispiel außerhalb der Boardsitzung zu adressieren. Einige Boardmitglieder lehnten diesen Ansatz ab. Man einigte sich auf den Kompromiss, dass das Beispiel überarbeitet und bei einer späteren Sitzung dem Board noch einmal vorgestellt werden sollte. Ein Boardmitglied regte an, dass in dem beispiel zwischen verschiedenen Arten von Bewertung unterschieden werden sollte (bspw. Nutzungswert, Instrumente, die Anleihen ähneln, etc.).

Hinsichtliche des Vor- bzw. Nachsteuersatzes merkte ein Boardmitglied an, dass die Ersteller den Steuersatz verwenden sollte, der leichter zu beobachten ist. Der Projektleiter erwiderte darauf, dass theoretisch der Vorsteuersatz zwar leichter zu beobachten sei, dass die Ersteller aber oft den Vorsteuersatz bestimmen, indem der Nachsteuersatz künstlich angepasst wird.

Die uneinheitliche Verwendung des sonstigen Gesamtergebnisses und der Gewinn- und Verlustrechnung in Bezug auf Barwertbewertungen macht Vergleiche schwierig

Ein Boardmitglied schlug vor, diesen Sachverhalt in das Projekt zu Primärabschlüssen zu verschieben. In Bezug auf den Pensionssachverhalt merkte ein Boardmitglied an, dass im Standard eindeutig festgehalten werde, dass Aufzinsung Zinsaufwand wäre. Der Projektleiter bestätigte dies, hielt aber fest, dass die Ausweisvorschriften in IAS 1 sehr allgemein seien, was zu Abweichungen in der Praxis führe.

Uneinheitliche Angabevorschriften behindern Vergleiche

Ein Boardmitglied stimmte dem Hinweis im Agendapapier nicht zu, dass eine Überleitung der Eröffnungsbilanz auf die Schlussbilanz auf IAS 36 nicht anzuwenden sei. Nach Meinung dieses Boardmitglieds sei diese anzuwenden, da eine solche Überleitung des Nutzungswerts durchaus möglich sei. Verschiedene Boardmitglieder antworteten, dass dies eher eine Frage für IAS 16 als für IAS 36 sei, da dies eine Überleitung der Buchwerts von Sachanlagen und nicht eine Überleitung des Nutzungswerts sei. Nach kurzer Diskussion swar das erste Boardmitglied zwar weiterhin der Ansicht, dass Überleitungen auf IAS 36 anzuwenden seien, aber es stimmte zu, dass diese an anderer Stelle abgedeckt würden.

Die Nichtabzinsung von latenten Steuern behindert die Vergleichbarkeit und kann wesentliche Auswirkungen haben

Ein Boardmitglied war der Meinung, dass die Abzinsung von latenten Steuern außerhalb des Umfangs des Projekts läge, da dies damals eine bewusste Entscheidung gewesen und nicht übersehen worden sei. Dieses Boardmitglied war der Meinung, dass eine Überprüfung dieser Entscheidung nur in einem eigenen Projekt zu IAS 12 erfolgen könne. Verschiedene Boardmitglieder stimmten einer Aussage zu, dass der Umfang des Projekts zu Abzinsungssätzen bereits zu groß sei. Der stellvertretende Vorsitzende hielt fest, dass es eine pragmatische Entscheidung gewesen sei, latente Steuern nicht abzuzinsen, dass er aber nicht einsehen könne, warum dies nicht im Projekt zu Abzinsungssätzen abgehandelt werden könne. Ein Boardmitglied gab an, dass es in der Praxis nicht durchführbar sei, die Kapitalflüsse aus latenten Steuern zeitlich festzulegen. Die Abzinsung latenter Steuern vorzuschreiben, würde zu sehr viel höheren Kosten für die Ersteller führen, die den daraus entstehenden Nutzen nicht aufwiegen würden.

Es wurden keine Entscheidungen gefällt.

Zugehörige Themen

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