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Notizen von der Sitzung der Treuhänder der IASC-Stiftung

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29.06.2006

Die Treuhänder der IASC-Stiftung kamen am Mittwoch, den 28. und Donnerstag, den 29. Juni 2006 im Grand Hyatt Hotel in Berlin zusammen.

Ein Teil der Sitzung am Mittwoch Nachmittag war für Beobachter zugänglich. Nachfolgend finden Sie die Übersetzung der vorläufigen und inoffiziellen Mitschriften des öffentlichen Sitzungsteils von Deloitte-Beobachtern:

Öffentlicher Teil der Sitzung der IASC-Stiftung, 28. Juni 2006

Der Vorsitzende des IASB brachte die Treuhänder auf den neuesten Stand. Er wies darauf hin, dass das Arbeitsprogramm des Boards die drei von ihm verfolgten Ziele widerspiegeln würde. Zu diesen zählen:

Konvergenz mit den US-GAAP;

eine größere Anzahl von Staaten zur Anwendung der IFRS zu bewegen; und

das Projekt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Konvergenz mit den US-GAAP

Der Vorsitzende sagte, dass die beiden Boards von einer gemeinsamen Grundlage aus damit beginnen würden, sich mit den Sachverhalten zu beschäftigen. Dennoch haben in der Vergangenheit eines oder beide Board Entscheidungen gefällt, die im Widerspruch zu ihren gegenwärtigen Rahmenkonzepten stehen. Es wurde die Notwendigkeit anerkannt, die konzeptionellen Fundamente zu aktualisieren, was nach gemeinsamer Überzeugung der Boards in Phasen angegangen werden soll. Die Schritte des Abstimmungsprozesses würden auf der Grundlage einzelner Kapitel anstelle für das gesamte Rahmenkonzept stattfinden. Zu jedem Kapitel würde der Board zuerst ein Diskussionspapier veröffentlichen, dann einen Standardentwurf und letztlich die endgültige Fassung des Kapitels. Von den acht vom Board vorgesehenen Kapiteln scheint das zur Bewertung dasjenige zu sein, dass seitens der Adressaten die meisten Bedenken hervorbringt. Um sich mit diesen zu befassen, plant der Board öffentliche Diskussionsrunden zu Beginn des Jahres 2007 abzuhalten.

Die Konvergenzprojekte werden als kurzfristig (zu lösen bis Ende 2007) und mittel- bis langfristig (nach 2007) klassifiziert. Der IASB hat bereits zwei Standardentwürfe aus kurzfristigen Projekten herausgegeben - zu Segmentberichterstattung und Fremdkapitalkosten. Mit drei weiteren Standardentwürfen zu Ertragsteuern, Joint Ventures und Wertminderungen könnte bis Ende des Jahres gerechnet werden.

Auf Grundlage des Memorandum of Understanding (MoU), auf das sich der IASB und der FASB im Februar geeinigt hatte, waren beide Boards davon ausgegangen, für die längerfristigen Projekte bis zum Jahre 2008 Fortschritte erzielt zu haben. Für einige Projekte hätte dies schlicht zur Folge, dass sie auf die Agenda genommen würden, während für andere einige Abstimmungsprozess-Papiere (Due Process Document) oder ein beträchtlicher Fortschritt erwartet werden könne. Der Vorsitzende beschrieb kurz jedes der Projekte und teilte mit, dass nur von zwei von diesen davon ausgegangen werden kann, dass sie bis Ende 2007 abgeschlossen sein würden, nämlich die Projekte zu Unternehmenszusammenschlüsse und zu Fair Value Measurements. In Bezug auf das letztgenannte entschied der Board, den bevorstehenden FASB-Standard zu Fair Value Measurement nicht als Standardentwurf herauszugeben, sondern als Diskussionspapier. Die zu erhaltenden Stellungnahmen würden in einer späteren Phase in einen Standardentwurf eingefügt.

Andere Konvergenzaktivitäten

Neben der angestrebten Konvergenz mit den US-GAAP, teilte der Vorsitzende mit, dass der Board ebenfalls Konvergenzprojekte mit seinen chinesischen, kanadischen und japanischen Pendants begonnen hat. Er bemerkte, dass er eine weitere Anfrage zur Initiierung eines Konvergenzprojektes mit dem IASB aus Indien erhalten habe.

Änderungen an den IFRS

Der Vorsitzende sagte, dass er auf seiner Juni-Sitzung zwei wichtige Entscheidungen in Bezug auf die Frequenz der Herausgabe von Standards oder Änderungen getroffen habe. Erstens würde jede zu veröffentlichende Verlautbarung mindestens eine einjährige Frist zur Umsetzung vorsehen. Dies würde bedeuten, dass sogar ein Standard, der vor Ende des Jahres 2007 vollendet würde, nicht vor dem 1. Januar 2009 in Kraft treten würde. Wenn zum Zweiten der Board in seinen Verlautbarungen einen Fehler aufdeckt, würde dieser in eine Liste von Änderungen aufgenommen, die als ein „Umfassender Änderungsentwurf‟ („Omnibus Amendments Draft‟) alljährlich veröffentlicht würden. Der Board hat diese beiden Entscheidungen in der Hoffnung getroffen, die von den Erstellern erhaltenen Bedenken auf angemessene Art und Weise adressiert zu haben.

Anwendung der IFRS

In Bezug auf die zweite Zielsetzung wies der Board darauf hin, dass IFRS in ungefähr 100 Ländern bereits angewendet wird. Es wurde die Hoffnung geäußert, dass diese Zahl in den nächsten Jahren um weitere 50 wachsen wird.

IFRS für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Im Hinblick auf das KMU-Projekt teilte der Vorsitzende mit, dass sich die Arbeiten hin zu einem Standardentwurf in ihrer letzten Phase befinden und annahmegemäß im September abgeschlossen sein werden. Er gab die wichtigsten vom Board in letzter Zeit getroffenen Entscheidungen wieder, nämlich:

der Standard sollte alle Geschäftsvorfälle abdecken, von denen angenommen werden kann, dass sie in Bezug auf KMU normalerweise statt finden;

das KMU-Buch sollte in sich geschlossen sein;

wenn ein Geschäftsvorfall statt findet, der im KMU-Buch nicht behandelt wird, sollte eine Bilanzierung unter Anwendung der Bilanzierungsgrundsätze im KMU-Buch entwickelt werden. Nur dann, wenn ein KMU auf diesem Wege keine Bilanzierung ableiten kann, würde es auf die vollständigen IFRS zurückgreifen;

der Board wird erläutern, für welchen Unternehmenstyp der Standard zur Anwendung gedacht war. Dennoch bliebe es dem jeweiligen Rechtskreis überlassen, zu entscheiden, welche Unternehmen den KMU-Standard anwenden könnten bzw. sollten; und

alle Kapitel bis auf drei des KMU-Standards sind abgeschlossen, wobei es sich bei den dreien, bei denen noch weitere Arbeiten vonnöten sind, um Finanzinstrumente, Ertragsteuern und Pensionen handelt. Als Antwort auf eine Frage der Treuhänder sagte der Vorsitzende, dass ein Bestätigungsvermerk auf eindeutige Art und Weise auf die jeweils angewandten Bilanzierungsgrundsätze Bezug nehmen würde, also vollständige IFRS oder IFRS für KMU.

Prinzipienbasierte Standards

Der Vorsitzende brachte erneut die volle Unterstützung des Boards für prinzipienbasierte Standards zum Ausdruck. Er sagte, dass der FASB und der IASB sich darauf geeinigt hatten, die Formulierung von „Overriding Principles‟ zu versuchen, die Ausnahmen ausschließen würden. Von diesen aus würden die jeweiligen Bilanzierungsgrundsätze abgeleitet. Wenn sich – aus welchen Gründen auch immer – der FASB zum Hinzufügen von Leitlinien auf seiner Seite der gemeinsam beschlossenen Verlautbarungen entschließt, müsste eine Vorgehensweise eingerichtet werden, um deren Ausstrahlung auf die IFRS zu verhindern.

Der Vorsitzende der Treuhänder dankte dem IASB-Vorsitzenden für seinen Bericht und bat die Treuhänder um Stellungnahmen. Die Treuhänder diskutierten die vorgestellten Sachverhalte und hatten gegenüber dem Vorsitzenden verschiedene damit zusammenhängende Fragen. Es gab Übereinstimmung zu dem, was der Vorsitzende vorgetragen hatte. Als Antwort auf eine Frage, ob er irgendwelche Probleme oder Hindernisse auf dem Weg der Befolgung der vorgestellten Agenda ausmachen könne, wies der IASB-Vorsitzende die Treuhänder darauf hin, dass von den elf großen Projekten nur zwei bis Ende 2007 abgeschlossen sein müssten. Er gestand ein, dass diese Agenda ambitioniert aber durchführbar sei und die zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht überlasten würde. Seine einzige Sorge galt der Frage, wer der nächste Chief-Accountant der SEC sein würde, da dies jemand sein könnte, der sich nicht an die mit dem früheren Chief-Accountant abgeschlossenen Vereinbarungen halten könne. Es wurden keine Entscheidungen getroffen.

Bericht des Vorsitzenden des Standardbeirats

Der Vorsitzende des Standardbeirats (Standards Advisory Council - SAC) berichtete über die wichtigsten Ergebnisse der am Montag und Dienstag statt gefundenen SAC-Sitzung. Zu den angemerkten Punkten zählen:

die SAC-Mitglieder brachten ihre volle Unterstützung für ein KMU-Projekt zum Ausdruck;

sie hatten ihre Zustimmung zur Aufnahme der Projekte zu Leasingverhältnissen und Pensionen auf die Agenda gegeben

sie schienen der Aufnahme eines Projektes zu nahe stehenden Unternehmen und Personen auf die Agenda weniger wohlwollend gegenüber zu stehen (siehe unten);

die SAC-Mitglieder brachten ein gewisses Maß an Enttäuschung über den langen Zeitraum zum Ausdruck, der für die Lösung der großen Fragen vorgesehen war, obwohl die SAC-Mitglieder zugestanden, dass sich dies zum Teil auf die begrenzte Anzahl an verfügbaren Mitarbeitern zurückführen ließe;

der SAC diskutierte über die Marke IFRS, die Strategie und die Interpretation der IFRS sowie über finanzielle bzw. personelle Fragen in geschlossener Sitzung. Im Hinblick auf die Strategie würde eine kleine Arbeitsgruppe eingerichtet, die „Effektivität‟ definieren würde (hinsichtlich der Vorgehensweise des Boards zum Absolvieren seiner Agenda) und Vorschläge hervorbringen würde, wie diese gemessen werden könne.

Es wurden nur wenige Fragen gestellt und keine Entscheidungen getroffen.

IASB-Agendavorschläge

Der Vorsitzende des IASB erläuterte, dass drei Themen zur Betrachtung vorbereitet würden, und zwar eine Änderung an IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen; die Überarbeitungen von IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer und die Überarbeitungen von IAS 17 Leasingverhältnisse.

Das erste der drei Themen wurde von China und Japan an den Board herangetragen. Die grundlegende vorgebrachte Frage war, wie IAS 24 in einem Rechtskreis Anwendung findet, der hauptsächlich durch viele staatliche Unternehmen, die in Geschäftsvorfälle verwickelt werden, gekennzeichnet ist. Wenn diese Transaktionen angegeben werden müssten, so wie im derzeitigen IAS 24 vorgeschrieben, müsste eine große im Anhang des Jahresabschlusses anzugebende Fülle von Informationen eingefügt werden, und es wäre hierbei fraglich, wem diese Informationen nützen sollten. Die Projekte zu Pensionen und Leasingverhältnissen waren bereits im Memorandum of Understanding (MoU) mit eingearbeitet und würde eine Entscheidung zur Agenda benötigen. Der Vorsitzende wies auf die Notwendigkeit der Beachtung beider Sachverhalte hin, da es Unternehmen durch die gegenwärtigen Verlautbarungen erlaubt wird, einen großen Teil ihrer Schulden aus der Bilanz herauszuhalten.

Die Treuhänder erörterten diesen Sachverhalt eine ganze Weile. Eine große Mehrheit befürwortete, dass Pensionen und Leasingverhältnisse auf die aktive Agenda gesetzt werden. Allerdings sahen nicht alle Treuhänder die dringende Notwendigkeit, eine Entscheidung schon heute zu treffen. Bezüglich des Sachverhalts zu Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen gab es eine Äußerung eines Treuhänders, dass die Beschäftigung mit dem Sachverhalt auch den Board beim Erreichen seines zweiten bedeutenden Zieles unterstützen würde (nämlich die Zunahme der Länder, die IFRS anwenden).

Anschließend forderte der Vorsitzende der Treuhänder den stellvertretenden Vorsitzenden des IASB auf, einen kurzen Überblick über den derzeitigen Stand des Projektes von IFRIC zu Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen zu geben. Der stellvertretende Vorsitzende wies darauf hin, dass er trotz beachtlichem Fortschritt einiges an Störungen erwartet, so wie die endgültige Interpretation veröffentlicht wird. Ein Treuhänder behauptete, dass sogar die überarbeitete Interpretation für seinen Rechtskreis nicht akzeptabel sei, da 30% bis 40% aller börsennotierten Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit aufgeben müssten, wenn dieses Dokument unverändert herausgegeben wird.

Bericht des IFRIC-Vorsitzenden

Der letzte Punkt auf der Agenda der öffentlichen Sitzung war ein Bericht des Vorsitzenden von IFRIC. Er hob hervor, dass die meisten Interpretationsanfragen zu den Themen Finanzinstrumente, Leasingverhältnisse, Ertragsrealisierung und anteilsbasierte Vergütung erhalten wurden. Er sagte des Weiteren, dass IFRIC die meiste Zeit für Sachverhalte verwenden würde, die nicht auf die Agenda genommen wurden, da die Antragsteller Leitlinien zur Anwendung und keine Interpretationen anforderten. Der IFRIC-Vorsitzende kündigte gegenüber den Treuhändern an, dass IFRIC nach der Verbesserung seiner Prozesse auf vielfältige Art und Weise streben würde:

Erstens werden alle zukünftigen IFRIC-Sitzungen für das Internet aufgezeichnet und auf die Website des IASB eingestellt, beginnend mit der Sitzung im Juli 2006.

Zweitens plant IFRIC, die Adressaten darüber auf dem neuesten Stand zu halten, in welchem Stadium des Abstimmungsprozesses sich die Eingabe zu jedem Sachverhalt befindet. Der Vorsitzende von IFRIC wies darauf hin, dass alle Entscheidungen von IFRIC in Bezug auf die Nichtaufnahme von Sachverhalten auf die Agenda bereits auf der Website des IASB, nach betroffenen IAS/IFRS sortiert, verfügbar sind. Die Verweise würden aber nicht auf dem neuesten Stand gehalten.

Auch wenn die meisten Treuhänder der Vorgehensweise von IFRIC beim Umgang mit den Sachverhalten zustimmten, gab es Bedenken hinsichtlich der Anzahl der herausgegeben Nicht-Interpretationen, da andere Interpretationsgremien diese Lücke füllen könnten und nach deren Meinung für richtig erachtete Leitlinien herausgeben könnten. Der Vorsitzende gab zu, dass dies ein bekannter Sachverhalt sei.

Diese Zusammenfassung basiert auf Notizen, die von Beobachtern bei der Sitzung der IASC-Stiftungs-Treuhänder gemacht wurden. Sie sind nicht als offizielle oder endgültige Zusammenfassung zu verstehen.

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