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Konferenz zu Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung in Lateinamerika - 2. Tag

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15.06.2007

Die Weltbank, der internationale Wirtschaftsprüferverband und die interamerikanische Entwicklungsbank fördern gemeinsam eine Konferenz zur Rechnungslegung und Rechenschaftspflicht für das regionale Wirtschaftswachstum in Lateinamerika und der Karibik.

Die Konferenz findet in Mexiko-Stadt vom 13. bis 15. Juni 2007 mit etwa 500 Teilnehmern statt. Nachstehend finden Sie die Übersetzung der Mitschrift der Beobachter von Deloitte für den zweiten Tag der Konferenz.

Konferenz zur Rechnungslegung und Rechenschaftspflicht für das regionale Wirtschaftswachstum

Mexiko-Stadt, Mitschrift vom 14. Juni 2007

Größere Glaubwürdigkeit durch bessere Standards

Stavros Thomadakis, der Vorsitzende des Rats für Aufsicht im öffentlichen Interesse (Public Interest Oversight Board, PIOB) des internationalen Wirtschaftsprüferverbandes (International Federation of Accountants, IFAC), hielt eine Grundsatzrede und sprach von den Reaktionen der Institute auf Fälle von Versagen der Rechnungslegung, die in der Öffentlichkeit großes Aufsehen erregten. IFAC als Vertreter des Berufsstandes der Wirtschaftsprüfer hat einige neue Vorgehensweisen und Aufsichtsmodelle eingeführt, die der ausschlaggebenden Rolle von Beteiligung der und Überprüfung durch die Öffentlichkeit Rechnung tragen. Diese Neuerungen trügen in ihrem Kern das ureigene Interesse der Öffentlichkeit am Berufsstand der Wirtschaftsprüfer und an ihren Standards.

Dr. Thomadakis führte aus, das die Neustrukturierung des IASB ein herausragendes Beispiel für eine Reaktion auf das Interesse der Öffentlichkeit an der Rechnungslegung sei. Die Einführung von IFRS für börsennotierte Unternehmen in der EU und anderswo in Kombination mit dem derzeitigen Konvergenzprojekt zeigte die erhöhte Glaubwürdigkeit, die die internationale Rechnungslegung dadurch gewonnen habe, dass man Standardsetzung vom Berufsstand der Wirtschaftsprüfer trenne. Selbst wenn auf kurze Sicht eine echte Konvergenz mit US-GAAP und anderen Rechnungslegungsstandards nicht erreicht werden könne, so werde man doch eines Tages erfolgreich sein: Der Bedarf für Vergleichbarkeit wird den Prozess vorantreiben.

Die Erfahrungen des IASB würden von IFAC bei der Neuorganisation seiner Aktivitäten genutzt. Der PIOB wurde im Jahr 2005 gegründet und stehe für eine Bewegung hin zur Beteiligung von Außenstehenden. Er solle gewisse Möglichkeiten und Mechanismen zur Verfügung stellen, um sich mit externen Experten zu beratschlagen. Dies habe zu einer erhöhten Glaubwürdigkeit der Standards des IFAC geführt, einschließlich der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing, ISA, des ethischen Verhaltenskodex des IFAC, der Standards für den öffentlichen Sektor und der Ausbildungsstandards.

Sowohl für den IASB als auch für IFAC gelte, dass ein transparenter Nominierungsprozess das Vertrauen in den Prozess der Standardsetzung gestärkt habe. Dadurch würden hochqualifizierte Kandidaten mit verschiedensten beruflichen Hintergründen und Erfahrungen angezogen. Alle Aktivitäten im Zusammenhang mit Standardsetzung, die vom IASB und von IFAC ausgeführt würden, folgten einem rigiden, öffentlichen Konsultationsprozess, der Beteiligung und Stellungnahme durch alle Anwendergruppen fördere. Insgesamt also hätten beide Institutionen einen klaren Willen gezeigt, sich zu ändern und ihrem verkündeten Grundsatz, dem öffentlichen Interesse zu dienen, treu zu bleiben.

Stärkung der Rolle des Berufstandes der Wirtschaftsprüfer

Es folgten eine Reihe von Präsentationen, die sich jeweils bestimmten Aspekten der Bemühungen, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wirtschaftsprüfung zu stärken, widmeten.

John Kellas, der Vorsitzende des International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB), sprach von den Herausforderungen der Konvergenz von internationalen Standards.

Der IAASB ist überzeugt, dass die Übernahme von internationalen Rechnungslegungsstandards der Konvergenz vorzuziehen ist. Übernahme wird als die realistischer Option für die meisten Rechtskreise angesehen: Sie ist sinnvoll; sie erlaubt den Rechtskreisen, an der Entwicklung der Standards mitzuwirken; und es ist die schnellste Art und Weise, das gewünschte Ziel zu erreichen. Er gestand ein, dass man nicht in allen Rechtskreisen vom gleichen Ausgangspunkt ausgehe: Industrieländer könnten kulturellen oder philosophischen Herausforderungen gegenüberstehen; Entwicklungsländer und Schwellenländer Herausforderungen bezüglich der Fähigkeit gegenüber, mit der Veränderung der Architektur der Rechnungslegung fertig zu werden.

IFAC hilft seinen Mitgliedern gemeinsam mit den nationalen Standardsetzern, diese Herausforderungen zu meistern. Er fühlt sich dem Ziel verpflichtet, hochwertige Standards, die jedem Rechtskreis gerecht werden, zu entwickeln und dadurch allen Rechtskreisen die Möglichkeit zu geben, diese zu übernehmen. Die Aktivitäten des IFAC gehen über Prüfungsstandards hinaus. Die erfolgreiche Einführung von ISA geht einher mit internationalen Standards zur Qualitätskontrolle, dem ethischen Verhaltenskodex des IFAC, Unsetzungshinweisen, Aus-und Weiterbildung und Überwachung und Durchsetzung.

Anthony Hegarty von der Weltbank sprach über die Herausforderungen, denen sich der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer in den Entwicklungsländern gegenüber sieht. Er wies auf die Rolle hin, die der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer beim internationalen Kampf gegen die Armut spiele, und hob hervor, dass gute Unternehmensführung – sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Sektor – unabdingbar für wirtschaftliches Wachstum sei. Die Weltbank hat eine Strategie zu Unternehmensführung und Bekämpfung der Korruption (governance and anti-corruption, GAC) entwickelt, die sich einer verbesserten Finanzverwaltung der Hilfen der Weltbank auf globaler, Landes- und Projektebene widmet. Im Rahmen der GAC-Strategie hat die Weltbank eine Reihe von Einschätzungen von der Rechenschaftspflicht eines jeden Landes vorgenommen, die einige übergreifende Sachverhalte zu Tage brachten. Der bedeutendste Sachverhalt war ein Kapazitätsproblem in vielen Ländern.

Die Weltbank arbeitet mit den Empfängerländern zusammen, um diese strukturellen Herausforderungen zu meistern. Man hat jedoch festgestellte, dass jeder Aktionsplan bestimmte Kriterien erfüllen muss, um effektiv zu sein: Jeder Aktionsplan muss Teil der Rechtsprechung des betroffenen Rechtskreises sein; er muss auf die Nöte eines jeden Rechtskreises zugeschnitten sein; er muss ein umfassendes und realistisches Einführungsprogramm beinhalten; und er muss die Unterstützung der Gebereinrichtung haben. Er schloss mit der Bemerkung, dass die erhöhten Welthilfezusagen des Millenniumprojekts der Geberländer auf verbesserte Unternehmensführung und Finanzverwaltung in den Empfängerländern treffen müsse.

Russell Guthrie von IFAC stellte die Initiativen vor, die IFAC angestoßen habe, um den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer zu stärken. Er sprach insbesondere über das Einhaltungsprogramm der Mitgliedsorgane (Member Body Compliance Programme). Das Programm ist Teil der Aufstellung der Mitgliederverpflichtungen und basiert auf dem Prinzip der Förderung und Verbesserung. Das Programm verlangt eine lokale Verpflichtung auf die Mitgliederverpflichtungen und ermutigt zu steter Kommunikation zwischen Mitgliedsorgan und IFAC. Ein nachweisbarer Fortschritt gehört zu den Anforderungen des Programms (der sich allerdings über viele Jahre hinziehen kann). Die Nichteinhaltung der Mitgliederverpflichtungen kann (und hat) zum Aussetzen oder zur Widerrufung der IFAC-Mitgliedschaft führen.

Schließlich wies Herr Guthrie noch auf die wichtige Arbeit hin, die vom Komitee für Entwicklungsländer (Developing Nations Committee, DNC) geleistet wird, das den Mitgliedsorganen bei der Umsetzung ihrer Aktionspläne hilft. Das DNC hat eine große Menge von Materialien für den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer in Entwicklungsländern entwickelt.

Luis Moiron Llosa, der Präsident des mexikanischen Verbandes der Wirtschaftsprüfer, sprach über die Notwendigkeit dessen, dass sich der Berufstand der Wirtschaftsprüfer ein Profil jenseits der öffentlichen Rechenschaftspflicht schaffen müsse. Man müsse sich als integraler Bestandteil von Aus- und Weiterbildung, von Regierungsaufgaben und des Wirtschaftssektors darstellen. Es sei von besonderer Wichtigkeit, dass man in den Bereichen der KMU und der kleinen und mittelgroßen Prüfungsgesellschaften aktiv sei und deutliche Beiträge leiste. Diese Bereiche sind maßgeblich für das Wachstum in Lateinamerika verantwortlich.

Einzelveranstaltung – Sicherstellung der Rechenschaftspflicht von Regierungen und die Rolle der obersten Rechnungslegungskontrollbehörden

Ein Podium von Abgeordneten der obersten Rechnungslegungskontrollbehörden (Supreme Audit Institutions, SAI) aus Brasilien, Costa Rica, der Dominikanischen Republik, El Salvador, Peru und Tansania diskutierte über Aspekte der Sicherstellung der Einhaltung von Rechenschaftspflichten von Regierungen. Durch ihre Verantwortung für die externe Prüfung von Regierungen, sind SAI zu wichtigen Mitarbeitern in der Regierungsarbeit geworden, indem sie die der Verhinderung von Betrug, Geldwäsche und andere Formen von Korruption helfen. In einigen Rechtskreisen gibt es eine dynamische Beziehung zwischen den Prüfern und den Gesetzgebern. SAI tragen außerdem dazu bei, die Kapazität des Berufstandes der Wirtschaftsprüfer in Lateinamerika und der Karibik zu verbessern und die Rolle des ethischen Verhaltenskodexes des IFAC in ihren Ländern zu verbessern. Es gibt eine zunehmende Kooperation von dieser Region mit SAI, die mehr Erfahrung mit der Anwendung moderner Standards haben – zum Beispiel mit denen aus Kanada und Groß Britannien. Dies beinhaltet die Entsendung von Mitarbeitern nach Kanada oder Groß Britannien (und in andere Industrieländer). Darüber hinaus besteht ein zunehmendes Bewusstsein, dass auch SAI eines Peer Reviews bedürfen, so dass alle SAI der Region international beste, ausgeübte Praxis anwenden.

Eine fördernde Umgebung für Wachstum und Entwicklung schaffen: Die Rolle der Regierung

Die zweite Plenarsitzung des Tages widmete sich der Rolle der Regierung.

Stephanie Fox, fachliche Direktorin des International Public Sector Accounting Standards Board (IPSASB) des IFAC, stellte die derzeitige Arbeit und die derzeitigen Ziele des IPSASB vor. Der IPSASB ist der Meinung, dass die Rechnungslegung der Regierungen wichtig sei, da finanzielle Verantwortlichkeit unabdingbar für eine demokratische Regierung sei. Die Steuerzahler hätten ein Recht auf hochwertige Rechnungslegung: Regierungen seien ihren Bürgern rechenschaftspflichtig, aber Regierungen bräuchten auch zeitnahe und akkurate Finanzinformationen, um ihre Ressourcen zu verwalten.

Das derzeitige Arbeitsprogramm des IPSASB beinhaltet vier Strategische Themen: Ein Rahmenkonzept für den öffentlichen Sektor, das sich soweit wie möglich auf dasjenige, das vom IASB entwickelt wird, stützt; Konvergenz mit den IFRS solange diese nicht in Konflikt mit spezifischen Anforderungen des öffentlichen Sektors stehen; gewisse Sachverhalte, die dem öffentlichen Sektor eigen sind, wie zum Beispiel Konvergenz mit der statistischen Ausgangsebene der Rechnungslegung; und Förderung und Kommunikation. International Public Sector Accounting Standards (IPSAS) werden mehr und mehr zum Bezugspunkt für Mehrzweckabschlüsse von Regierungen. Eine erfolgreiche Einführung dieser Standards hängt allerdings davon ab, dass Regierungen erkennen, dass sie IPSAS und eine starke externe Prüfung sowie einen politischen Willen in ihrem Rechtskreis brauchen. Die Einführung verlangt eine angemessene Planung; und Anleitung von weiterentwickelten Rechtskreisen kann sehr hilfreich sein.

Joăo Batista Fraga aus Brasilien widmete seine Ausführungen der Bedeutung von Durchsetzung für eine verlässliche Regierungsführung. Anhand des Beispiels des brasilianischen Novo Mercado („Neuer Markt‟) zeigte er, wie eine Initiative aus der Privatwirtschaft ein lebendiger Markt entstanden sei, der wichtige ausländische Investitionen anlocke. Der Novo Mercado hat zu einem Wandel der Unternehmenskulturen durch die Einführung von hochwertiger Praxis der Unternehmensführung geführt.

Hector Dominguez aus Argentinien führte aus, dass eine effektive externe Prüfung ein wichtiger Bestandteil der Überwachung von Finanzinstituten in Argentinien sei. Die externe Prüfung ergänzt die Arbeit der Zentralbank. Unabhängigkeit wird durch zwangsweise stattfindende Rotation der Prüfungsmandate alle fünf Jahre erreicht.

Ernesto Jeger vom Brasilianischen Büro des britischen Ministeriums für internationale Entwicklung (Department for International Development, DFID) zeigte auf, wie Regierungen und ihre Entwicklungspartner zusammenarbeiten können, um effektive Ergebnisse zu erzielen. Am Beispiel von Brasilien hob er hervor, wie ein kohärenter und koordinierter Ansatz zu einer verbesserten Struktur der SAI auf allen Regierungsebenen in Brasilien geführt habe – auf Bundesebene, Landesebene und kommunaler Ebene.

Einzelveranstaltung – Rechnungslegung in regulierten Sektoren: Vereinbarkeit aufsichtsrechtlicher und Finanzberichterstattung

Ein Podium von Abgeordneten von Aufsichtsbehörden für Finanzinstitute aus Brasilien, Deutschland, Mexiko und Spanien diskutierte die Herausforderungen, denen sich Aufsichts- und Regulierungsbehörden gegenübersehen, wenn die Mehrzweckabschlüsse von Finanzinstituten nach IFRS aufgestellt werden, die in Teilen von der aufsichtsrechtlichen Praxis der Berichterstattung abweichen können. Es herrschte Übereinstimmung, dass Mehrzweckabschlüsse normalerweise nicht den Anforderungen an die aufsichtsrechtliche Berichterstattung genügen. Es sei jedoch ineffizient, zwei Sätze von Buchführungsunterlagen zu haben – einen für IFRS und einen für die aufsichtsrechtliche Berichterstattung. Der wahrscheinlichste Ansatz sei, zumindest für den Moment, eine Art von „IFRS übergeleitet auf aufsichtsrechtliche Berichterstattung‟.

Die Podiumsmitglieder teilten ihre Erfahrungen mit und hielten fest, dass auf regulatorischer Ebene bereits Konvergenz stattfinde. Basel II sei ein Beispiel für regulatorische Konvergenz im Bankenbereich; der Versicherungsbereich sei weniger weit, aber würde mit Hilfe der International Vereinigung der Versicherungsaufsichten (International Association of Insurance Supervisors, IAIS) Fortschritte machen.

Vom Moderator nach den maßgeblichsten Unterschieden in Ansatz und Bewertung befragt nannten die Podiumsteilnehmer Rücklagenbewertung und das Ungleichgewicht von Vermögenswerten und Versicherungsschulden (für Versicherungsunternehmen) und die Verlässlichkeit des beizulegenden Zeitwerts, immaterielle Vermögenswerte im Zusammenhang mit Sichteinlagen und hybride Finanzinstrumente (für Banken).

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