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BaFin-Präsident Sanio kritisiert Deregulierung der Finanzmärkte

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19.05.2008

Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, hat sich auf der Jahrespressekonferenz der BaFin ausdrücklich hinter die Empfehlungen des Finanzstabilitätsforums gestellt: „Wer in diesem Zusammenhang das Gespenst einer neuen Überregulierung heraufbeschwört, hat den Ernst der Lage nicht begriffen.

Die Subprime-Krise hat die über Jahre betriebene systematische Deregulierung des Finanzsystems als gefährlichen Irrweg entlarvt. Ohne einen vernünftigen Regulierungsrahmen werden es die Märkte auch beim nächsten Mal wieder falsch machen.‟ Ausführlich äußerte sich Sanio auch zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert und zu der Verantwortlichkeit des IASB. Nachfolgend ein Auszug aus seiner Rede vom 15. Mai 2008.

Weniger optimistisch bin ich bei einer anderen Frage: der Bewertung der riesigen Volumina an Subprime-Wertpapieren. Wie stellt man den Wert solcher Papiere fest, wenn sie nicht gehandelt werden, weil die entsprechenden Märkte tot sind? „Nicht aktiv‟ sagen die Bilanzexperten euphemistisch. Dieses Problem verschärft sich beim „fair value accounting‟, weil nach den neu eingeführten internationalen Bilanzierungsregeln die im Handelsbestand befindlichen Papiere mit dem „fairen Wert‟ angesetzt werden müssen; das ist in erster Linie der Marktpreis. Die Frage, wie bei illiquiden Märkten mit dem Handelsbestand zu verfahren ist, ist aber auch im alten deutschen Bilanzierungsrecht relevant, soweit dieses auf den jeweiligen „Zeitwert‟ abstellt.

Sind die Märkte nicht aktiv, so können die Bilanzierenden die beizulegenden Zeitwerte nur mit Hilfe alternativer Bewertungsmethoden ermitteln. Bei den strukturierten Produkten, die mit den schlechten Risiken des US-amerikanischen Immobilienmarktes ausstaffiert sind, hat es wahrscheinlich schon früher nicht immer liquide Märkte gegeben, die zur korrekten Preisfindung geeignet waren. Was offenbar in der Vergangenheit niemanden besonders gekümmert hat; man verließ sich auf Bewertungsmodelle, deren Zuverlässigkeit nicht über jeden Zweifel erhaben sein dürfte. Doch jetzt ist das Thema siedend heiß, denn die angewandte Ersatz-Bewertungsmethode entscheidet über die Höhe des Abschreibungs- bzw. Korrekturbedarfs. [...]

In Anbetracht der bestehenden Schwierigkeiten empfiehlt der Bericht des Financial Stability Forums dem International Accounting Standards Board, dem IASB, seine Offenlegungsvorschriften zu den Bewertungsmaßstäben und den verwendeten Methoden zu überarbeiten und damit die bestehenden Bewertungsunsicherheiten zu beseitigen. Außerdem fordert das Financial Stability Board das IASB auf, konkrete Leitlinien für die Bewertung illiquider Finanzinstrumente zu entwickeln.

Wird das IASB diesen Auftrag mit der gebotenen Schnelligkeit erfüllen? Ich bin eher pessimistisch, denn die Entscheidungsprozesse in diesem Gremium erstrecken sich über lange Zeiträume. Deshalb hat CESR vor kurzem die Entscheidung getroffen, sich ebenfalls mit diesen Fragen zu beschäftigen.

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