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Konferenz zur Bilanzierung in Lateinamerika – Tag 2

  • Weltkugel (allgemein) Image

26.09.2009

Die Weltbank, der internationale Wirtschaftsprüferverband und die Interamerikanische Entwicklungsbank sind gemeinsam Gastgeber der dritten Jahreskonferenz zur Bilanzierung und Rechenschaftspflicht für das wirtschaftliche Wachstum in Lateinamerika und der Karibik (Contabilidad y Responsabilidad para el Crecimiento Económico Regional, CReCER).

Deloitte ist einer der Sponsoren. Die Konferenz findet in Sao Paulo vom 23. bis 25. September 2009 statt. Etwa 900 Teilnehmer sind erschienen. Das diesjährige Thema der Konferenz lautet Wiederherstellung des Vertrauens nach der Finanzmarktkrise. Am 22. September 2009, dem Tag vor der Konferenz, hielt der IASB eine Sitzung der regionalen Standardsetzer ab. Nachfolgend finden Sie die Übersetzung der vorläufigen und inoffiziellen Mitschrift der Sitzung, die Beobachter von Deloitte am zweiten Tag insbesondere im Hinblick auf die Bemerkungen zur Rechnungslegung angefertigt haben.

Konferenz zur Bilanzierung und Rechenschaftspflicht für das wirtschaftliche Wachstum Sao Paulo – Mitschrift vom 24. September 2009

Bestimmende Faktoren in der Qualität von Rechnungslegung

Jim Sylph, Exekutivdirektor für Standards für den Berufsstand beim IFAC, erörterte die Bedeutung von "Prüfungsqualität". Er wies darauf hin, dass die internationalen Prüfungsstandards (ISA) Leitlinien im Hinblick auf die Verantwortlichkeit des Prüfers in Bezug auf einen Prüfungsauftrag bieten. Der internationale Standard zur Prüfungsqualität Nr. 1 widme sich andererseits an die Gesellschaft und bietet Leitlinien zu den Kontrollen, die eingerichtet sein müssen, um Prüfungsqualität zu gewährleisten. In Bezug auf Mandantenbeziehungen sagte er, dass Prüfer im Interesse der Anteilseigner des Mandanten und im Interesse der Öffentlichkeit handeln müssten, was nicht immer das Gleiche sei wie das Interesse der Unternehmensführung des Mandanten. Sylph hielt fest, dass sich Prüfungsrisiken unter zwei Umständen signifikant erhöhen könnten - wenn es eine erstmalige Prüfung ist und der Prüfer den Mandanten nicht gut genug kennt oder wenn sich die Bilanzierungs- und Prüfungsstandards geändert haben und der Prüfer sich nicht auf dem laufenden gehalten hat.

Richard George, Vorsitzender des Rats für Ethikstandards der Wirtschaftsprüfer, führte aus, dass Fragen der Unternehmenskultur in einer Prüfungsgesellschaft genauso wichtig für die Prüfungsqualität sind wie die Prüfungsmethodik. Während eine solide Methodik essentiell sei, beinhalte eine Prüfung auch Skepsis, professionelles Ermessen, Unabhängigkeit, Objektivität und Integrität — das seien ethische Punkte. Er sagte, dass viele Punkte in der Finanzberichterstattung Fragen des professionellen Ermessens seien und keine Tatsachen. So forderten beispielsweise die Wahl der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Bewertungen selbst und Schätzungen Objektivität. George wies auch darauf hin, dass der überarbeitet Kodex zur Berufsethik des IFAC im Juli 2009 in Kraft getreten ist und nicht nur für Prüfer gilt sondern für alle Mitgliedsorgane des IFAC also auch alle Ersteller von Abschlüssen. George hob hervor dass die Wahl der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden eine ethische Frage sei und nicht nur die Frage der Einhaltung von Aufsichtsvorschriften — vom ethischen Standpunkt her sei es also keine "freie Wahl" — das öffentliche Interesse an hochwertiger Information sei bestimmend.

Neue Trends und regionale Initiativen bei Maßnahmen zur Bilanzierung und Prüfung

Manuel Sanchez y Madrid, stellvertretender Vorsitzender des Beirats für Compliance des IFAC, erläuterte das Compliance-Programm für Mitgliedsorgane des IFAC. Das Programm ist ein Mittel, um die Qualität der Bemühungen der IFAC-Mitglieder und der assoziierten Mitglieder bei der Erfüllung der Mitgliedsvorschriften des IFAC einzuschätzen. Das Programm enthält eine Selbsteinschätzung zur Compliance und ermöglicht die Entwicklung länderspezifischer Aktionspläne. Weitere Informationen zum Compliance-Programm für Mitgliedsorgane des IFAC.

Henri Fortin, führender Spezialist für Finanzmanagement der Weltbank, erläuterte die ROCS-Berichte der Weltbank zur Bilanzierung und Prüfung in Lateinamerika und der Karibik (A&A-Berichte). Er wies darauf hin, dass in der Region 15 ROSC-A&A-Berichte abgeschlossen worden wären, § sich im Entwurfsstadium befänden, und in 3 Ländern die vorbereitenden Untersuchungen durchgeführt würden. Das ROSC-Programm diene zwei Zielen:

Einschätzung. Analyse der Vergleichbarkeit von nationalen Bilanzierungs- und Prüfungsstandards mit internationalen Standards, Bestimmung des Grads, zu dem die anzuwendenden Bilanzierungs- und Prüfungsstandards eingehalten werden, und Einschätzung der Stärken und Schwächen des geltenden Regelwerks bei der Unterstützung von hochwertiger Finanzberichterstattung.

Aktionsplan. Hilfestellung für das Land bei der Entwicklung und Umsetzung eines Aktionsplans für die Verbesserung der Möglichkeiten der bestehenden Einrichtungen mit dem Ziel, das Finanzberichterstattungssystems des Landes zu stärken.

Weitere Informationen zu den ROCS-Berichten der Weltbank zur Bilanzierung und Prüfung. Fortin erläuterte außerdem die Wege, auf denen die Weltbank in der Region fachliche Hilfe im Bilanzierungs- und Prüfungsbereich geleistet hat. Diese schlossen Hilfe bei der Einführung der IFRS, bei der Verbesserung der Universitätscurricula im Hinblick auf die Aufnahme der IFRS sowie bei der Qualitätskontrolle in der Prüfungsbranche ein. Er wies außerdem darauf hin, dass die Bank 17 virtueller Bilanzierungs- und Prüfungsseminare in 16 verbundenen Ländern in der Region seit Oktober 2006 angeboten habe. Themen dieser Seminare seien unter anderem auch die IFRS und der IFRS für KMU gewesen.

Luciano Schweizer, Spezialist für Betriebsabläufe bei der interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB), sagte dass die IDB IFRS- und ISA-Projekte in neuen Ländern der Region organisiert habe. Diese beinhalteten Hilfe bei der Einführung der IFRS und der ISA, IFRS-Ausbildung und Hilfe bei der Gestaltung der Lehrpläne an 12 Universitäten. Schweizer sagte dass in der Region einige Länder die über die Kapazität verfügten, die IFRS und die ISA direkt einzuführen, während andere im Moment ihre lokalen Standards mit den internationalen Ansprüchen konvergierten. Er gestand ein, dass diese Konvergenz nicht notwendigerweise zu einem internationalen Standard führe.

KMU und kleine und mittlere Prüfungsgesellschaften: Eine blühende Partnerschaft für solide Finanzberichterstattung

Paul Pacter, der IASB-Direktor für Standards für KMU, erläuterte die Entstehungsgeschichte des IFRS für KMU, der am 9. Juli 2009 veröffentlicht worden war. Der IFRS für KMU ist ein eigenständiger Standard von 230 Seiten, der auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten kleinerer Unternehmen zugeschnitten ist. Viele der Prinzipien in den vollen IFRS für den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden, Erträgen und Aufwendungen sind vereinfacht worden; Themen, die für KMU nicht relevant sind, wurden gestrichen; die Anzahl der geforderten Angaben wurde erheblich verringert. Um die Bürde der Berichterstattung für KMU weiter zu verringern, wurde vereinbart, dass Überarbeitungen an dem Standard nur einmal alle drei Jahre vorgenommen werden, sagte Pacter. Er wies darauf hin, dass die spanische Übersetzung des IFRS für KMU am 17. September 2009 auf der Internetseite des IASB veröffentlicht worden ist. Um die Einführung zu unterstützen, entwickelt die IASC-Stiftung umfangreiches Trainingsmaterial in vielen Sprachen und arbeitet mit den internationalen Entwicklungsagenturen zusammen, um Lehrkräfte für regionale Ausbildungsveranstaltungen zur Verfügung zu stellen, bei denen Ausbildende in der Verwendung des Trainingsmaterials ausgebildet werden sollen. Dies soll hauptsächlich in den Entwicklungs- und Schwellenländern geschehen. Die englischsprachigen Quellen können ab Ende 2009 kostenfrei von der Internetseite des IASB heruntergeladen werden.

Ricardo Rodil, Mitglied des IFAC-Ausschusses für kleine und mittlere Prüfungsgesellschaften, sagte, dass die KMU von den Auswirkungen der globalen Finanzmarktkrise betroffen worden sind und den Zugang zu Kapital erschwert finden. Es gebe die Notwendigkeit für alle KMU einschließlich der Mikros, Abschlüsse von guter Qualität zu erstellen, wenn sie Kapital erhalten wollen.

Vania Maria da Costa Borgeth, Leiterin der Abteilung Rechnungslegung bei der BNDES (einer brasilianischen staatlich geförderten Bank, die KMU unterstützt), sagte, dass ihre Bank den IFRS für KMU begrüße, da er hochwertige transparente Informationen für kleine Unternehmen liefere. Die Bank wolle daran arbeiten, dass der IFRS für KMU Realität würde für brasilianische KMU, sagte Borgeth, aber sie wies darauf hin, dass einige KMU sich den Anstrengungen und den Kosten widersetzen, die bei einem solch bedeutenden Wechsel anfallen würden.

Diese Zusammenfassung basiert auf Notizen, die von Beobachtern bei der Sitzung gemacht wurden. Sie sind nicht als offizielle oder endgültige Zusammenfassung zu verstehen.

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