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Generalsekretär der IOSCO fordert neues, gloables Regulierungsrahmenkonzept

  • IOSCO Image

13.12.2012

In einer Rede vor dem Atlantic Council in Washington sprach David Wright, Generalsekretär der internationalen Vereinigung der Wertpapieraufsichtsbehörden (International Organization of Securities Commissions, IOSCO), freimütig über Sachverhalte im Zusammenhang mit der Zukunft globaler Finanzregulierung. Wright schlug ein "globales, institutionalisiertes Rahmenkonzept, das womöglich durch einen internationalen Vertrag begründet wird," vor und kritisierte "Isolationisten" in den Vereinigten Staaten für ihre "aus dem 19. Jahrhundert stammende Logik", die die Auswirkungen der Globalisierung abstreite, was indirekt auch die International Financial Reporting Standards betreffe.

In seiner Rede, die er ausdrücklich als persönliche meinung bezeichnete, ging Wright auf die künftige Struktur der gloabeln Wirtschaft ein und verwies auf die Wahrscheinlichkeit  einer "bedeutenden globalen Ausweitung von marktbasierter Finanzierung und Kapitalmärkten", weil "diese für die wirtschaftliche Entwicklung notwendig sind, die in Asien und Teilen von Lateinamerika voranprescht und auch in Afrika beginnt". Als Beispiele nannte er Brasilien, Indien, China, Indonesien, Singapur, Hongkong, Russland, die Türkei und Mexiko, bei denen davon ausgegangen wird, dass sie in naher Zukunft weit größere Märkte haben als heute.

Unter dem Hinweis darauf, dass es in der gegenwärtigen globalen wirtschaftlichen Situation "nur eine paar große Kapitalmärkte mit verschiedenen Graden von Einhaltung und Interpretation der globalen Regeln" gebe, meinte Wright, dass das Hinzukommen von "weiteren zehn oder mehr großen Kapitalmärkten in naher Zukunft zu einer 15 Kreuz 15 Matrix von großen Märkten und Interpretationen" führen würde, was den dringenden Bedarf ergeben würde, "unsere globalen Regulierungsinstitutionen zu ändern".

Wright schlägt drei Möglichkeiten vor, wie man diesen Herausforderungen begegnen kann:

  • "Gesetz des Dschungels und Überleben des Stärksten",
  • Fortführen des heutigen Status quo, der aus "einer losen Form der Zusammenarbeit, Hoffnung auf das Beste, redlichen Bemühungen und natürlich Gebeten" bestehe, oder
  • Einführung eines globalen, institutionalisierten Rahmenkonzepts, das möglichweise im Rahmen eines internationalen Vertrags festgelegt wird und mit Durchsetzungsautorität, bindenden Streitbeilegungen und Sanktionsmöglichkeiten einhergeht.

Es überrascht nicht, dass Wrigth von diesen Möglichkeiten das globale, institutionalisierte Rahmenkonzept als die beste Lösung vorschlägt. Er erläuterte, dass mit einer solchen Vereinbarung kein Einheitssatz von konvergierten Regeln allen aufgezwungen werden sollte. Vielmehr solle "sichergestellt und wenn notwendig rechtlich durchgesetzt werden, dass grundlegende international vereinbarte Vorgehensweisen von allen Rechtskreisen, die die Vertragsbedingungen unterzeichnet haben, sachgerecht umgesetzt werden".

Bei der Umsetzung einer solchen Änderung in den globalen Regulierungsvereinbarungen weist Wrigth auf die Bedeutung hin, die eine Einbindung der auftrebenden Volkswirtschaften hat, bevor man sich der besonderen Fähigkeit der Vereinigten Staaten widme, "eine globale Bewegung anzuführen". Letzteres könne für einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren gelten, "bevor der relative Anteil der Vereinigten Staaten an den globalen Finanzmärkten und damit ihr Einfluss deutlich abnehmen werden".

Das angestrebte Konzept weiter erläuternd nahm Writght auch auf die IFRS Bezug:

Ich denke, dass der größte Teil der Welt bereit wäre, eine Mitarbeit an einem solchen Projekt zu erwägen, - mit oder ohne die Vereinigten Staaten -, am Ende wird es wie mit den International Financial Reporting Standards oder IFRS sein. Isolationisten werden predigen, was sie immer predigen. Sie behaupten mit ihrer aus dem 19. Jahrhundert stammenden Denkweise, dass die Vereinigten Staaten alleine und ohne Abtreten von Macht besser zurechtkommen. Vielleicht werden sie weiter glauben, dass in 15 bis 20 Jahren die Welt aus nicht zusammenhängenden, unabhängigen Inseln bestehen wird, deren größte ihre Sichtweise den anderen aufdrücken kann. Aber das ist ganz sicher vorbei und stellt eine Verleugnung der Globalisierung dar. Um mich zu wiederholen: Die aufkommende Welt wird sehr bald sehr viele große, miteinander verbundene Kapitalmärkte haben. Es wird viel mehr Haifische im Teich geben, die weit mehr Einfluss haben werden.

Wrights Anmerkungen werden auch von vielen anderen Regulatoren in ähnlicher Form gemacht. Steven Maijoor, der Vorsitzende der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) äußerte sich kürzlich zu der Notwendigkeit der einheitlichen Anwendung der IFRS weltweit und sagte in einer noch jüngeren Rede, dass "die IOSCO eine zunehmende Rolle in [...] der globalen Koordination und Konvergenz spielen wird". (Diese neuere Rede steht Ihnen auf der Internetseite der ESMA zur Verfügung.)

Die vollständige Rede von Wright in englischer Sprache können Sie sich direkt von der Internetseite der IOSCO herunterladen.

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