Rio+20-Konferenz geht ohne greifbares Ergebnis für die Nachhaltigkeistberichterstattung zu Ende

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24.06.2012

Das offizielle Ergebnisdokument der Rio+20-Konferenz, die vom 20. bis 22. Juni 2012 in Rio der Janeiro stattfand, ist unter dem Titel "Die Zukunft, die wir wollen" veröffentlicht worden. Wie für das Dokument insgesamt gibt es auch in Bezug auf den Paragraphen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung wenig Begeisterung, da zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nun mehr nur noch "ermutigt" werden soll und die Verantwortung dafür an "Industrie, interessierte Regierungen und einschlägige Interessensgruppen" abgeschoben wurde.

Wie bereits in unserer Nachricht vom 22. Juni 2012 berichtet wurde die Erwartung nicht erfüllt, dass die Rio+20-Konferenz zu einem Ruf nach einer verbindlichen Einführung von Nachhaltigkeitsberichterstattung führen könnte. Das nun veröffentlichte Ergebnisdokument weist nur noch ganz leichte editorische Änderungen gegenüber der zuletzt bekannten Version auf, der Text lautet nun (unsere Übersetzung, offiziell wurde das Dokument nur auf Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch veröfentlicht):

 

Wir erkennen die Wichtigkeit von Nachhaltigkeitsberichterstattung durch Unternehmen an und ermutigen Unternehmen, wo dies sachgerecht ist, insbesondere öffentlicht notierte und große Unternehmen, zu erwägen, Nachhaltigkeitsinformationen in ihren Berichtskreislauf aufzunehmen. Wir emutigen die Industrie, interessierte Regierungen und einschlägige Interessensgruppen mit der Unterstützung des Systems der Vereinten Nationen, wo dies sachgerecht ist, Modelle für beste ausgeübte Praxis zu entwickeln und Maßnahmen für die Integration von Nachhaltigkeitsberichterstattung zu erleichtern, wobei Erfahrungen aus bereits bestehenden Rahmenkonzepten berücksichtigt werden sollen und besondere Aufmerksamkeitden Bedürfnissen von Entwicklungsländern einschließlich der Kapazitätsbildung zu widmen ist.

Da sich die Unverbindlichkeit der endgültigen Erklärung bereits abzeichnete, wurde besonders begrüßt, dass einige Staaten eigene Initiativen bekanntgaben. So hat Großbritannien während der Konferenz eine Berichtspflicht für Treibhausgasemissionen ab 2013 angekündigt. Erfreulich ist auch, dass die Gruppe "Freunde des Paragraphen 47", deren Gründung bei der Konferenz bekanntgegeben wurde, mit Südafrika und Brasilien über zwei Schwellenländer als Gründungsmitglieder verfügt, für die unter der Federführung von China durchgesetzt wurde, dass im Ergebnisdokument wieder das Prinzip der "gemeinsamen aber differenzierten Verantwortung" aufgenommen wurde. Die südafrikanische Ministerin für Wasser und Umweltfragen bestritt in dem Zusammenhang, dass Umweltberichterstattung und damit Transparenz und Rechenschaft in Bezug auf Umweltaspekte Wirtschaftswachstum verhindere: "Eine Einführung nachhaltigerer Ansätze führt zur Schaffung neuer "grüner" Arbeitsplätze, eröffnet Investitionsmöglichkeiten und Exportmärkte, unterstützt die Entstehung einer wissensbasierten Wirtschaft und erlaubt Südafrika, Standards zu setzen und Vordenkerschaft zu demonstrieren."

Weiterführende Informationen:

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