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29. Sitzung der ISAR mit Themenschwerpunkt 'Infrastruktur der Rechnungslegung'

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05.11.2012

Die 29. Sitzung der zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe der Experten zu internationalen Bilanzierung- und Berichtsstandards (Intergovernmental Working Group of Experts on International Standards of Accounting and Reporting, ISAR) der Welthandelskonferenz (United Nations Conference on Trade and Development, UNCTAD) fand vom 31. Oktober bis 2. November 2012 in Genf statt. Schwerpunktthema der Sitzung waren die institutionellen, aufsichtlichen und ressourcenbezogenen Anforderungen, die einhergehen, wenn Entwicklungs- und Schwellenländer vollständig mit den globalen Rechnungslegungs- und Berichterstattungssystemen konvergieren wollen. Bei der Sitzung wurde auch ein Satz von Materialien zur Entwicklung der Rechnungslegung vorgestellt, der darauf abzielt, die Rechnungslegungsinfrastruktur zu stärken, um hochwertige Unternehmensberichterstattung zu erzielen. Auf der Sitzung wurde auch anerkannt, dass Bilanzierung und Berichterstattung eine wichtige Rolle bei der Adressierung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungssachverhalten spielen, und es wurde die gegenwärtige Praxis bei der Umweltberichterstattung erörtert.

Die ISAR wurde 1982 eingerichtet und bietet insbesondere für Entwicklungs- und Schwellenländer ein Forum, das der Stärkung der Unternehmensberichterstattung gewidmet ist. Sie kommt einmal im Jahr zusammen, um die Diskussion des Vorjahres fortzusetzen und aktuelle Themen zu erörtern. In diesem Jahr nahmen über 300 Teilnehmer, die stellvertretend für Regierungsbehörden, Regulierer, Standardsetzer und die Wissenschaft standen, teil.

Der stellvertretende Generalsekretär der UNCTAD, Petko Draganov, eröffnete die Sitzung (Rede in englischer Sprache auf der Internetseite der UNCTAD), indem er darauf hinwies, dass gute Berichterstattung "eine der wesentlichen Grundlagen transparenter Märkte und einer gesunden Wirtschaft" ist und von der "allgemeinen Infrastruktur, die sie unterstützt, leitet und erleichtert" abhängt. Dargonov verwies dann auf die globalen Entwicklungen: "Eins der definierenden Charakteristika der letzten zwei Jahrzehnte ist die Ausbreitung internationaler Standards und Kodizes in der Rechnungslegung, Prüfung, Ausbildung und bei der Angabe von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsinformationen."

Als Reaktion auf die Tatsache, dass "die Rechnungslegungsinfrastruktur ein komplexer Satz institutioneller und aufsichtlicher Vorschriften ist", erläuterte Draganov den Satz von Materialien zur Entwicklung der Rechnungslegung, der eine praktische Lösung für die Bedürfnisse der Mitgliedstaaten biete. Der Satz von Materialien ist darauf ausgerichtet, die vollständige Bandbreite von Rechnungslegungs- und Berichterstattungsfragen systematisch zu adressieren, und setzt Prioritäten für politische Entscheidungsträger im Hinblick auf die Stärkung und Weiterentwicklung der Rechnungslegungsinfrastruktur.

Neun Länder haben die Materialien in einem Pilotversuch getestet: Brasilien, China, die Elfenbeinküste, Kroatien, Mexiko, die Niederlande, Russland, Südafrika und Vietnam. Ihre Rückmeldungen während der Sitzung waren allgemein positiv. Die Rückmeldungen aus dem Pilotversuch werden verwendet werden, um den Materialiensatz für die Anwendung durch die Mitgliedstaaten weiter zu verbessern.

Draganov erörterte auch die wichtige Rolle, die Rechnungslegung und Berichterstattung bei der Adressierung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungssachverhalten spielen, und hielt fest: "Was wir messen, beeinflusst, was wir tun, und wenn unsere Bemessungen fehlerhaft sind, werden unsere Entscheidungen schlecht basiert sein." Draganov rief die Mitgliedstaaten und andere auf, den Paragrafen 47 des Ergebnisdokuments der Rio+20-Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (United Nations Conference on Sustainable Development, UNCSD) zu unterstützen, in dem Unternehmen ermutigt werden, Nachhaltigkeitsberichterstattung in ihren Berichtszyklus aufzunehmen.

Michael Prada, der Vorsitzende der Treuhänder der IFRS-Stiftung, hielt eine programmatische Rede (in englischer Sprache auf der Internetseite der UNCTAD), in der er die wesentlichen Erfolge des International Accounting Standards Board (IASB) zusammenfasste und den Prozess erörterte, mit dem die institutionellen Vereinbarungen, unter denen die IFRS-Stiftung arbeitet, gestärkt werden sollen.

Prada erläuterte dann die aufsichtlichen und institutionellen Vereinbarungen, die in Bezug auf die Umsetzung der IFRS bestehen. Er verwies auf die Wichtigkeit globaler Einheitlichkeit der Anwendung zur Vermeidung "lokalen Beigeschmacks" der IFRS, aber er gestand auch ein, dass "der IASB nicht den Auftrag oder die Ressourcen hat, die Anwendung der Standards, die er setzt, zu überwachen oder durchzusetzen". Dies sei die Rolle der Regierungen und Regulierer in den einzelnen Rechtskreisen.

Prada gestand allerdings seine Überzeugung ein, dass die internationale Vereinigung der Wertpapieraufsichtsbehörden (International Organization of Securities Commissions, IOSCO) "eine führende Rolle bei der Überwachung der Umsetzung der globalen Rechnungslegungsstandards spielen kann". Er verlieh der Meinung Ausdruck, dass die jüngste Restrukturierung der IOSCO diese Rolle unterstützen würde, und erörterte die jüngsten Bemühungen von IASB und IOSCO, enger zusammenzuarbeiten. Auf fachlicher Ebene könnte dies eine Zusammenarbeit mit dem neuen IOSCO-Ausschuss zur Rechnungslegung, Prüfung und Finanzberichterstattung beinhalten.

Prada sprach auch über die Beratungsgruppe aufstrebender Märkte (Emerging Economies Group, EEG) des IASB, die Zielsetzung und die Anwendung des IFRS für KMU und die Möglichkeit der Übernahme der IFRS in den Vereinigten Staaten. In Bezug auf letztere wiederholte er seine Bemerkung, dass "aus der Analyse deutlich wird, dass es keine unüberwindbaren Hindernisse gibt, die einem Übergang der Vereinigten Staaten auf die IFRS im Weg stehen".

Zahlreiche andere Sprecher verschiedener Organisationen nahmen ebenfalls an der Konferenz teil. Die Tagesordnung, Sitzungsunterlagen, Präsentationen und andere Informationen sind auf einer eigens von der Welthandelskonferenz eingerichteten Seite verfügbar. Zu den Ergebnissen der Konferenz wurde auch eine englischsprachige Presseerklärung veröffentlicht.

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