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Hans Hoogervorst spricht offen über Leasingverhältnisse, Konvergenz und weitere Themen

  • Hans Hoogervorst Image

07.11.2012

Der IASB-Vorsitzende Hans Hoogervorst hat in den letzten Tagen bei verschiedenen Gelegenheiten eine Reihe von Themen erörtert. Zu diesen gehören Herausforderungen bei einigen Projekten des IASB wie beispielsweise Leasingverhältnisse mit den Versuchen der lobbyistischen Einflussnahme gegen die Vorschläge, die globale Übernahme der IFRS einschließlich der Situation in den Vereinigten Staaten, Regelungen in Bezug auf die Rechenschaftspflicht im Hinblick auf die Standardsetzung und künftige Prioritäten und sogar die Möglichkeit, die Bilanzierung von Geschäfts- oder Firmenwerten neu zu untersuchen.

Der IASB hat das Manuskript einer öffentlichen Vorlesung zur Verfügung gestellt, die Hoogervorst an der London School of Economics am 6. November 2012 hielt. Seine Vorlesung mit dem Titel Harmonisierung der Rechnungslegung und globale wirtschaftliche Konsequenzen spiegelte viele Themen und Aussagen wider, die Hoogervorst bei einer Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments (ECON) am Tag vorher, am 5. November 2012, gemacht hat, bei der er von den Mitgliedern des Ausschusses befragt wurde.

Leasingverhältnisse

In der Vorlesung legte Hoogervorst den Schwerpunkt insbesondere auf die Schwierigkeiten, denen sich das Projekt zu Leasingverhältnissen ausgesetzt sieht. Er wies darauf hin dass "die große Mehrheit der Leasingverträge nicht in der Bilanz erfasst sind, obwohl sie normalerweise ein starkes Finanzierungselement aufweisen". Er betonte, dass "Unternehmen die Tendenz haben, außerbilanzielle Finanzierung zu lieben, da diese das wahre Ausmaß ihrer Verschuldung verberge, und viele, die Leasingverhältnisse zu diesem Zweck ausführlich nutzen, sind nicht glücklich [über die Vorschläge des IASB]". Er beschrieb einige der lobbyistischen Bemühungen, denen sich der IASB gegenübersieht, wie beispielsweise öffentliche Behauptungen in den Vereinigten Staaten, dass "Leasingverhältnisse in der Bilanz zum Verlust von 190.000 Arbeitsplätzen allein in den USA führen werden".

Hoogervorst gab an, dass solche lobbyistischen Bemühungen nicht überraschend seien. Er verglich die gegenwärtige Kontroverse im Hinblick auf Leasingverhältnisse mit vergangenen Projekten wie beispielsweise die Aufwandserfassung von Aktienoptionen nach IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen oder die Änderung der Pensionsbilanzierung unter IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer; dies sei Teil des "mühseligen Kampfes" des IASB. Er schloss mit dem Hinweis, dass "der IASB alle Hilfe braucht, die wir bekommen können, um nicht durch Lobbyarbeit vom Weg abgebracht zu werden [... und] einer Lobbycampagne entgegenzutreten, die über gute Finanzierung und Ressourcen verfügt".

Damit griff die Vorlesung Bemerkungen auf, die Hoogervorst gegenüber den Mitgliedern von ECON gemacht hatte und mit denen er die Mitglieder warnte, dass man aus der Leasingbranche auf ihn zugehe, da man "die Strenge aus dem demnächst erscheinenden Leasingstandard nehmen" wolle. Er verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass er "auf die Unterstützung der Mitglieder zählen kann", damit die Vorschläge zur Leasingbilanzierung durchgesetzt werden können.

Globale Übernahme der IFRS

In seiner Vorlesung umriss Mr Hoogervorst, wie die IFRS eine wichtige Antwort auf den "global vernetzten Charakter der heutigen Finanzmärkte" seien, und betont, dass "wiederholte Kommuniqués der G-20 die Arbeit des IASB unterstützt und eine rasche Bewegung hin zu globalen Rechnungslegungsstandards gefordert haben". Er verlieh seiner Überzeugung Ausdruck, dass der "Schwung, mit dem IFRS globale Standards werden, jetzt nicht mehr aufzuhalten ist", da so viele Länder die IFRS übernommen haben. Er wiederholte damit seine Aussage gegenüber ECON, dass die "Anwendung der IFRS ihre kritische Masse erreicht hat" und seiner Meinung nach "nicht mehr gestoppt werden kann".

Auf die Frage eingehend, ob und gegebenenfalls wie die Vereinigten Staaten die IFRS übernehmen werden, meinte Hoogervorst in seiner Vorlesung, dass es "wichtig ist, dass bald Fortschritte gemacht werden"; er hoffe auf Nachrichten im Jahr 2013. Gegenüber ECON sprach Hoogervorst sehr viel offener. Er erörterte die Übernahme der IFRS in Kanada und Mexiko und verwies auf "das Land dazwischen, das immer noch zögert". Er bezeichnete die gegenwärtige Situation als "Warten auf Godot" und nannte es "schwer enttäuschend", dass noch keine Entscheidung gefällt worden sei. Er gab jedoch der Hoffnung Ausdruck, dass, "sobald die Präsidentschaftswahlen aus dem Weg sind", der große Einsatz der Vereinigten Staaten für die IFRS weitergehen möge. Er fügte hinzu, dass "das Fehlen einer US-amerikanischen Entscheidung kein Grund ist, der zur Einstellung der Arbeit des IASB führt".

Rechenschaftspflicht

Während der ECON-Sitzung erörterte Hoogervorst die Bemühungen, die die IFRS-Stiftung unternimmt, um "Anwender besser einzuschließen und auf sie zu reagieren". Er meinte später, dass er "noch nie in einer Umgebung gearbeitet habe, die so transparent ist" wie die beim IASB.

Auf fachlicher Ebene wies er darauf hin, dass die bilaterale Beziehung zwischen IASB und FASB zu Ende gehe und durch neue multilaterale Vereinbarungen im Rahmen des vorgeschlagenen beratenden Forums für Bilanzierungsstandards (Accounting Standards Advisory Forum, ASAF) ersetzt werde. Er beklagte, dass die Konvergenz zwischen IASB und FASB "nicht zum erhofften Ergebnis geführt hat" und dass es schwierig sei, Einigung zu erzielen, wenn es zwei separate Boards gebe. Er fragte sich, ob die Ergebnisse in den verschiedenen Kernbereichen, in denen "Konvergenz auf der Strecke geblieben ist", wie beispielsweise Wertminderung von Finanzinstrumenten oder Aufrechnung anders gewesen wären, wenn die Vereinigten Staaten sich bereits darauf festgelegt hätten, die IFRS zu übernehmen.

In Beantwortung von Fragen des Ausschusses in Bezug auf die Unabhängigkeit des IASB und die Bedeutung der Standardsetzung verwies Hoogervorst auf die "wahre Hingabe" an das öffentliche Interesse, die im IASB verkörpert werde, auf Verbesserungen der Führungsstruktur, die beispielsweise auf Initiative des Überwachungsgremiums vorgenommen worden seien, und auf die Übernahmemechanismen, die in den meisten Ländern, die die IFRS anwenden, zum Einsatz kommen. Er verwies noch einmal auf den umfassenden Konsultationsprozess des IASB, der zu "fünf bis zehn Jahren bis zur Finalisierung eines Standards" führen könne, und hob die wichtige Rolle hervor, die das ASAF in diesem Prozess spielen werde.

Künftige Ausrichtung

Sowohl in der Vorlesung als auch während der ECON-Sitzung umriss Hoogervorst die künftige Ausrichtung des Arbeitsplans des IASB mit Schwerpunkt auf dem wiederaufgenommen Projekt zum Rahmenkonzept, Adressierung spezifischer Anwenderprobleme und einer allgemeinen Phase der Ruhe.

Bei der Sitzung wurde auch ausführlich über das IASB-Projekt zur Wertminderung von Finanzinstrumenten diskutiert, einschließlich der Angemessenheit des Modells der erwarteten Verluste und Fragen, warum ein 'Modell der unerwarteten Verluste' nicht sachgerecht sei.

In Antwort auf Fragen nach der länderspezifischen Berichterstattung in der Rohstoffbranche gab Hoogervorst an, dass die Anwender dieses Thema im Rahmen der Agendakonsultation nicht als dringlich aufgebracht hätten und dass es sich dabei um einen Sachverhalt handele, dessen sich besser die Regulierer annehmen sollten.

Verschiedene Male während der ECON-Sitzung brachte Hoogervorst die Frage auf, ob die Bilanzierung von Geschäfts- oder Firmenwerten überdacht werden müsse. Er verglich die Situation mit den Leasingverhältnissen, wo "nicht genug" in der Bilanz gezeigt werde, und meinte, dass in Bezug auf Geschäfts- oder Firmenwerte eventuell "zuviel in der Bilanz auftaucht". Dies bereite ihm persönlich Sorgen, insbesondere in Bezug auf Banken und die aufsichtsrechtliche Berichterstattung. Er forderte zwar keine sofortige Abschreibung und keine "willkürliche" Amortisierung von Geschäfts- oder Firmenwerten, aber er stellte die Frage, "ob die Standards streng genug sind".

Weiterführende Informationen:

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