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Unterschiede zwischen den Rechnungslegungsstandards für den öffentlichen und den privaten Sektor hervorgehoben

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18.09.2012

Der neuseeländische Standardsetzer New Zealand Accounting Standards Board (NZASB) hat jüngst einen Entwurf herausgegeben, der die Schwierigkeiten unterstreicht, die sich in der Praxis aus den Unterschieden zwischen den Rechnungslegungsstandards für den öffentlichen und den privaten Sektor ergeben, die vom IPSASB bzw. dem IASB herausgegeben werden. Der NZASB erkennt an, dass "es ein Risiko gibt, dass die beiden Boards separate Standards entwickeln, die vorsehen, dass ähnliche Geschäftsvorfälle unter ähnlichen Umständen, sehr verschieden behandelt werde", was eine bedeutende Herausforderung für einen Standardsetzer darstelle, der ein glaubwürdiges gestuftes Berichterstattungssystem für verschiedene Arten von Unternehmen aufrechterhalten will.

Das neue Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung in Neuseeland mit Vorschlägen für gewinnorientierte Unternehmen und Vorschlägen für den öffentlichen Sektor wird nach und nach in Form von Entwürfen öffentlich zur Stellungnahme gestellt. Ein grundlegendes Merkmal des neuen Konzepts ist, dass es auf verschiedenen Sätzen von Rechnungslegungsstandards aufbauen soll. Dies beinhaltet IFRS-basierte Standards für den Privatsektor (neuseeländische IFRS-Äquivalente, die gestatten, eine Einhaltung der IFRS zu bestätigen) und Standards für Public Sector Public Benefit Entities (PS PBE, im wesentlichen Unternehmen des öffentlichen Sektors ohne Gewinnorientierung), die auf den Rechnungslegungsstandards für den öffentlichen Sektor (International Public Sector Accounting Standards, IPSAS) basieren, die vom Rat für internationale Rechnungslegungsstandards für den öffentlichen Sektor (International Public Sector Accounting Standards Board, IPSASB) herausgegeben werden.

Der Versuch, diese zwei Sätze von Rechnungslegungsstandards in einem Rahmnkonzept zusammenzuführen, lässt sehr deutlich werden, warum zum Teil gravierende Unterschiede bestehen und welche Auswirkungen sie haben können:

  • Es gibt Unterschiede zwischen den zugrundeliegenden Rahmenkonzepten des IASB und des IPSASB, die unterschiedliche Bedürfnisse der Adressatenkreise wiederspiegeln (s. dazu auch unsere Nachricht vom 13. September 2012).
  • Geschäftsvorfälle bestimmter Kategorien sind in einem Sektor häufiger anzutreffen als im jeweils anderen.
  • Es besteht ein Mangel an Klarheit darüber, ob der IPSASB künftig das Ziel verfolgen wird, seine Standards mit denen des IASB zu konvergieren. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund großer, noch ungelöster Projekte, die der IASB beispielsweise zu Finanzinstrumenten und Leasingverhältnissen führt.
  • Der IPSASB wird möglicherweise Projekte priorisieren, die für den öffentlichen Sektor von größerer Bedeutung sind, bevor neue Standards und Änderungen, die vom IASB herausgegeben werden, berücksichtigt werden.

Die Situation in Neuseeland biete einen interessanten Einblick in die praktischen Probleme, die sich aus den Unterschieden zwischen IFRS und IPSAS ergeben können, insbesondere, da die Gefahr besteht, dass die Auseinanderentwicklung sich fortsetzen könnte.

Besondere Schwierigkeiten bereitet im neuseeländischen Umfeld sogenannte gemischte Kategorien, in denen gewinnorientierte und gemeinnützige Unternehmen aufgrund von bestimmten Merkmalen zusammentreffen. Mit dem jetzt veröffentlichten Entwurf, wird versucht, die sich daraus ergebenden für Neuseeland zu lösen. Als letzte Lösung wird in dem Entwurf vorgeschlagen, dass der NZASB von den IPSAS-Vorschriften abweichen könnte, um "bedeutende unnötige Unterschiede" zu den IFRS zu beseitigen und gleiche Vorschriften über Sektoren hinweg zu garantieren.

Viele Länder erwägen derzeit, die IPSAS zu übernehmen, (auch in Europa wurde dazu eine Konsultation durchgeführt), deshalb ist interessant, am Beispiel Neuseelands zu sehen, welche Spannungen sich ergeben können. Aus den Spannungen sollte sich für IASB und IPSASB ein Anreiz ergeben, weiter an einer möglichen Konvergenz festzuhalten, bei der der IPSASB nicht in unnötiger Form von den IFRS abweichen sollte. Dies hatte zuletzt auch ein Mitglied des IPSASB öffentlich geäußert. Langfristig ergibt sich aus diesen Spannungen auch die Frage, ob es nicht eine sinnvollere Struktur für die Standardsetzung über alle Sektoren hinweg geben könnte.

Zugang zu dem Entwurf haben Sie auf der Internetseite des neusseeländischen Rats für Standardsetzung.

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