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Das 'Segment der globalen Akteure' - ein neuer Ansatz in Bezug auf die globale Konvergenz der Berichterstattung

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20.07.2013

Obwohl die International Financial Reporting Standards (IFRS) in immer mehr Rechtskreisen übernommen werden, scheint immer noch das Gefühl zurückzubleiben, dass es verschiedene Arten der IFRS in der Welt gibt. Außerdem scheinen sich die versprochenen Kapitalmarkteffekte längst nicht in allen Fällen und in dem erwarteten Ausmaß eingestellt zu haben. Professor Dr. Christian Leuz hat sich in seinen Forschungen intensiv dem Thema gewidmet und uns freundlicherwesie gestattet, seine neuesten Arbeiten, in denen er sich einem neuen Ansatz oder einem 'Gedankenexperiment' in Bezug auf Konvergenz widmet, auf IAS Plus vorzustellen.

Der Behauptung, dass die IFRS einheitlich angewendet und durchgesetzt werden, wird oft mit Skepsis begegnet. Der Arbeitsplan für die Erwägung der Einbettung der international Financial Reporting Standards in das Rechnungslegungssystem US-amerikanischer Unternehmen, der im Juli 2012 vom Stab der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsicht (Securities and Exchange Commission, SEC) veröffentlicht wurde, enthält beispielsweise die Schlussfolgerung, dass "Durchsetzungsstrukturen weltweit in den einzelenen Rechtskreisen erheblich voneinander abweichen" und führt den Stab der SEC zu der Aussage, dass "eine rigorose Durchsetzung unabdingbar ist, um falsche Vergleichbarkeit zu vermeiden, wo die Vorschriften der Standards in jedem Rechtskreis gleich sind, aber die Interpretationen und Praxisumsetzungen nicht konsistent sind".

Die Forschungsergebnisse von Professor Leuz (Verknüpfungen auf alle Papiere am Ende des Artikels) legen nahe, dass diese Bedenken nicht ungerechtfertigt sind (sein Artikel Different Approaches to Corporate Reporting Regulation: How Jurisdictions Differ and Why wird im Bericht des Stabs der SEC zitiert). Er zeigt in seinen Arbeiten aber auch, dass Unterschiede bei der Durchsetzung nicht der einzige Grund für Abweichungen in der Berichterstattung sind. Er hat viele andere institutionelle Unterschieden zwischen den Rechtskreisen identifiziert - "in den Kapitalmärkten, den Wertpapierregulierungen, dem Anlegerschutz und wirtschaftlichen Entwicklungen, um nur ein paar zu nennen" - die die Berichterstattungspraxis beeinflussen und weiterhin zur eingeschränkten Vergleichbarkeit beitragen werden, obwohl immer mehr Rechtskreise weltweit die IFRS übernehmen.

Weitere Forschungen haben ergeben, dass es sogar zweifelhaft ist, ob die erwarteten Kapitalmarkteffekte, die in einigen Fällen beobachtet wurden, wenn einzelne Rechtskreise die IFRS übernahmen, wirklich der IFRS-Übernahme - also der Einführung eines neuen Rechnungslegungsregimes - zugeschrieben werden können. In Mandatory IFRS Reporting and Changes in Enforcement kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die Änderungen der Grundlage der Rechnungslegung wenig Auswirkungen auf die Marktliquidität zu haben scheint. Sie zeigen, dass die positiven Auswirkungen auf die Marktliquidität nur in wenigen Ländern auftraten, und dass diese gleichzeitig oder wenig später ihre Durchsetzungsaktivitäten und -regime stärkten. Des Weiteren zeigen die Autoren, dass ähnliche Liquiditätseffekte im Zusammenhang mit Änderungen in Bezug auf die Durchsetzung in Japan aftraten, ohne dass das Land vorher auf die IFRS überging. Die Forschungsergebnisse legen also nahe, dass es die Änderungen bei der Durchsetzung und nicht die Übernahme der IFRS sind, die eine kritische Rolle für die beobachteten Liquiditätsverbesserungen spielen.

Angesichts dieser und anderer Forschungsergebnisse schlägt Leuz einen neuen, anders gelagerten Ansatz in Bezug auf de globale Konvergenz der Rechnungslegung vor. Die grundlegende Idee dabei ist, sich nur auf die Unternehmen zu konzentrieren, für die internationale Vergleichbarkeit wahrscheinlich von Bedeutung ist und auch positive Kapitalmarkteffekte bewirkt. Er schlägt vor, ein 'Segment der globalen Akteure' zu schaffen, in dem Unternehmen die gleichen Berichterstattungsregeln anzuwenden hätten (also IFRS), den gleichen Durchsetzungsmechanismen ausgesetzt wären und die gleichen Anreize für Transparenz in ihrer Berichterstattung hätten. Dies wären Unternehmen, die international agieren und Kapital an internationalen Märkten aufnehmen (oder aufzunehmen beabsichtigen). Wichtig ist, dass diese Unternehmen sich freiwillig für die Mitgliedschaft im Segment der globalen Akteure entscheiden und nach Beitritt (dem eine Überprüfung vorausginge) strenger Regulierung und Durchsetzung in Bezug auf die Finanzberichterstattung unterwerfen würden, die innerhalb des Segments für alle Mitglieder verbindlich festgelegt werden. Wenn Unternehmen sich freiwillig für eine Mitgliedschaft (unter Akzeptierung der strengen Bedingungen) entscheiden, würde dies mit hoher Wahrscheinlichkeit die Glaubhaftigkeit ihrer Selbstverpflichtung auf Transparenz erhöhen. Gleichzeitig würde man Bedenken entgegentreten, die sich daraus ableiten, dass nicht alle Unternehmen gleichermaßen von global konvergierten Rechnungslegunsstandards profitieren.

Professor Leuz hat seine Überlegungen in einem kurzen Papier mit dem Titel A New Approach to Global Reporting Convergence: The Global Player Segment zusammengefasst und führt sie dort weiter aus. Er hat sie auch bei zwei kürzlich gehaltenen Veranstaltungen der Öffentlichkeit vorgestellt. Wir freuen uns, dass wir Ihnen das Papier und die Foliensätze von den Veranstaltungen mit seiner freundlichen Genehmigung auf IAS plus zur Verfügung stellen dürfen.

Die Erkenntnis, dass insbesondere globale Akteure von einer IFRS-Übernahme profitieren, wird auch in Diskussionen über eine mögliche IFRS-Übernahme in den Vereinigten Staaten zitiert. Beim kürzlich anlässlich des 15-jährigen Bestehens des DRSC in Berlin abgehaltenen Symposium, bei dem die Idee des Segments der gloablen Akteure ebefalls vorgestellt wurde, gab der IASB-Vorsitzende Hanns Hoogervorst zu, dass er nicht davon ausgeht, dass die Vereinigten Staaten die IFRS für alle Unternehmen übernehmen werden. Vielmehr gehe er davon aus, dass die Vereinigten Staaten die IFRS als eine Option für große, international orientierte Unternehmen einräumen würden, die von einer IFRS-Übernahme profitieren würden.

Zugang zu den im Artikel genannten Papieren und Foliensätzen haben Sie über nachfolgende Verknüpfungen:

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