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Rede von Hans Hoogervorst zum Thema Gewinn- und Verlustrechnung und sonstiges Ergebnis

  • Hans Hoogervorst Image

05.02.2014

Bei einem Seminar des japanischen Standardsetzers ASBJ hielt der IASB-Vorsitzende Hans Hoogervorst eine Rede mit dem Titel 'Gewinn- und Verlustrechnung und sonstiges Gesamtergebnis definieren... kann man das?', in der er einige der wesentlichen Themen ansprach, die bei der Überprüfung des Rahmenkonzepts durch den IASB aufgekommen sind.

Hoogervorst eröffnete seine Rede mit Anmerkungen zur Situation in Japan und der Beziehung zwischen dem ASBJ und dem IASB. Japanische Vertreter finden sich auf allen Ebenen der IASB-Struktur, und Japan gehört zu den größten finanziellen und intellektuellen Unterstützern der Arbeit des IASB. Wie schon früher nahm Hoogervorst dies zum Anlass, Japan einzuladen, die IFRS vollständig zu übernehmen.

Der IASB-Vorsitzende wendete sich dann dem gegenwärtigen Arbeitsprogramm zu und erwähnte, dass bei drei großen Standards, auf die die Anwender schon lange warten, ein Ende absehbar ist: Erlöserfassung, Leasingverhältnisse und Finanzinstrumente. Er versprach, dass der neue Standard zur Erlöserfassung "in den nächsten paar Monaten" herausgegeben und nach IFRS und GAAP fast identisch sein würde. Bei Leasingverhältnissen gestand er ein, dass der Standard umstritten sei und dass viele Bedenken geäußert würden. Er fügte allerdings hinzu: "Wir nehmen diese Bedenken sehr ernst," und wies darauf hin, dass der IASB bereits einige Entscheidungen gefällt habe, die darauf abzielen, die Umsetzungskosten zu reduzieren. Schließlich hielt Hoogervorst noch fest, dass der IASB die Erörterungen zu Finanzinstrumenten Klassifizierung und Bewertung sowie Wertminderung abgeschlossen habe.

Hauptthema der Rede von Hoogervorst was die Arbeit des IASB am Rahmenkonzept. Die Rückmeldungen zum Diskussionspapier vom Juli 2013 hätten sehr deutlich gemacht, dass es bei Bewertung noch eine Menge zu tun gebe. Obwohl die Anwender Unterstützung für die Entscheidung des IASB für eine gemischte Bewertung ausgesprochen hätten, würden sie noch nach tiefergehenden Analysen der verschiedenen Bewertungsgrundlagen und der sich daraus ergebenden Informationen verlangen.

Dem Titel seiner Rede gemäß wendete sich Hoogervorst dann dem Thema Gewinn- und Verlustrechnung in Abgrenzung zum sonstigen Gesamtergebnis (Other Comprehensive Income, OCI) zu. Auch dieses Thema war in den Stellungnahmen heiß diskutiert worden. Viele Anwender hätten den IASB aufgefordert, Gewinn- und Verlustrechnung als eines der Elemente zu definieren und klar vom OCI abzugrenzen. Doch obwohl viele Anwender nach einer solchen Definition gefragt worden, hätten nur sehr wenige Vorschläge dazu gemacht, wie dies erreicht werden könne. An diesem Punkt seiner Rede verwies Hoogervorst aus ein Diskussionspapier (Verknüpfung auf die Internetseite des IASB), das der ASBJ im Dezember 2013 beim beratenden Forum für Bilanzierungsstandards (Accounting Standards Advisory Forum, ASAF) vorgestellt hat. Unglücklicherweise habe es wenig Konsens unter den ASAF-Mitgliedern zu den Details des Papiers gegeben, aber dennoch nannt Hoogervorst es "eine mutige Anstrenung" und "einen wichtigen Beitrag zum Anfang eines Wegs vorwärts".

Der IASB-Vorsitzende hielt außerdem fest, dass der IASB die Gewinn- und Verlustrechnung als 'die primäre Quelle von Informationen dazu, was für eine Rendite ein Unternehmen mit seinen wirtschaftlichen Ressourcen in der Periode erzielt hat' ansieht und deshalb der Meinung ist, dass es so umfassend wie möglich sein sollte. Er fügte hinzu: "Es ist absolut lebensnotwendig, dass die Gewinn- und Verlustrechnung  alle Informationen enthält, die für Investoren relevant sein können, und dass nichts Wichtigs ausgelassen wird." Dabei gestand er allerdings auch ein, dass eine breite Definition der Gewinn- und Verlustrechnung den Preis hat, etwas unbehauen zu sein. Als Möglichkeit, dies zu korrigieren, schlug er vor, zu akzeptieren, dass Ersteller und Analysten "möglicherweise nicht auf Rechnungslegungsgrundsätzen basierende Maßzahlen brauchen, um ihre Darstellung oder Beurteilung des Unternehmens auszufeilen". Er nannte dies akzeptabel, solange diese Maßzahlen auf den IFRS aufbauen und auf IFRS-Zahlen übergeleitet werden können.

In Bezug auf OCI meinte Hoogervorst, dass aus den eingegangenen Stellungnahmen deutlich geworden sei, dass viele Anwender Schwierigkeiten mit dem Thema hätten. Es war sogar vorgeschlagen worden, dass der IASB sich des Themas OCI gar nicht auf konzeptioneller Ebene annehmen sollte, da es unwahrscheinlich sei, dass eine solidie konzeptionelle Grundlage gefunden werden könne. Unter Hervorhebung, dass seine Anmerkungen persönlich und sehr vorläufig seien, gab Hoogervorst der Meinung Ausdruck, dass die Gewinn- und Verlustrechnung der primäre Indikator der Leistung in der Periode sein sollte und dass der IASB sehr diszipliniert bei der Verwendung von OCI sein müsse. Ein zu rascher Rückgriff auf das OCI würde die glaubwürdigkeit des Nettoeinkommens untergraben. Daher sollte auf das OCI nur als letzten Ausweg zurückgegriffen werden. Er fügte sogar die hoffnung an, dass "ein künftiges Projekt zur Darstellung des Abschlusses bessere Wege zeigen kann, Einkommen von eher unsicherer Art zu zeigen, ohne auf die Verwendung des OCI zurückgreifen zu müssen".

Den vollständigen Redetext in englischer Sprache finden Sie auf der Internetseite des IASB.

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