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'Von der Bedeutung und den Herausforderungen der Standardsetzung für den globalen Finanzmarkt'

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07.05.2014

Der stellvertretende Vorsitzende des IASB, Ian Mackintosh, hat eine Rede gehalten, in der er betont, dass es zwar eine überwältigende Mehrhheit für die Unterstützung der Arbeit des IASB gibt, dass diese Arbeit aber auch umstritten und herausfordernd für alle Beteiligten sein kann.

Mackintosh widmet seine Rede drei großen 'S', die die Arbeit des IASB zur Herausforderung machen: "Sovereignty, Structure and Standardisation" - also Standarsetzungshoheit, Struktur und Standardisierung.

Die Aufgabe der Standardsetzungshoheit, so Mackintosh, stellt die Kosten dafür dar, dass man international vereinbarte Standards anwenden kann. Dazu gehöre auch, der Versuchung zu widerstehen, diese Standards auf nationaler Ebene zu verändern. Der IASB sei sich der Bedenken bewusst, die mit der Aufgabe der Souveränität einhergehe, und es gebe verschiedene Sicherheitsmechanismen, die verhindern sollen, dass der IASB einfach nur Verlautbarungen aus dem Elfenbeinturm erlasse. So zitiert Mackintosh den Übernahmeprozess in der EU, der mehrere Schritte umfasst, um sicherzustellen, dass vom IASB veröffentlichte Standards nicht einfach automatisch übernommen werden. Mackintosh hält dies für legitim, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass der Druck des Marktes dafür sorge, dass internationale Standards nur sehr selten in diesem Prozess geändert oder nicht übernommen werden. In Europa habe es nur einen Fall gegeben, in dem ein Standard nicht vollständig übernommen worden sein, und der IASB hoffe, dass dies mit der Entwicklung eines Standards zu Macro Hedge Accounting überwunden werden könne. Gleichzeitig verweist Mackintosh auch auf die Einrichtung des 2013 gegründeten beratenden Forums für Bilanzierungsstandards (Accounting Standards Advisory Forum, ASAF), der Bedenken nationaler oder regionaler Standardsetzer frühzeitig Rechnung tragen und somit die rasche Übernahme von Verlautbarungen erleichtern soll.

Die Struktur des IASB sei ungewöhnlich, da er ein privatrechtliches Gremium sei, das im öffentlichen Interesse tätig ist. Als Begründung verweist Mackintosh auf das Spannungsfeld zwischen Effizienz und Legitimität. Am einen Ende fänden sich beispielsweise Ratingagenturen, die rasch agierten, aber deren Legitimität gering sei. Am anderen Ende fänden sich die Vereinten Nationen, mit höchster Legitimität, aber geringer Handlungsgeschwindigkeit und -möglichkeit. Der IASB wurde in der Mitte dieses Spannungsfeldes angesiedelt, da seine Standards hauptsächlich im Privatsektor angewendet werden, er aber im öffentlichen Interesse handelt. Wie viele internationale Gremien beziehe der IASB seine Legitimität dabei aus seiner Mitgliedschaft - nicht nur innerhalb des Boards, sondern auch im Überwachungsgremium, dem beispielsweise auch die Vorsitzende der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsicht und der EU-Binnenmarktkommissar angehören. Zusätzliche Legitimität ergäbe sich aus Offenheit und Transparenz.

Die Standardisierung, also die globale Standardsetzung, sei die dritte große Herausforderung. Auch wenn die Unterstützung für global geltende Standards groß sei, sei die Festlegung, wie der internationale Ansatz aussehen solle, oft heiß umstritten. Dies werde durch kulturelle Unterschiede, bisherige Praxis und Rechnungslegungstradition nur verstärkt, die auch in den Industrienationen und den aufstrebenden Volkswirtschaften sehr unterschiedlich ausgeprägt seien. Als Beispiel führt Mackintosh in diesem Fall den Umgang mit dem Konzept der Vorsicht an. Bei der Streichung des Ausdruck aus dem Rahmenkonzept 2010 habe es sogar innerhalb Europas eine Spaltung gegeben, wobei Parteien in Großbritannien, Frankreich und Italien für eine Wiederaufnahme des Begriffs seien, während wichtige Stimmen in Deutschland (neben Stimmen aus Australien und Kanada) die Entscheidung des IASB unterstützten, da die IFRS bereits ihrem Wesen nach das Vorsichtsprinzip enthielten. Mackintosh betont, dass diese Debatte eher Unterschiede kultureller Art belege als eine rein fachliche Diskussion sei - und auch dem müsse der IASB in seiner Standardisierung der Rechnungslegung Rechnung tragen.

Sie können sich die vollständige Rede von Mackintosh in englischer Sprache direkt von der Internetseite des IASB herunterladen.

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