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ACCA-Gesprächsrunde zur 'Beurteilung der Auswirkungen der IFRS in Europa'

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28.09.2014

Am 25. September fand eine von der globalen Vereinigung der Wirtschaftsprüfer (Association of Chartered Certified Accountants, ACCA) organisierte hochrangige Konferenz statt, bei der die kürzlich angestoßene Konsultation zur Beurteilung der IAS-Verordnung sowohl vorgestellt als auch erörtert wurde und mögliche Wege vorwärts identifiziert wurden. Gastgeber der Veranstaltung im EU-Parlament war MdEP Theodor Dumitru Stolojan.

Stolojan eröffnete die Gesprächsrunde. Er hielt fest, dass der Bericht der EU-Kommission nach Beendigung der Konsultation Signale aussenden sollte, die auch Auswirkungen auf das IASB-Projekt zum Rahmenkonzept haben. Die bisherigen Fortschritte in Bezug auf IFRS nannte er ermutigend.

Didier Millerot, Leiter der Abteilung Rechnungswesen und Finanzberichterstattung der Generaldirektion Binnenmarkt und Dienstleistungen, gab einen Überblick über die Konsultation der EU-Kommission. Er verwies auf die Notwendigkeit, dass die IAS-Verordnung ihren Zweck und ihre Zielsetzung erfüllt, hob hervor, dass der Bericht nicht notwendigerweise zu Legislativvorschlägen führen wird, und warnte, das bestimmte MdEP 'leidenschaftlich' in Bezug auf die IFRS seien, was die Diskussion schwierig mache.

Die Redner bei der Konferenz erörterten verschiedenen Themen aus der Konsultation der EU-Kommission:

Qualität

  • Die Redner hielten fest, dass die IFRS die Erwartungen der Anleger erfüllten, aber dass es auch Bereiche gebe, in denen Verbesserungen möglich seien. Allerdings wiesen sie darauf hin, dass dies kein Alleinstellungsmerkmal der IFRS sei, sondern beispielsweise für US-GAAP gelte.
  • Sie verwiesen auf einige 'vermeidbare Komplexität' zum Beispiel hinsichtlich der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen hin und meinten, dass die Darstellung einiger Sachverhalte verbessert werden könne.
  • Einige Redner erwähnten begrenzte Vergleichbarkeit, aber hoben hervor, dass dies auch eine frage der Durchsetzung sein könne.
  • Ein Redner erwähnte eine Menge 'Rauschen' in den Abschlüssen, was auch zu Herausforderungen führen.
  • Es wurde außerdem vorgeschlagen, dass das Geschäftsmodell als 'Filter' eingesetzt werden könne.
  • Die Redner hoben den Nutzen eines 'gemeinsamen Vokabulars' hervor.

Kosten

  • Es wurde darauf verwiesen, dass für jedes System Kosten entstehen und dass sie in Bezug zur gewonnenen Effizienz gesetzt werden müssten. Es wurde auch gesagt, dass es schwer sei, die Kosten wirklich zu identifizieren - die EU-Kommission sollte sich dessen bewusst sein. Schließlich wurde festgehalten, dass es nicht leicht sei, nationale Rechnungslegungsvorschriften mit den IFRS zu vergleichen, da auch bei den nationalen Vorschriften Weiterentwicklungen eingetreten wären - es sei schwer zu sagen, ob sich die Kosten wesentlich unterschieden hätten. Dasselbe gelte auch für Umsetzungskosten, die aus kommenden Änderungen entstehen würden.
  • Es wurde festgehalten, dass die IFRS vom Gesichtspunkt des Wettbewerbs für Europa sehr hilfreich seien.

Durchsetzung

  • Die Redner betonten beachtliche Verbesserungen, die bei der nationalen Durchsetzung gemacht worden seinen, und verwiesen darauf, dass die 'verschiedenen Akzente' der 'gemeinsamen Sprache' langsam im Verschwinden begriffen seien.
  • Die gemeinsamen Durchsetzungsprioritäten von ESMA wurden als hilfreich angesehen. Allerdings hoben die Redner auch hervor, dass sie eine 'Standardsetzung durch die Hintertür' argwöhnisch beobachten würden. Es wurde vorgeschlagen, dass ESMA den Schwerpunkt auf Angaben legen sollte.
  • Es wurde auch die Meinung vorgetragen, dass faire Bedingungen notwendig seien, dass es aber auch einen Bedarf an einiger Flexibilität in den Mitgliedstaaten gebe.
  • Bedenken, die vorgebracht wurden, galten im Allgemeinen der Frage, wie die IFRS im Hinblick auf Wesentlichkeit interpretiert werden sollten.

Anwendungsbereich

  • Einige Redner sahen einen möglichen Nutzen in einer Angleichung von Konzern- und separaten Abschlüssen und erwähnten auch, dass die Anwendung der IFRS durch kleine börsennotierte Unternehmen dabei helfen würde, Investitionen anzuziehen.
  • Andere Redner gestanden ein, dass die 'nervös' seien und verwiesen darauf, dass es notwendig sei, Grenzen auf der Grundlage der Einfachheit des Geschäftsmodells zu ziehen.

Übernahmemechanismus

  • Die Redner zeigten sich erfreut angesichts der Schlussfolgerung, dass es bei der Übernahme nicht zu mehr Flexibilität kommen würde - sie wollten den Nutzen globaler Standards nicht verlieren. Sie hinterfragten die Notwendigkeit, zwei weitere Übernahmekriterien einzuführen, wenn man den eigentlichen Zweck der IFRS bedenke.
  • Andere Redner hoben hervor, dass der Prozess 'europäisch' sein müsse, auch wenn gleichzeitig sichergestellt werden müsse, dass die Beratung der EU-Kommission auf fachlicher Grundlage erfolge.
  • Die Redner setzten Hoffnung in die neue EFRAG-Struktur und betonten, dass lange gesetzliche Prozesse vermieden werden müssten.
  • Es wurde auch darauf verwiesen, dass Standards vor dem vom IASB festgesetzten Zeitpunkt des Inkrafttretens übernommen werden sollten.

Nach einigen Fragen aus dem Publikum hielt, Olivier Boutellis-Taft vom Europäischen Wirtschaftsprüferverband (Fédération des Experts Comptables Européens, FEE) eine flammende Abschlussrede. Er hielt fest:

Unser Podium hat heute ein bisschen Schwierigkeiten gehabt, die Kosten klar zu identifizieren - aber sie sich absolut einig, dass der Nutzen die kosten überwiegt. Es wurde auch hervorgehoben, dass einige dieser Kosten sich nicht auf die IFRS beziehen, sondern auf andere Quellen wie beispielsweise lokale Regulierungsvorschriften. Und dennoch scheint dies einige Leute nicht davon abzuhalten, die Schuld auf die IFRS zu schieben. [...] Ich verstehe einfach nicht, warum die Debatte um die IFRS oft so emotional geführt wird. Sie sollte leidenschaftslos, objektiv und sachlich geführt werden; sie sollte nicht missbraucht werden, um Ziele zu verfolgen, die nichts mit der Verbesserung der Transparenz und der Qualität von Abschlüssen von Unternehmen zu tun haben. Es ist gut zu diesem Thema eine Konsultation durchzuführen, aber die Rückmeldungen sollten mit Vorsicht interpretiert werden. Obwohl sich das Podium heute ziemlich einig war, besteht die Gefahr, dass "unglückliche Abnehmer" überrepräsentiert sind, was nicht dazu führen sollte, dass die schweigende Mehrheit - die sich heute klar Gehör verschafft hat - frustriert wird.

Er warnte auch vor flexibler Übernahme: "Einige rufen nach einer "spezifischeren Version der IFRS (EFRS)": Das Ergebnis wären weniger als globale Standards, also weniger als optimale Standards. Das würde weniger Einheitlichkeit, weniger Vergleichbarkeit, weniger Transparenz und mehr Kosten beispielsweise für Überleitungen bedeuten."

Sie können sich Manuskript von Boutellis-Tafts abschließenden Bemerkungen in englischer Sprache von der Internetseite von FEE herunterladen.

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