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Bericht von der EFRAG-Konferenz zum beizulegenden Zeitwert

  • EFRAG Image

05.12.2017

Am 5. Dezember 2017 veranstaltete die Europäische Beratungsgruppe zur Rechnungslegung (European Financial Reporting Advisory Group, EFRAG) in Brüssel eine halbtägige Veranstaltung zur Verwendung des beizulegenden Zeitwerts in der Finanzberichterstattung. Wir haben einen kurzen Bericht über die Reden und Präsentationen bei der Konferenz für Sie zusammengestellt.

Jean-Paul Gauzès, Präsident des EFRAG-Boards, begrüßte Redner, Referenten, Diskussionsteilnehmer und Teilnehmer aus den Bereichen Standardsetzung, Regulierung, Anlegerschaft, Erstellung und Wissenschaft zu einem gut besuchten Meinungsaustausch über theoretische und praktische Aspekte der Berichterstattung zum beizulegenden Zeitwert, einem Thema, das wie festhielt „zu viel Diskussion führt“.

Hauptredner war Sir David Tweedie, Vorsitzender des Boards der Treuhänder des internationalen Rats für Bewertungsstandards (International Valuation Standards Council, IVSC) und ehemaliger Vorsitzender des IASB, der über das Thema "Bewertungsexperten und Rechnungsleger: Zusammen arbeiten" sprach. Er stellte fest, dass Bewertungen, die nach allgemein anerkannten Grundsätzen der Rechnungslegung vorgenommen werden, für die finanzielle Stabilität und für die Finanzberichterstattung nach IFRS und US-GAAP von zentraler Bedeutung sind und dass eine schlechte Bewertungspraxis als wesentlicher Faktor für die Finanzmarktkrise 2008 identifiziert wurde, wobei der Schwerpunkt auf Finanzinstrumenten lag. Das von Sir David gewählte Beispiel zur Veranschaulichung von Problemen, die zwischen Bewertung und Berichterstattung gelöst werden müssen, konzentrierte sich dementsprechend auf Finanzinstrumente. Er stellte fest, dass IAS 39, IFRS 9 und IFRS 13 sich nicht besonders genau zu Bewertungsprinzipien äußern und dass die Regulierer große Unterschiede bei der Bewertung von Finanzinstrumenten beobachtet haben. Sir David wies auch auf die widersprüchlichen Ansätze zwischen Rechnungslegungsstandards und der aktuellen Sichtweise der Marktteilnehmer hin.

Als nächster Tagesordnungspunkt folgte eine Präsentation, die sich mit der Theorie der Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert und insbesondere mit den Vorzügen und Grenzen des beizulegenden Zeitwerts in der Finanzberichterstattung befasste. Prof. Mauro Bini bemerkte, dass die Einbeziehung aktuellerer Schätzungen der Zukunft in die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden die Prognosefähigkeit der Erträge erhöht. Er stellte jedoch auch fest, dass historische Anschaffungskosten ein Anker für die Entwicklung von Prognosen ist, und fragte, ob der beizulegende Zeitwert für diesen Zweck ebenso gut geeignet sei. Anschließend ging er auf Aspekte wie das Geschäftsmodell eines Unternehmens und die Frage nach Relevanz versus Verlässlichkeit ein. Prof. Bini kam zu dem Schluss, dass die Relevanzkosten der Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert hoch sind und dass der wirtschaftliche Nettovorteil aus der Übernahme des beizulegenden Zeitwerts eher gering ist. Dies war eine Schlussfolgerung, die anschließend von einem Podium diskutiert wurde, dem auch Prof. Dr. Ann Tarca, Mitglied des IASB, und Alain Deckers, Leiter der Einheit ‚Rechnungswesen und Finanzberichterstattung‘ bei der Europäischen Kommission, angehörten.

Die Praxis des beizulegenden Zeitwerts war Thema der nächsten Präsentation "Herausforderungen bei der Verwendung des beizulegenden Zeitwerts". Nach einem kurzen Diskurs über die Geschichte des beizulegenden Zeitwerts in den IFRS wendete sich der Vortragende Henk Oosterhout ebenfalls der Frage nach Relevanz versus Verlässlichkeit zu und stellte fest, dass Relevanz mit einer stärkeren Rolle der Finanzmärkte zusammenhängt, während Verlässlichkeit auch bedeute, dass Preise objektiv sind, Werte aber nicht. Seine Illustrationsbeispiele stammen aus den S&P Europe 350 Index-Unternehmen, und er wies auf eine Erhöhung des Anteils der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte am Gesamtvermögen börsennotierter Unternehmen hin. Dies erforderte, wie Oosterhout bemerkte, mehr freiwillige Angaben sowie eine bessere Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit. Er stellte fest, dass Märkte oft mehr Informationen generieren als angenommen, was die Bedeutung des Lageberichts in der Diskussion um den oft betonten Punkt der stärkeren Volatilität erhöhe. Die Schlussfolgerungen Oosterhouts wurden von einem Podium diskutiert, das von Andrew Watchman, Chairman und CEO von EFRAG TEG, moderiert wurde, mit Stephen Cooper, Analyst und ehemaliges IASB-Mitglied, als einem der Podiumsteilnehmer.

Die Veranstaltung endete mit Ausführungen des EFRAG-Forschungsdirektors Filippo Poli, der auch Teilnehmern und Vortragenden für die guten Diskussionen und gewährten Einblicke dankte. EFRAG wird einen Bericht herausgeben, in dem die Rückmeldungen von der Veranstaltung zusammenfasst werden. Die Präsentationen und Redetexte von der Veranstaltung wurden auf der Internetseite von EFRAG verfügbar gemacht.

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