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Vorsitzender des IASB bezweifelt, dass wir für die nächste Finanzmarktkrise bereit sind, sieht aber große Verbesserungen in der Finanzberichterstattung

  • IASB - Rede Image

12.12.2018

Bei der diesjährigen Jahreskonferenz des amerikanischen Instituts der Wirtschaftsprüfer (American Institut of Certified Public Accountants, AICPA) hielt der Vorsitzende des IASB, Hans Hoogervorst, eine nachdenkliche Rede, in der er die aus der globalen Finanzkrise gezogenen Lehren betrachtete, die enormen Risiken der Weltwirtschaft skizzierte und Zweifel an der Fähigkeit des Finanzsystems als Ganzes einräumte, eine weitere Finanzmarktkrise schultern zu können.

Hoogervorst begann seine Rede mit einem Überblick über die globale Finanzlage in Bezug auf die globale Verschuldung, die Zinssätze und die Schuldenfalle sowie die Kapitalisierung des Bankensystems. Vor diesem Hintergrund analysierte er, ob unsere Rechnungslegungsstandards in einer möglichen neuen Finanzkrise standhalten werden.

Hoogervorst wendete sich zunächst IFRS 9 und den vom IASB und vom FASB entwickelten Modelle der erwarteten Verluste zu. Er kommentierte die Befürchtung, dass IFRS 9 zu Überreaktionen führen könnte, da die Konjunkturerwartungen während einer Rezession zu pessimistisch sein könnten, was die Abwärtsbewegung des Konjunkturzyklus verstärken könne. Er glaubte jedoch, dass diese Befürchtungen aus drei Gründen nicht gerechtfertigt seien:

  • Die Tatsache, dass sich unter IFRS 9 Kreditausfällen wesentlich schneller herauskristallisieren, sollte einen präventiven Effekt haben.
  • Eine zeitnahe Erfassung von Kreditausfällen sollte dazu beitragen, unvorsichtige Dividendenausschüttungen und Vergütungspolitiken zu begrenzen.
  • Eine schnelle Erfassung von Kreditausfällen sollte zu einer rechtzeitigen Bereinigung der Bankbilanzen führen, was wiederum zu einer wesentlich schnelleren Wiederherstellung der Kreditflüsse an gesunde Unternehmen beitragen wird.

Hoogervorst wendete sich dann FRS 17 und den Beiträgen des Standards zur Finanzstabilität zu. Die Folien, die die Rede begleiteten, hielten sechs davon fest:

  • Versicherungsverbindlichkeiten, werden sachgerecht bemessen
  • Transparente Kosten für Optionen und Garantien
  • Aktuelle Informationen über Risikomargen
  • Sofortige Erfassung belastender Verträge
  • Ende der Vorab-Gewinnmitnahme
  • Weniger Ertragssteuerung

Schließlich wendete sich Hoogervorst Geschäfts- oder Firmenwerten und dem Risiko zu, dass sich diese im Laufe der Zeit immer weiter erhöhen, auch wenn die wirtschaftliche Lage dies nicht rechtfertigt. Er glaubte nicht, dass die Rechnungslegung in Bezug auf Geschäfts- oder Firmenwerten ein erhebliches Risiko im Hinblick auf die Auslösung einer Finanzkrise darstellt, stellte jedoch fest, dass in der nächsten Finanzkrise viele seit der letzten Krise aufgebaute Geschäfts- oder Firmenwerte auf einmal wertgemindert werden würden, was zu Unruhen an den Kapitalmärkten führen könnte. Hoogervorst wies auf das Diskussionspapier zu diesem Thema hin, das das IASB zu veröffentlichen gedenkt, das einige neue Ansätze zum Thema Geschäfts- oder Firmenwerte vorstellen wird. Das Papier wird sich mit der Frage befassen, ob es möglich sein wird, die Angaben zu verbessern, die den Anlegern helfen werden, zu beurteilen, ob eine Akquisition erfolgreich war, eine Angabe in Betracht ziehen, die zeigt, wie die Bilanz eines Unternehmens ohne Geschäfts- oder Firmenwerte aussehen würde, und eine Diskussion über die Wiedereinführung der Abschreibung von Geschäfts- oder Firmenwerten beinhalten.

Hoogervorst schloss seine Rede mit der Feststellung, dass er sich nicht sicher sei, ob das Finanzsystem als Ganzes für die nächste Finanzkrise bereit sei. Er fügte jedoch hinzu: "Ich bin sicher, dass die jüngsten Verbesserungen unserer Rechnungslegungsstandards viel mehr Transparenz bieten werden, die Anlegern und Regulierern helfen wird, Risiken viel früher zu erkennen. Das ist der beste Beitrag, den die Rechnungslegung zur Finanzstabilität leisten kann."

Den vollständigen Text der Rede in englischer Sprache (mit eingebetteten Folien) finden Sie auf der Internetseite des IASB.

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