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Akademische Konferenz mit Eröffnungsvortrag und Podiumsdiskussion zur Zukunft der Unternehmensberichterstattung

  • Buch - Forschung und Lehre Image

13.06.2018

Die 13. International Conference on Accounting and Management Information Systems (AMIS 2018), die derzeit an der Wirtschaftsuniversität Bukarest stattfindet, begann heute mit einer Eröffnungsvortrag mit dem Titel 'Die Zukunft der Unternehmensberichterstattung - Die Sicht eines Standardsetzers auf Inhalte und Verbreitung', an die sich unmittelbar eine Podiumsdiskussion anschloss, in der einige der präsentierten Aussagen vertieft wurden.

Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Dr. Andreas Barckow, Präsident des DRSC und Vizepräsident von EFRAG. In seinem Vortrag zog er eine Bilanz der aktuellen Situation in der Finanzberichterstattung, der allgemeineren Unternehmensberichterstattung und der technologischen Aspekte.

Zu seinen Denkanstößen gehörten die Aussagen, dass es in der Finanzberichterstattung in Europa seit 2005 keine wesentlichen Entwicklungen gegeben habe, dass der gegenwärtige Ansatz weiterhin darin zu bestehen scheine, ein "produktionsorientiertes" Rechnungslegungsmodell auf eine zunehmend dienstleistungsorientierte Industrie anzuwenden (was die Verwendung von alternativen Finanzkennzahlen fördern könnte), und dass die Schwierigkeit, ein Problem zu adressieren, niemals eine Entschuldigung dafür sein sollte, es nicht anzugehen (dies wurde im Zusammenhang mit immateriellen Vermögenswerten gesagt). Prof. Barckow wies auch darauf hin, dass es zwar einen internationalen Rechnungslegungsstandardsetzer (IASB) gebe, dass aber bis zu 1.000 Organisationen im Bereich der allgemeineren Unternehmensberichterstattung tätig seien. Zur Technologie hielt er fest, dass das gegenwärtige Denken immer noch auf gedruckte Berichte fokussiert sei, was bedeute, die enormen Möglichkeiten zu ignorieren, die technologische Entwicklungen böten, mit denen beispielsweise Ideen wie den CORE & MORE-Ansatz zur Unternehmensberichterstattung realisiert werden könnten.

Die Podiumsdiskussion im Anschluss an die Eröffnungsrede wurde von Prof. Dr. Katherine Schipper von der Duke University moderiert. Podiumsteilnehmer waren Prof. Dr. Axel Haller, Universität Regensburg, Prof. Dr. Paul André, HEC Lausanne, und Prof. Dr. Barckow. Sie griffen mehrere Aspekte auf, die in dem Eröffnungsvortrag angesprochen wurden:

  • Keine wesentlichen Entwicklungen in der Finanzberichterstattung seit 2005. Während der Punkt zunächst in seiner extremen Aussage umstritten war, kamen die Podiumsteilnehmer nach und nach zu dem Schluss, dass er eine gewisse Gültigkeit habe. Es wurde sogar der Meinung Ausdruck verliehen, dass IFRS 9, IFRS 15 und IFRS 16 Standards ersetzten, die in der Praxis vielfach als gut funktionierend angesehen wurden. Die neuen Standards bauten oft auch auf Ideen auf, die es schon lange gebe - zum Teil seit den 90er Jahren. Während der Wechsel von eingetretenen Verlusten zu erwarteten Verlusten in IFRS 9 zwar eine konzeptionelle Änderung darstelle, wurde zugleich jedoch festgestellt, dass in der Praxis selbst nach IAS 39 viele Ersteller bereits auf halbem Wege zur Bilanzierung erwarteter Verluste waren. Am Ende stellte die Moderatorin sogar die Frage, ob es sich bei 2005 überhaupt um eine Entwicklung in der Finanzberichterstattung oder nur um eine Konvergenzentwicklung gehandelt habe.
  • Alternative Finanzkennzahlen. Nachdem kurz geklärt wurde, was mit dem Problem der alternativen Finanzkennzahlen in dem Eröffnungsvortrag gemeint war, diskutierten die Podiumsteilnehmer, ob alternative Finanzkennzahlen überhaupt ein Problem seien. Sie kamen zu dem Schluss, dass nicht die alternativen Finanzkennzahlen an sich ein Problem sind ("alternative Finanzkennzahlen kommen und gehen"), sondern der Mangel an Überleitung oder gar mangelnde Überleitbarkeit. Dennoch weigerten sich die Podiumsteilnehmer, den schwarzen Peter ausschließlich bei den Erstellern zu platzieren. Der vermehrte Einsatz von alternativen Finanzkennzahlen drücke einen Managementansatz aus und zeige, dass "der wahre Norden" nicht immer dort sei, wo die Standardsetzer ihn vermuteten. Es wurde auch festgestellt, dass die Anwendung dieser Kennzahlen zeige, dass wir uns auf dem Weg weg von einer standardisierten Rechnungslegung befänden. In diesem Zusammenhang wurden die Arbeiten des IASB zu von der Unternehmensleitung definierten Erfolgskennzahlen angesprochen und infragegestellt, da sie an einer allgemeineren Abgrenzungsfrage festhielten, die zu definieren versuche, was in den Abschluss hineinkommt und was weggelassen werden muss. Es wurde festgestellt, dass es beim Vertrauen in die Finanzberichterstattung um Systeme und Prozesse gehe, nicht um gedruckte Berichte, und dass das Problem der alternativen Finanzkennzahlen auch durch Abkehr vom reinen Papieransatz angegangen werden könne.
  • Immaterielle Vermögenswerte. Die immateriellen Vermögenswerte wurden nicht nur als ein Problem beschrieben, sondern als ein wachsendes Problem, da die Wirtschaft mehr und mehr dienstleistungsorientiert sei und es viele immaterielle Vermögenswerte gibt, die nie in der Bilanz erscheinen, obwohl der Markt sie klar sieht. Nach einer Anmerkung aus dem Publikum, in der festgehalten wurde, dass die Logik nicht darin bestehen sollte, dass die Märkte etwas sähen und die Rechnungslegung dieses dann erklären müsse, waren sich die Podiumsteilnehmer einig, dass das Problem nicht so sehr darin bestehe, immaterielle Vermögenswerte nicht anzusetzen, sondern vielmehr in der Frage, warum es oft eine solch große Lücke zwischen der Marktkapitalisierung eines Unternehmens und dem in den Abschlüssen ausgewiesenen Gewinn (oder der mangelnden Rentabilität) gebe. Die neue Definition eines Vermögenswertes im überarbeiteten Rahmenkonzept wurde erwähnt und infragegestellt, insbesondere im Zusammenhang mit Forschungs- und Entwicklungskosten.
  • Nachhaltigkeit. Die Podiumsteilnehmer wurden gefragt, welchen Weg sie für eine breitere Unternehmensberichterstattung bzw. die Verknüpfung von Nachhaltigkeit und anderen Aspekten der Unternehmensberichterstattung mit der Finanzberichterstattung sehen. Es wurde der Wunsch geäußert, dass sich die vielen Organisationen auf der Nachhaltigkeitsseite unter dem Dach von (idealerweise) einer Organisation zusammenschließen, und der klare Favorit war die Global Reporting Initiative (GRI). Der IASB könnte dann mit dieser einen Organisation zusammenarbeiten und sich auf Bereiche konzentrieren, in denen sich die Vorschriften überschneiden, um sie zu harmonisieren, so dass beispielsweise nicht mehrere Konzepte von Wesentlichkeit aufeinanderprallen. Erneut wurde das CORE & MORE-Konzept aufgegriffen, bei dem nicht nur die Organisationen der Nachhaltigkeitsberichterstattung, sondern auch der IASB unter einem noch größeren Dach zusammengeführt werden, das auch andere Unternehmensberichterstattungsorganisationen umfasst.
  • Akademischer Beitrag zur Standardsetzung. Der Standardsetzer auf dem Podium wurde gefragt, was seiner Meinung nach die Forscher zur Standardsetzung beitragen könnten. Er antwortete, er sehe zwei Möglichkeiten, wie die Forschung die Standardsetzung unterstützen könne: (a) durch Bestätigung (oder Widerlegung), dass bestimmte Probleme (wie in der Grundsatzvortrag erwähnt) existieren, und (b) wenn tatsächlich die Existenz eines Problems bestätigt würde, Gedanken und Lösungsansätze anzubieten. Er sprach sich in diesem Fall eindeutig für einve verstärkte normative Forschung aus und zeigte sich enttäuscht darüber, dass zumindest soweit ihm bekannt war, kein akademischer Input in die Überarbeitung des Rahmenkonzepts des IASB eingeflossen sei, obwohl dies eine hervorragende Gelegenheit für normative Forschung gewesen wäre. Die anderen Podiumsteilnehmer stimmten zu und kamen zu dem Schluss, dass die Forschung eine leitende Rolle in der Standardsetzung spielen und nicht nur versuchen sollte, ihr zu folgen.

Die folgenden weiterführenden Informationen sind auf der Internetseite der Wirtschaftsuniversität Bukarest verfügbar:

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