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Diskussionen beim fünften Forschungsforum des IASB

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12.11.2018

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 11. und 12. November 2018 sein fünftes Forschungsforum in Sydney abgehalten. Während des Forums wurden sechs Forschungspapiere vorgestellt und dann von Akademikern und Standardsetzern kommentiert oder in Podiumsdiskussionen und vom Publikum erörtert.

Das erste Papier Non-GAAP Earnings and the Earnings Quality Trade-off nutzte eine große Stichprobe von Gewinnmitteilungen australischer Unternehmen und verglich mehrere Attribute von alternativen Erfolgskennzahlen mit der am ehesten entsprechenden Finanzkennzahl nach Rechnungslegungsstandards. Die Ergebnisse, die von anderen Teilnehmern als "nicht überraschend" bezeichneten, waren, dass im Durchschnitt die alternativen Kennzahlen persistenter, glatter, wertrelevanter und von höherer Vorhersagekraft als die entsprechenden Äquivalente sind. Es wurde auch festgestellt, dass sie tendenziell positiver sind als die auf Rechnungslegungsstandards beruhenden Zahlen. Die Frage, was diese Forschung zu den Bemühungen des IASB beitragen könnte, wendete sich schnell der Frage zu, ob alternative Finanzkennzahlen wirklich ein solches Problem sind (die Meinungen waren geteilt) und ob es überhaupt möglich ist, sie zu einem gewissen Grad zu unterdrücken (durch die Vorschriften von zusätzlichen Ausweiszeilen/Zwischensummen/eine von der Unternehmensleitung definierten Erfolgskennzahl). Die Diskussion schien zu ergeben, dass es alternative Finanzkennzahlen nicht aufzuhalten sind und dass selbst wenn alle derzeitigen alternativen Kennzahlen zu Rechnungslegungsstandardkennzahlen erklärt würden, würden neue alternative Kennzahlen sofort von den Unternehmen definiert. Es wurde aber auch zugestanden, dass es einfach nicht nur eine Zahl gebe, die alle Bedürfnisse erfüllen würde.

Das zweite Papier Disclosure Overload? An Empirical Analysis of IFRS Disclosure Requirements untersuchte das Problem der Angabenüberlast, indem geprüft wurde, ob die Empfehlungen zur Reduzierung von Angaben im Bericht Excess Baggage, der 2011 von den Wirtschaftsprüferinstituten in Schottland und Neuseeland veröffentlicht wurde, mit Angabeanreizen für Unternehmen verbunden und für eine Stichprobe australischer börsennotierter Unternehmen wertrelevant sind. Die Diskussion im Anschluss an die Präsentation schien das Papier eher kritisch zu beurteilen, obwohl anerkannt wurde, dass es wichtig sei, dass das Papier zeige, dass es in Australien eine wesentliche Nichteinhaltung der IFRS-Angabevorschriften gibt. Die Diskussionsteilnehmer kehrten jedoch wiederholt zu dem Punkt zurück, dass es zwar interessant ist, zu sehen, dass es eine Nichteinhaltung gibt, aber wichtiger sei, herauszufinden, warum. Außerdem wurde die Relevanz der Forschung von 2011 im Vergleich mit Daten von 2012 im Jahr 2018 in Frage gestellt. Es wurde die Meinung vertreten, dass das Problem der Angabenüberlast dank der technologischen Entwicklung mehr oder weniger von selbst verschwunden ist. Das IASB konzentriere sich nun auf die Qualität der Angaben, nicht mehr auf ihren Umfang.

Das dritte Papier Equity Financial Assets: A Tool for Earnings Management – A Case Study of Youngor Group war eine Fallstudie, die veranschaulichte, wie Gewinne von einem chinesischen Unternehmen gestaltet wurden, indem seine zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerte als langfristige Aktienanlagen umklassifiziert wurden, um die Volatilität der kommunizierten Gewinne des Unternehmens zu verringern. Im Papier wurde behauptet, dass die Übernahme der mit den IFRS konvergierten Standards durch China im Jahr 2007 die Transparenz in Bezug auf beizulegende Zeitwerte nicht verbessert habe. Zu den Gründen, die im Vortrag und von den Diskussionsteilnehmern genannt wurden, gehörten ein noch nicht ausgereiften Kapitalmarkt, die Erstellungskosten, Schwierigkeiten bei Schätzungen auf Stufe 3, allgemein unzuverlässige Zahlen, kulturelle und rechtliche Unterschiede (der Begriff "westliche Standards" wurde verwendet) und das "Sonderbehandlungssystem" in China. Andere Teilnehmer fügten jedoch hinzu, dass die gleiche Ergebnissteuerung möglich gewesen sei und in anderen Rechtskreisen durchgeführt worden sei, bevor IFRS 9 IAS 39 ersetzt habe. Daher könnte ein Teil der Ergebnissteuerung verschwinden, wenn in China in drei Phasen ab 2018 ein IFRS 9-Äquivalent eingeführt wird und der chinesische Markt reift.

Das vierte Papier Accounting for Intangibles: Can Capitalization of R&D Reduce Real Effects and Improve Investment Efficiency?, auf das später eine Podiumsdiskussion zum gleichen Thema folgte, untersuchte die Fähigkeit von Rechnungslegungsstandards, Unterinvestitionen abzumildern, indem die Aktivierung bestimmter Forschungs- und Entwicklungskosten verlangt wird, oder könnte eine solche Aktivierung zu Überinvestitionen führen? Die Podiumsmitglieder stellten fest, dass bei den Forschungs- und Entwicklungskosten Konsistenz und Transparenz wichtiger sind als die Frage der Erfassung als Aufwand bzw. Aktivierung. Der Vertreter der Anleger bemerkte jedoch, dass Anleger, wenn sie direkt gefragt würden, wahrscheinlich die Erfassung als Aufwand bevorzugen würden. Es wurde auch festgestellt, dass sich die meisten Branchen in der Frage, ob und was sie aktivieren, einig sind. Das Ergebnis aus der Podiumsdiskussion und dem Papier schien zu sein, dass es bereits einen Rahmen gibt, der bei sachgerechter Anwendung und Durchsetzung entscheidungsnützliche Informationen liefern kann. Die Teilnehmer gingen sogar so weit, zu sagen, dass es nicht unmittelbar notwendig sei, dass das IASB ein Projekt zu immateriellen Vermögenswerte auf seine Agenda nimmt.

Das fünfte Papier Extractive Industries Reporting: A Research Review, dem wiederum eine Podiumsdiskussion folgte, wurden die internationale Vielfalt der Rechnungslegungspraktiken und die Herausforderungen für die Informationsadressaten sowie die Standardsetzungsprozesse und das Lobbyingverhalten untersucht, um zu erklären, warum es dem IASB (und anderen Standardsetzern) bisher nicht gelungen ist, einen rigorosen Standard für extraktive Aktivitäten und ESG-Faktoren zu entwickeln. Es wurde insbesondere darauf hingewiesen, dass der wichtige Aspekt der Reserven nur durch Angabevorschriften behandelt wird, obwohl bei der Anwendung anderer Standards Reservenschätzungen erforderlich sind. Das Papier argumentierte, dass das IASB einen umfassenden Ansatz verfolgen müsse, der auch die gegenwärtige Werte berücksichtige. Das Podium war sich weniger sicher, obwohl es zugab, dass es in der Praxis Unterschiede gibt. Dennoch betonten die Podiumsteilnehmer die Bedeutung von Angaben und auch von freiwilligen Angaben. Bergbauunternehmen müssten in starker Kommunikation mit ihren Investoren stehen: "Je bessere Angaben du leistest, desto mehr wird der Markt dich belohnen." Das Podium und das Publikum konnten auch nicht ganz zu dem Schluss kommen, dass ein branchenspezifischer Standard für extraktive Tätigkeiten erforderlich ist, obwohl Konsens darüber bestand, dass IFRS 6 nicht zufriedenstellend ist und Konsistenz und Vergleichbarkeit erforderlich sind.

Das letzte Papier Independently-certified Industry-specific Disclosures to the Capital Market: The JORC Code in the Australian Mining Industry untersuchte die Einhaltung des australischen JORC Code für die Bergbauindustrie, die Qualität der Angaben und deren Auswirkungen auf den australischen Kapitalmarkt. Das Papier war sehr umfangreich und betrachtete zwei Forschungsfragen und eine große Menge an Daten von mehreren Unternehmen mit verschiedenen Analysen. Während die Relevanz der Forschung und ihrer ermutigenden Ergebnisse (Standardsetzung kann sich positiv auswirken) festgestellt wurden, wurde daher auch vorgeschlagen, das Papier tatsächlich in zwei Papiere aufzuteilen. Die Relevanz für die Standardsetzung wurde dann untersucht, indem nach den Auswirkungen der Standardsetzung und den Gründen dafür gefragt wurde, nach Angaben im Gegensatz zu Ansatz und Bewertung, nach der Darstellung innerhalb oder außerhalb des Abschlusses und nach den Reaktionen der Nutzer. Abschließend ermutigte die Vorsitzende des australischen Standardsetzers alle Forscher im Publikum: "Seid tapfer!" Sie betonte, dass die Standardsetzer immer bestrebt sind, mit der Forschungsgemeinschaft in Dialog zu treten, und dass sie die Kommunikation von Forschungsergebnissen immer begrüßen würden, solange die Ergebnisse klar seien (auch klar in Bezug auf Definitionen, Methoden und Grenzen) und auch klare Empfehlungen enthielten.

    Alle Verknüpfungen zu den oben genannten Papieren verweisen auf die Internetseite des IASB. Die endgültigen Fassungen der Papiere werden Anfang nächsten Jahres in einer Sonderausgabe von ABACUS veröffentlicht.

    Der IASB hat eine kurze Presseerklärung zum Forschungsforum herausgegeben.

    Zugehörige Themen

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