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Die drei Paradoxa der Nachhaltigkeitsberichterstattung

  • ESMA Image

09.12.2020

Steven Maijoor, Vorsitzender der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) , hielt eine Rede auf einem Internetseminar, das vom französischen Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Konjunkturbelebung organisiert wurde, und erörterte dabei drei (scheinbare) Paradoxa der Nachhaltigkeitsberichterstattung und wie man ihnen begegnen kann.

Die drei scheinbaren Paradoxa, die Maijoor identifizierte, waren:

  • die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass die Berichterstattungsstandards gleichzeitig international und rechstkreisspezifisch sind;
  • die Bedeutung, sicherzustellen, dass die Angabestandards robust genug sind, um dazu beizutragen, das Risiko eines "greenwashing" zu vermeiden, und gleichzeitig genügend Flexibilität für die Unternehmen zu ermöglichen, ihre eigene Geschichte zu erzählen; und
  • die Schwierigkeit, ein robustes und umfassendes Angabesystem zu schaffen, das so viele Unternehmen wie möglich abdeckt, um sicherzustellen, dass Informationen von (tatsächlichen oder potentiellen) Beteiligungsunternehmen verfügbar sind, während gleichzeitig ein verhältnismäßiger Satz von Vorschriften insbesondere für kleinere Unternehmen beibehalten wird.

Zum ersten Paradoxon meinte er, er glaube nicht, dass eine globale und eine EU-spezifische Standardisierung im Widerspruch zueinander stünden, vielmehr würden sie sich gegenseitig ergänzen. Maijoor erklärte, dass ein Satz internationaler Standards, um wirksam zu sein, modular aufgebaut sein müsse, um den Bedürfnissen von Rechtskreisen gerecht zu werden, die sich auf unterschiedlichen Stufen des Fortschritts im Bereich der nachhaltigen Finanzen befinden.

Zum zweiten Paradoxon führte Maijoor aus, dass prinzipienbasierte Standards in der Regel gut geeignet sind, um die Bemühungen jener Emittenten zu unterstützen, die auf Innovationen in ihrer Berichterstattungspraxis abzielen, aber sie sind auch hilfreich, um dem Risiko vorzubeugen, dass die nichtfinanzielle Berichterstattung lediglich auf einem Checklisten-Ansatz beruht.

Und in Bezug auf das dritte Paradoxon schlug er vor, dass ein möglicher Weg nach vorn darin bestünde, anzuerkennen, dass die Größe eines Unternehmens allein ein unvollkommener Indikator für seine ESG-Auswirkungen ist, dass sie aber gleichzeitig ein relativ guter Indikator für die Ressourcenbeschränkung ist, der ein Unternehmen ausgesetzt sein könnte, wenn ihm eine hohe Berichtslast auferlegt wird.

Maijoor schloss seine Rede mit folgender Bemerkung:

Die Zukunft der Nachhaltigkeitsberichterstattung hängt meines Erachtens von einer guten internationalen Zusammenarbeit, robusten, verhältnismäßigen und prinzipienbasierten Berichterstattungsvorschriften und, was am wichtigsten ist, von einem Standardsetzungsprozess ab, bei dem das öffentliche Interesse im Mittelpunkt steht. Wie bei jedem Standardsetzungsprozess wird auch hier eine umfassende und gründliche Konsultation aller relevanten Interessengruppen unerlässlich sein.

Den vollständigen Redetext in englischer Sprache finden Sie auf der Internetseite der ESMA.

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