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Standardsetzer erörtern nichtfinanzielle Berichterstattung

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08.03.2021

Das Internationale Forum der Standardsetzer im Bereich Rechnungslegung (International Forum of Accounting Standard Setters, IFASS) hält gegenwärtig virtuell seine Frühjahrssitzung ab. Eine Präsentation befasste sich heute mit der nichtfinanziellen Berichterstattung vor dem Hintergrund der möglichen Entwicklung von EU-Standards zur nichtfinanziellen Berichterstattung.

In der Diskussion wurde zunächst der Abschlussbericht über die vorbereitenden Arbeiten für mögliche EU-Standards zur nichtfinanziellen Berichterstattung vorgestellt. Der Vortragende erläuterte, dass die Europäische Kommission die Europäische Beratungsgruppe zur Rechnungslegung (European Financial Reporting Advisory Group, EFRAG) gebeten hatte, vorbereitende Arbeiten für die mögliche Ausarbeitung von EU-Standards für die nichtfinanzielle Berichterstattung vor dem Hintergrund der politischen Ambitionen und des dringenden Zeitplans des europäischen Green Deals und der Agenda für nachhaltige Finanzen durchzuführen. Die von der EFRAG eingesetzte Arbeitsgruppe, die (a) den aktuellen Stand der nichtfinanziellen Berichterstattung und die derzeit existierenden Berichtsstandards und Rahmenwerke untersuchen und (b) über das beste weitere Vorgehen berichten sollte, kam zu dem Schluss, dass die derzeitige fragmentierte Landschaft der nichtfinanziellen Berichterstattung keine Lösung bietet, die per se als EU-Berichtsrahmen übernommen werden könnte. Der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe schlägt daher die Einrichtung eines Standardsetzers für European Sustainable Standards (ESS) vor, der EU-Standards für die nichtfinanzielle Berichterstattung im Rahmen eines ehrgeizigen Fahrplans entwickeln würde, der erste Entwürfe von Standards bis Mitte 2022 vorsieht.

Während die an der IFASS-Sitzung teilnehmenden Standardsetzer den enormen Arbeitsaufwand anerkannten, der in sehr kurzer Zeit in die umfassende Bestandsaufnahme investiert wurde, gab es auch viele Fragen und Bedenken. Neben Fragen zur Reife der verfügbaren Daten und der Operationalisierbarkeit des neuen Rahmenwerks angesichts von Prüfungsfragen betrafen die wichtigsten Kommentare eine wahrgenommene Konkurrenz zwischen internationalen Initiativen, insbesondere den Plänen der IFRS-Stiftung, einen internationalen Sustainability Standards Board (SSB) einzurichten, und den ESS. Die Redner wiesen auf die Notwendigkeit einer globalen Lösung hin, da die zugrundeliegenden Probleme ebenfalls global seien und die Unternehmen global agierten. Sie erkannten die derzeitige fragmentierte Berichtslandschaft an, verwiesen aber auf Rahmenwerke und Standards, die genutzt werden können, um Lücken zu füllen, bis eine wirklich globale Lösung verfügbar ist (TCFD und SASB wurden am häufigsten genannt). Ein Teilnehmer fragte sogar, ob der Standardsetzer für ESS die Lücke füllen solle, bis der SSB übernehmen würde. Generell wurde die Befürchtung geäußert, dass ESS die internationale Standardsetzung in diesem Bereich weiter auseinander treiben würde, da ein Alleingang dazu führen würde, dass es einen weiteren Satz von Standards gäbe, der am Ende mit den globalen Standards konvergiert werden müsste.

Der Vortragende wies in seinen Antworten auf die Dringlichkeit der Standardsetzung im Bereich der nichtfinanziellen Berichterstattung und den Wunsch hin, die Dynamik der EU-Entwicklungen beizubehalten. Er betonte auch, dass die Entwicklung von ESS keineswegs isoliert erfolgen solle, sondern offen für die Zusammenarbeit und den Beitrag anderer interessierter Parteien sei. Schließlich wies er darauf hin, dass die EU-Standards automatisch eine Vorrangstellung einnehmen würden, da es sich um die komplexesten und umfassendsten Standards handele und ihre Anwendung verpflichtend sei. Er wies auch darauf hin, dass eine Konvergenz nicht bei allen Themen notwendig sein werde, da die EU-Standards mehr Bereiche abdecken würden als von der IFRS-Stiftung angedacht.

Der Vortrag wurde ein wenig dadurch überholt, dass die Treuhänder der IFRS-Stiftung während der Präsentation eine Erklärung veröffentlichten, in der sie die strategische Ausrichtung und die weiteren Schritte ihrer Nachhaltigkeitsinitiative bekannt gaben. Die stellvertretende Vorsitzende des IASB kommentierte dies und merkte an, dass sie erleichtert sei, zu sehen, dass die Philosophie hinter den Ideen der EU und den Entscheidungen der Treuhänder konsistent zu sein scheine und dass es viele Gemeinsamkeiten gebe. Sie merkte an, dass sich die IFRS-Stiftung viel schneller bewege, als es den Anschein habe, und dass sie bei ihrer Standardsetzungsarbeit schnell vorankommen werde, da sie auf bestehenden Rahmenwerken wie dem der TCFD aufbauen werde. Sie schloss ebenfalls mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit einer globalen Lösung und die Bedeutung von Zusammenarbeit.

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