2022

G7 begrüßt die Fortschritte des ISSB bei der Entwicklung einer globalen Grundlinie für Nachhaltigkeitsangaben

20.05.2022

Die Finanzminister und Zentralbankgouverneure der G7-Staaten haben ein Kommuniqué veröffentlicht, in dem die Arbeit zur Unterstützung der Ukraine, der makroökonomischen Stabilität, der globalen Gesundheit, der Digitalisierung der Volkswirtschaften, des Klimas und der Umwelt, der Finanzmarktpolitik und der Nachhaltigkeit sowie der internationalen Finanzarchitektur erörtert wird.

Das Kommuniqué der G7 geht insbesondere auf die Einrichtung des ISSB und dessen künftige Arbeit ein:

Die G7 begrüßen die Einrichtung des International Sustainability Standards Board (ISSB) und dessen Fortschritte bei der Arbeit an der globalen Grundlinie für Nachhaltigkeitsberichtsstandards. Wir begrüßen die ISSB-Erklärung vom 18. Mai 2022 zum "Weg zu einer globalen Grundlinie" und rufen alle relevanten Interessengruppen auf, sich an der laufenden Konsultation zu den vorgeschlagenen Standards zu beteiligen. Wir fordern den ISSB und die nationalen und regionalen Standardsetzer sowie andere Berichterstattungsinitiativen auf, aktiv an der Ausarbeitung der Grundlinie mitzuarbeiten, um zu Standards zu gelangen, die weltweit umgesetzt werden können. Die Grundlinie sollte praktisch, flexibel und verhältnismäßig sein und letztlich auch für kleine und mittelgroße Unternehmen geeignet sein und es den Rechtskreisen ermöglichen, die Grundlinie und einen weitergehenden Ansatz zur Ergänzung der Grundlinie umzusetzen. Wir ermutigen die Länder, den Boden für die Nutzung der Grundlinie zu bereiten bzw. weiter zu bereiten, die Interoperabilität nationaler und regionaler Standards und der globalen Grundlinie zu gewährleisten, um die Fragmentierung der Vorschriften für die Berichterstattung zu minimieren, die Berichtslast zu verringern und die Verfügbarkeit konsistenter Nachhaltigkeitsinformationen für die Adressaten zu ermöglichen. Wir ermutigen den ISSB, seine Arbeit an Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung über das Klima hinaus fortzusetzen, z. B. in den Bereichen Natur und Soziales.

Weiterführende Informationen finden Sie im Kommuniqué, das auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums veröffentlicht wurde.

Deutschsprachiger Newsletter zu den vorgeschlagenen ESRS

20.05.2022

Am 29. April 2022 hat die Europäische Beratungsgruppe zur Rechnungslegung (European Financial Reporting Advisory Group, EFRAG) ihre Entwürfe für EU-Nachhaltigkeitsberichterstattungsstandards (EU Sustainability Reporting Standards, ESRS) veröffentlicht.

Zu den Entwürfen steht jetzt ein ausführlicher iGAAP fokussiert-Newsletter zur Verfügung, in dem die Vorschläge in deutscher Sprache erläutert und zusammengefasst werden.

Sitzungen der beiden EFRAG-Boards diese Woche

18.05.2022

Sowohl der EFRAG-Board zu Finanzberichterstattung als auch der zu Nachhaltigkeitsberichterstattung werden am 20. Mai 2022 tagen.

Einziges Thema des Boards für Finanzberichterstattung wird der IFRS 17-Sachverhalt der IFRS Interpretations Committee sein. Die Tagesordnung und Papiere finden Sie hier; eine Anmeldung als Beobachter ist hier möglich.

Schwerpunktthemen der Sitzung des Boards für Nachhaltigkeitsberichterstattung werden die Entwürfe ESRS E2 und ESRS E5 sein. Die Tagesordnung und Papiere finden Sie hier; eine Anmeldung als Beobachter ist hier möglich.

DRSC-Stellungnahme zu den von der SEC vorgeschlagenen klimabezogenen Angabevorschriften

18.05.2022

Das DRSC hat durch seinen Fachausschuss Nachhaltigkeitsberichterstattung Stellung zu der von der US-amerikanische Wertpapier- und Börsenaufsicht (Securities and Exchange Commission, SEC) vorgeschlagenen Regelung genommen, nach der börsennotierte Unternehmen vorgeschrieben werden soll, ihre Treibhausgasemissionen und andere mit dem Klimawandel verbundene Risiken in ihren periodischen Berichten, wie z.B. den Jahresberichten, offenzulegen.

Die Stellungnahme konzentriert sich auf Frage 189, nämlich ob die künftige SEC-Vorschrift so strukturiert sein sollte, dass sie die Verwendung alternativer, vom ISSB herausgegebener Berichterstattungsvorschriften zumindest für ausländische Emittenten zulässt.

Das DRSC setzt sich nachdrücklich für global einheitliche Anforderungen bei den zukünftigen Nachhaltigkeitsberichtsstandards ein. Daher plädiert das DRSC in seiner Stellungnahme für eine Regelung, die es den in den USA notierten, ausländischen Emittenten ermöglichen wird, die vom ISSB herausgegebenen Nachhaltigkeitsberichtsstandards zu verwenden. Noch besser wäre es aus Sicht des DRSC, wenn dies für alle bei der SEC registrierten Unternehmen gelten würde, die zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet sind, einschließlich inländischer Emittenten.

Zur englischsprachigen Stellungnahme auf der Internetseite des DRSC gelangen Sie hier.

DRSC-Stellungnahme zu vorläufigen IFRS IC-Agendaentscheidungen

18.05.2022

Das DRSC hat durch seinen Fachausschuss Finanzberichterstattung gegenüber dem IFRS Interpretations Committee Stellung zu vorläufigen Agendaentscheidungen vom März 2022 genommen.

Zu drei der vorläufigen Agendaentscheidungen (zu IAS 32, zu IFRS 2/IFRS 3/IAS 32 und zu IFRS 16) hat das DRSC fachliche Anmerkungen.

Zusätzlich äußert es sich prozessual zur Entscheidung über die Übertragung des Versicherungsschutzes aus einer Gruppe von Rentenverträgen (IFRS 17) und gibt den Hinweis, dass Agendaentscheidungen kurz vor Erstanwendung von neuen oder geänderten IFRS-Vorschriften durch das IFRS IC sorgfältig überlegt und abgewogen werden sollten, um deren Auswirkungen in zeitlicher und sachlicher Hinsicht hinreichend zu würdigen.

Zur englischsprachigen Stellungnahme auf der Internetseite des DRSC gelangen Sie hier.

Der Erfolg des ISSB erfordert auch das Handeln Anderer

18.05.2022

Der International Sustainability Standards Board (ISSB) der IFRS-Stiftung hat eine Zusammenfassung der Schritte veröffentlicht, die erforderlich sind, um eine umfassende globale Grundlinie für Nachhaltigkeitsangaben zu schaffen.

In der Ankündigung wird hervorgehoben, dass die globale Grundlinie des ISSB eine einzigartige Gelegenheit bietet, die bestehende und weitere Zersplitterung der Angabenvorschriften im Bereich der Nachhaltigkeit zu verringern, und dass eine weit verbreitete Nutzung der Grundlinie die Kosten für die Datenersteller senken und die Entscheidungsnützlichkeit der Informationen für die Adressaten verbessern wird. Darüber hinaus werden die Schritte dargelegt, die der ISSB unternommen hat und noch unternimmt, um bis Ende 2022 die notwendigen institutionellen und fachlichen Standardsetzungsarbeiten zur Schaffung der Kernelemente der globalen Grundlinie abgeschlossen zu haben. In der Ankündigung wird jedoch auch betont, dass die Erreichung dieses Ziels auch das Handeln anderer erfordert, insbesondere der nationalen Gesetzgeber und der Marktteilnehmer. Es heißt dazu:

Der künftige Erfolg der globalen Grundlinie wird davon abhängen, ob die staatlichen Stellen sie in ihre Vorschriften für die Berichterstattung in den jeweiligen Rechtskreisen aufnehmen und ob die Marktnachfrage von Anlegern und anderen Akteuren die Verwendung der IFRS Sustainability Disclosure Standards des ISSB fördert. Der ISSB bekräftigte seine Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit Rechtskreisen und Interessengruppen bei der Verfolgung dieses Ziels im öffentlichen Interesse und ist bereit, sich proaktiv einzubringen, wenn Rechtskreise und andere Interessengruppen mit der Evaluierung der Standards des ISSB beginnen.

Die vollständige Erklärung in englischer Sprache finden Sie hier auf der Internetseite der IFRS-Stiftung.

UKEB übernimmt IFRS 17

17.05.2022

Der UK Endorsement Board (UKEB) hat die Übernahme von IFRS 17 'Versicherungsverträge' für die Anwendung im Großbritannien bekanntgegeben.

Die Übernahme von IFRS 17 ist ein wichtiger Meilenstein für den UKEB. Es ist der erste große Standard, den der UKEB übernimmt. Die Übernahme ist der erste wirkliche Test für den Übernahmeprozess des UKEB. Zugleich ist sie angesichts der Größe der britischen Versicherungsbranche von internationaler Bedeutung.

Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung auf der Internetseite des UKEB.

FRC veröffentlicht Ergebnisse der Überprüfung von Abzinsungssätzen

17.05.2022

Der britische Rat für Rechnungslegung (Financial Reporting Council, FRC) hat die Ergebnisse einer Überprüfung von unter IFRS verwendeten Abzinsungssätzen veröffentlicht.

In dem Bericht wird festgestellt, dass abgezinste Cashflows und Abzinsungssätze nach IFRS zwar häufig verwendet werden, die Bestimmung eines angemessenen Abzinsungssatzes jedoch ein komplexer Bereich der Finanzberichterstattung ist, der mit erheblichen Schätzungsunsicherheiten behaftet sein kann und eine Fehlerquelle in der Finanzberichterstattung darstellt.
 
Der FRC hat bei seiner Überprüfung Folgendes festgestellt:

  • Die für Abzinsungssätze und Cashflows verwendeten Annahmen sollten intern konsistent sein, und es sollte darauf geachtet werden, dass Risiken nicht doppelt berücksichtigt werden. Wenn nominale Zinssätze verwendet werden, sollten die Auswirkungen der Inflation auf die Zahlungsströme nicht übersehen werden; insbesondere im derzeitigen Zinsumfeld mit niedrigen nominalen Zinssätzen und relativ hoher Inflation.
  • Die Entscheidungsnützlichkeit der von vielen Unternehmen gemachten Angaben ist generell verbesserungsfähig, wobei qualitativ hochwertige Angaben sowohl den verwendeten Abzinsungssatz als auch eine Erläuterung seiner Bestimmung enthalten sollten.
  • Die Unternehmen müssen unter Umständen prüfen, ob bei der Bewertung eines wesentlichen Postens und in Fällen, in denen kein internes Fachwissen vorhanden ist, die Beratung durch einen Spezialisten erforderlich ist.

Der Bericht enthält einige Fallstudien, die auf Problemen beruhen, die der FRC bei seiner routinemäßigen Überwachung der Unternehmensberichterstattung feststellt, um einige der Herausforderungen zu veranschaulichen, denen sich Unternehmen in diesem Bereich gegenübersehen können.
 
Um eine Verbesserung der allgemeinen Qualität der Unternehmensangaben zu fördern, enthält der Bericht auch Beispiele für gute ausgeübte Praxis, bei der die Unternehmen die Faktoren, die sie bei der Bestimmung des Abzinsungssatzes berücksichtigt haben, klar beschrieben haben; beispielsweise wird erläutert, ob Risiko und Inflation in den Cashflows oder im Abzinsungssatz berücksichtigt wurden.
 
Der vollständige Bericht in englischer Sprache ist auf der Internetseite des FRC abrufbar.

ESMA veröffentlicht weitere Entscheidungen zur Durchsetzung der IFRS

17.05.2022

Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) hat einen weiteren Satz von Auszügen aus der vertraulichen Datenbank von Durchsetzungsentscheidungen europäischer Enforcementstellen veröffentlicht. In ihm sind Entscheidungen zu IFRS 9, IAS 2 (zwei Entscheidungen), IFRS 15 (drei Entscheidungen), IFRS 16/IAS 36, IAS 36 (zwei Entscheidungen), IFRS 8 und IAS 7/IAS 8 enthalten.

Die nationalen europäischen Enforcementstellen prüfen die Abschlüsse von Unternehmen, deren Wertpapiere an einem geregelten Markt in Europa gehandelt werden oder sich in der Zulassung befinden. Die Abschlüsse werden in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt und daraufhin untersucht, inwieweit sie die IFRS und anderweitige anzuwendende Berichtsanforderungen befolgen, einschließlich der maßgeblichen nationalen Rechtsvorschriften.

ESMA hat eine vertrauliche Datenbank von Durchsetzungsentscheidungen, die von den einzelnen europäischen Enforcementstellen getroffen wurden, als Informationsquelle entwickelt, um die sachgerechte Anwendung der IFRS zu fördern.

Die Veröffentlichung von Enforcemententscheidungen ist dazu gedacht, Marktteilnehmer davon in Kenntnis zu setzen, welche bilanziellen Behandlungen nationale europäische Enforcementstellen als im Einklang mit den IFRS stehend ansehen mögen, d.h. ob die Behandlung als in einer akzeptablen Bandbreite möglicher Anwendungen nach IFRS anzusehen sind. ESMA ist der Ansicht, dass die Veröffentlichung der Entscheidungen samt der ihnen zugrundeliegenden Argumentation zu einer einheitlichen Anwendung der IFRS in der Europäischen Union betragen wird.

Die in der jüngsten Sammlung von Auszügen, der sechsundzwanzigsten in der Reihe, die Entscheidungen von März 2020 bis November 2021 abdeckt, behandelten Themen sind die folgenden:

Standard Topic
IFRS 9 Finanzinstrumente
Berücksichtigung von Bonitätsverbesserungen bei der Bewertung der erwarteten Kreditverluste
IAS 2Vorräte Bewertung des Nettoveräußerungswerts der Vorräte
IAS 2Vorräte Kosten für den Verkauf bei der Berechnung des Nettoveräußerungswerts von Vorräten
IFRS 15Erlöse aus Verträgen mit Kunden Erfassung von Erlösen im Laufe der Zeit
IFRS 15Erlöse aus Verträgen mit Kunden Bedeutende Finanzierungskomponente
IFRS 15Erlöse aus Verträgen mit Kunden Ausweis von Einnahmen aus Rechtsstreitigkeiten als Erlöse
IFRS 16Leasingverhältnisse
IAS 36 — Wertminderung von Vermögenswerten
Werthaltigkeitsprüfung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, die Nutzungsrechte an Vermögenswerten umfasst
IAS 36 — Wertminderung von Vermögenswerten COVID-19-Indikatoren für Wertminderung
IAS 36 — Wertminderung von Vermögenswerten Identifizierung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
IFRS 8 — Geschäftssegmente Geschäftssegmente
IAS 7 Kapitalflussrechnungen
IAS 8 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Änderungen von Schätzungen und Fehler
Veränderung der Zusammensetzung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zugang zum vollständigen Satz von Auszügen haben Sie auf der Internetseite von ESMA.

IPSASB-Konsultationspapier zu natürlichen Ressourcen

17.05.2022

Der Rat für internationale Rechnungslegungsstandards für den öffentlichen Sektor (International Public Sector Accounting Standards Board, IPSASB) hat ein Konsultationspapier 'Natural Resources' veröffentlicht.

In der Einleitung des Konsultationspapiers wird festgestellt, dass unter natürlichen Ressourcen im Allgemeinen Ressourcen wie Sonnenlicht, Luft, Wasser und Land verstanden werden, die ohne das Zutun des Menschen existieren. In vielen Rechtskreisen machen sie einen erheblichen Teil der wirtschaftlichen Ressourcen aus. Allerdings verfügen die Regierungen oft nicht über ausreichende Informationen über den monetären Wert natürlicher Ressourcen, so dass sie Rechte an diesen Ressourcen ohne Rücksicht auf finanzielle und ökologische Nachhaltigkeit oder Generationengerechtigkeit vergeben.

Derzeit gibt es keine expliziten Leitlinien in den internationalen den Rechnungslegungsstandards für den öffentlichen Sektor (International Public Sector Accounting Standards, IPSAS) für die Bilanzierung von natürlichen Ressourcen in ihrem ursprünglichen Zustand. Daher arbeitet der IPSASB nun daran, diese Lücke zu schließen. Die erste Phase seiner Arbeit konzentriert sich auf die Rechnungslegung für materielle, natürlich vorkommende Ressourcen, einschließlich Bodenschätzen, Wasser und lebenden Ressourcen, die sich in ihrem natürlichen Zustand befinden. Das vorliegende Konsultationspapier ist das erste Projektergebnis und befasst sich mit der Frage, ob natürliche Ressourcen in Mehrzweckabschlüssen als Vermögenswerte ausgewiesen werden können oder in umfassenderen Finanzberichten offengelegt werden sollten.

Stellungnahmen zum Konsultationspapier werden bis zum 17. Oktober 2022 erbeten.

Auf der Internetseite des IPSASB finden Sie eine Pressemitteilung sowie eine Zugangsseite für eine Videoeinführung, das Konsultationspapier und eine At a Glance-Zusammenfassung.

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