Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen einen bedarfsgerechteren Service bereitstellen zu können. Indem Sie ohne Veränderungen Ihrer Standard-Browser-Einstellung weiterhin diese Seite besuchen, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden. Möchten Sie mehr Informationen zu den von uns verwendeten Cookies erhalten und erfahren, wie Sie den Einsatz unserer Cookies unterbinden können, lesen Sie bitte unsere Cookie Notice.
Sie können die volle Funktionalität unserer Seite mit Ihrem Browser nicht nutzen, weil Sie entweder eine alte Version von Internet Explorer verwenden oder der Kompatilitätsmodus eingeschaltet ist. Bitte prüfen Sie, ob der Kompatibilitätsmodus ausgeschaltet ist, nutzen Sie eine Version ab IE 9.0, oder verwenden Sie einen anderen Browser wie bspw. Google Chrome oder Mozilla Firefox.

Finanzinstrumente: Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen – Macro Hedging

Date recorded:

Der Stab stellte dem Board Agendapapiere vor, in denen beispielhaft die Absicherung des Zinsänderungsrisikos gewählt wurde. Diese Papiere drehten sich um Risikomanagementansätze auf Grundlage des erwarteten Verhaltens eines Portfolios, bei dem (1) Portfolien als Bilanzierungsobjekt für Zwecke der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen und (2) Ansätze der untersten Schicht (Bottom Layer Approaches) verwendet werden. In einem der Papiere wurden diese Ansätze anhand eines geschlossenen Portfolios dargestellt, wobei im zweiten Papier auf die Anwendung auf ein offenes Portfolio und die zusätzlichen Erwägungen eingegangen wird, die sich aus einem sich fortwährend verändernden Portfolio ergeben. Der Stab bat den Board auf dieser Sitzung nicht um Entscheidungen.

In den Papieren wurden drei Möglichkeiten sowie die sich jeweils aus ihnen ergebenden Folgen dargestellt. Die erste Alternative besteht im Portfolio-Fair-Value-Hedge für Zinsänderungsrisiken gemäß IAS 39. Die zweite Alternative stellt ein Portfoliobewertungsansatz dar, der auf das gesicherte Risiko auf Grundlage der Nettoposition mit einem konstant gesicherten Anteil angewendet wird. Dieser Ansatz würde die Designation des Portfolios als Bilanzierungsobjekt ermöglichen und folglich eine Bewertung des Portfolios für Zwecke der Sicherungsbilanzierung. Die dritte Alternative besteht in einem Ansatz der untersten Schicht, welcher die Nettorisikoposition widerspiegelt (d.h. eine Schicht einer Bruttoposition, die dem Nettorisiko entspricht).

Die Analyse des Stabs zur Alternative einer Anwendung der bestehenden Vorschriften in IAS 39 stellte die Probleme und Beschränkungen heraus, die derzeit bestehen. Eine Übersicherung der Nettorisikoposition (aus Sicht des Risikomanagements) ist in dem Maße unsichtbar, in dem Sicherungsinstrumente durch die Bruttoposition abgedeckt sind, die für Zwecke der Sicherungsbilanzierung designiert wurde. In ähnlicher Weise wäre auch eine Untersicherung der Nettorisikoposition nicht sichtbar. Das Risiko einer vorzeitigen Rückzahlung der Nettoposition ist nur teilweise dahingehend sichtbar, dass eine Verminderung des Betrags der Sicherungsanpassung von dem Sicherungsanteil und den designierten Grundgeschäften abhängt, die aus der Nettorisikoposition herausfallen. Die Ineffektivität der Sicherungsbeziehung ist zudem aufgrund der Sicherungsquote und der designierten Grundgeschäfte aus der Nettoposition nur teilweise sichtbar. Vielleicht am wichtigsten aber ist der Umstand, dass die Anwendung des Ansatzes in IAS 39 operationell komplex ist, weil sie die Nachverfolgung der Sicherungsanpassung aufgrund von Änderungen der abgesicherten Anteile, regelmäßiger Neudesignationen und 'später Sicherungen' erfordert.

Die Untersuchung des Ansatzes der Portfoliobewertung durch den Stab stellte heraus, dass dieser Ansatz dafür sorgt, dass sowohl Über- als auch Untersicherungen der Nettorisikoposition gezeigt werden, da das gesamte abgesicherte Portfolio (sowohl Vermögenswerte als auch Schulden) neubewertet wird und Erhöhungen oder Verringerungen der Nettoposition folglich zu Ineffektivität führen würden. Zudem wird das Vorfälligkeitsrisiko sichtbar, weil jede vorzeitige Rückzahlung eine Auflösung der entsprechenden Sicherungsanpassung auslöst. Dieser Ansatz ermöglicht auch Einblicke in die Ineffektivität der Sicherung. Der Stab hob ferner hervor, dass der Ansatz der Portfoliobewertung infolge einer einheitlichen Sicherungsquote über alle Posten (statt nur eines Teils) keine Nachverfolgung der Sicherungsanpassungen erfordert und Änderungen am Portfolio unmittelbar dazu führten, dass es keine späten Sicherungen gebe. Die Stabsmitarbeiter meinten, dass die Komplexität von dem Ausmaß der Synergien mit den Bewertungsverfahren abhinge, die durch das Risikomanagement verwendet würden.

Die Analyse des Stabs zum Ansatz der untersten Schicht ergab, dass er Über- und Untersicherungen nicht sichtbar mache. Er würde auch nicht zur Sichtbarkeit des Vorfälligkeitsrisikos führen, falls das Risiko nicht zu einer Verringerung oder einem Bruch der designierten Schicht führe. Die Sichtbarkeit der Ineffektivität einer Sicherung hängt von der Flexibilität bei der Definition der Schicht ab. Der Stab meinte, dass dieser Ansatz der einfachste Ansatz sei, solange sich die Schicht nicht verändere, dass aber Änderungen der designierten Schicht zu ähnlichen Problemen der Nachverfolgung führten wie bei der heutigen Sicherungsbilanzierung, allerdings auf Portfolioebene.

Die meisten Boardmitglieder brachten auf Grundlage der Analyse des Stabs eine grundsätzliche Unterstützung für den Ansatz der Portfoliobewertung zum Ausdruck, da dieser die höchste Transparenz biete. Ein Boardmitglied meinte, dass die Papiere die Interdependenz zwischen dem Zinsrisiko und behavioristischen Faktoren (wie vorzeitige Rückzahlungen) nicht hinreichend behandelten. Ein anderes Boardmitglied hob die Bedeutung angemessener Angaben für die Sicherungsbeziehungen hervor. Ein Boardmitglied fragte den Stab, ob der Ansatz der Portfoliobewertung im Einklang damit stehe, wie Risikomanager derzeit Risiken steuerten. Dabei führte er Bedenken an, dass das Vorgehen bei der Bilanzierung de facto das Vorgehen des Risikomanagements treiben könne. Der Stab entgegnete, dass dieser Ansatz der üblicherweise gewählte Ansatz der Risikomanager sei, allerdings stellte ein Boardmitglied dies in Frage, indem er anführte, dass einige Finanzinstitute auf den Abgleich von Zahlungsströmen fokussierten und Sichteinlagen nicht zum beizulegenden Zeitwert bewerteten. Er meinte, der Stab möge Erkundigungen durchführen, um sicherzustellen, dass der Ansatz operational umsetzbar sei, bevor man sich zu weit auf diesen Pfad begebe.

Der Board fällte auf dieser Sitzung keine vorläufigen Entscheidungen. Die Stabsmitarbeiter nahmen die erste Präferenz des Boards für einen Ansatz der Portfoliobewertung zur Kenntnis und werden mit den verbleibenden fünf Schritten fortfahren und dabei diesen Ansatz als Grundlage für die weitere Entwicklung verwenden.

 

Zugehörige Themen

Correction list for hyphenation

These words serve as exceptions. Once entered, they are only hyphenated at the specified hyphenation points. Each word should be on a separate line.