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Finanzinstrumente – Sicherungsbilanzierung (Macro Hedge Accounting)

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Auf dieser Sitzung erörterte der Board zwei Themen:

  • Sollten interne Derivate eine Rolle in der externen Rechnungslegung spielen (10. Schritt der elf Schritte, die auf der Novembersitzung 2011 überblicksartig vorgestellt wurden)?
  • Was sind die Auswirkungen von Risikolimiten bei der Bestimmung der Ineffektivität von Sicherungstätigkeiten (11. Schritt)?

 

Interne Derivate

Der IASB diskutierte zunächst, ob ‘interne Derivatie’ eine Rolle bei der Bilanzierung von Macro Hedges spielen können. Interne Derivate sind Derivate, die zwischen verschiedenen Geschäftseinheiten innerhalb eines Unternehmens oder eines Konzerns eingegangen werden.

Die Diskussion konzentrierte sich auf eine Bank mit einem Geschäftsmodell, bei dem das Zinsrisiko des Bankbuchs (teilweise oder vollständig) durch den Einsatz interner, mit dem Handelsbuch abgeschlossener Derivate gesteuert wird. Bei der Diskussion ging es um zwei Aspekte:

  1. die Frage, ob das Bestehen interner Derivate ein relevanter Aspekt bei der Bestimmung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ist, auf die ein Neubewertungsmodell für Zinsrisiken angewendet werden könnte; sowie
  2. die Frage, ob interne Derivate auch eine Rolle beim Ausweis in der Ergebnisrechnung spielen sollten.

Auch wenn das Papier des Stabs keinen speziellen Vorschlag enthielt, dass das Ergebnis aus internen Derivaten angesetzt werden sollte, umrissen die Stabsmitarbeiter viele Erwägungsgründe, die die Anwendung eines Neubewertungsmodells auf ein Portfolio an finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, das vollends oder in Teilen mittels interner Derivate abgesichert wird, stützen könnten. Insbesondere meinte der Stab, dass eine derartige bilanzielle Behandlung im Einklang mit den Risikomanagementtätigkeiten jener stünde, das das Bankbuch steuerten. Allerdings meinten die Stabsmitarbeiter, dass die Beantwortung der Frage, ob es die Vermögens- und Ertragslage eines Konzern am besten widerspiegele, davon abhänge, wie eine offene Zinsrisikoposition umschrieben werde oder welche Rolle interne Organisations- und Geschäftsmodelle spielten.

Mehrere Boardmitglieder hoben die Nützlichkeit von Informationen zu internen Derivaten hervor. Allerdings fragten sie, wie diese Information nutzbringend dargestellt werden könne, vor allem in Situationen, in denen es keine Verknüpfung von internen zu externen Derivaten gebe. Diese Boardmitglieder sahen bspw. Schwierigkeiten bei der Darstellung der sachgerechten Auswirkung auf den Nettozinsertrag und jedwede verbleibende Volatilität im Nichthandelsergebnis aus Zinsrisiken im Konzernabschluss ohne Bezugnahme auf interne Derivate. Falls festgestellt würde, dass interne Derivate eine Rolle im Ausweis in der Ergebnisrechnung spielen sollten, hätte der Board zu erwägen, ob es sachgerecht wäre, die Auswirkung interner Derivate im Konzernabschluss in Situationen 'brutto darzustellen', in denen Neubewertungsanpassungen aus internen Derivaten die Volatilität aus Derivaten, die im Risikomanagement eingesetzt werden, ausgleichen oder gegebenenfalls eigenständige Angaben auf Segmentberichtsebene zu erwägen (sofern einschlägig).

Ein andere Boardmitglied brachte größere Bedenken hinsichtlich der Anwendung des Macro-Hedging-Modells auf, nämlich die Vergleichbarkeit. Er meinte, dass Unternehmen verpflichtet werden sollten, eine Bilanzierungs- und Bewertungsmethode hinsichtlich der Anwendung des Macro-Hedge-Accounting-Modells zu wählen. Ansonsten fürchte er, dass Unternehmen sich entscheiden könnten, das allgemeine Hedging-Modell auf ein Portfolio an Vermögenswerten und das Macro-Hedging-Modell auf ein anderes Modell an Vermögenswerten anzuwenden, um die Ergebnisschwankungen zu vermindern. Der Vorsitzende des IASB meinte, dass diese Bedenken zu einem späteren Zeitpunkt erwogen würden.

 

Risikolimite

Der IASB erörterte sodann die Auswirkung eines Konzepts der Risikolimite für Zwecke der Bilanzierung. Ein Unternehmen gibt Risikolimite vor, um Schwellen für Risikoniveaus zu setzen, die es ohne Eingehung von Sicherungsmaßnahmen akzeptieren kann. Solange eine Risikoposition innerhalb des Risikolimits liegt, muss das Unternehmen keine Schritte einleiten, um eine Position aufrecht zu erhalten, die es als akzeptabel ansieht.

Mit diesem Sachverhalt im Hinterkopf und in Erwägung der praktischen Schwierigkeiten bei der Beurteilung von Ineffektivitäten in einem Macro-Hedging-Modell brachte der Stab die Verwendung von Risikolimiten als möglichen Weg auf, die Zielsetzung eines Unternehmen, lediglich einen Teil der Risikoposition abzusichern, mit dem Bilanzierungsmodell für Macro Hedging zu verknüpfen, welches auf einem Neubewertungsansatz beruht (d.h. solange der Risikobetrag innerhalb des von der Geschäftsleitung vorgegebenen Risikolimits liegt, wird eine Sicherung als perfekt oder automatisch effektiv angesehen).

Mehrere Boardmitglieder führten deutliche Nachteile einer Anwendung von Risikolimiten ins Feld. Diese Nachteile, die in dem Papier der Stabsmitarbeiter eingehender beschrieben werden, beinhalten folgende:

  • Die Anwendung eines Bilanzierungsmodells, welches dem Konzept der Risikolimite Raum gibt, mag zu Abweichungen von IFRS-Prinzipien führen (weil bspw. sämtliche Ineffektivitäten in einigen Fällen nicht erfasst würden.
  • Die Anwendung des Konzepts der Risikolimite würde die Frage aufbringen, wie man Durchbrechungen der Risikolimite bilanzieren soll, weil bei einem solchen Bilanzierungsmodell ein fehlender Ausgleich der Wertänderungen solange nicht im Periodenergebnis erfasst würden, wie die Risikolimite nicht durchbrochen würden. Daher würde das Modell nicht auf einem Neubewertungsansatz fußen, sondern stattdessen eine Abgrenzung bestimmter Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfordern.
  • Die Anwendung des Konzepts der Risikolimite könnte einen Moral Hazard schaffen, bei dem Unternehmen größere Risikolimite vorgeben würden, um ein stabileres Ergebnis zu erreichen. In diesem Punkt meinte ein Boardmitglied, man solle es Regulatoren überlassen, Limite vorzugeben. Andere meinten dagegen, dass ein Zulassen, dass Regulatoren Limite setzen würden, die Vergleichbarkeit verringern würde.

Auch wenn diese Nachteile erörtert wurden, fällte der Board zu diesem Thema keine Entscheidungen.

 

Zugehörige Themen

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