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Hans Hoogervorst spricht über das Konzept der Vorsicht

  • Hans Hoogervorst Image

18.09.2012

Am 18. September 2012 sprach der IASB-Vorsitzende Hans Hoogervorst bei der Veranstaltung zur Berichterstattung der Zukunft, die vom europäischen Wirtschaftsprüferverband (Fédération des Experts Comptables Européens, FEE) in Brüssel abgehalten wurde. In seiner Rede, die den Titel 'Das Konzept der Vorsicht: Tot oder lebendig?' trug, sprach er über Ermessensentscheidungen in der Finanzberichterstattung und darüber, wie eine erhöhte Objektivität (mit Umsicht eingesetzt) die Rechnungslegungsstandards verbessert hat, seit das Konzept der Vorsicht aus dem Rahmenkonzept gestrichen wurde.

Der IASB-Vorsitzende begann seine Rede damit, indem er die Zukunft der Unternehmensberichterstattung erörterte, die er in der integrierten Berichterstattung sieht, da die Themen Nachhaltigkeit, soziale Belange, Umweltfragen und Finanzberichterstattung miteinander in Beziehung stehen. Er wies darauf hin, dass in allernächster Zukunft allerdings zuerst die offnenen Fragen des Rahmenkonzepts zu klären seien - wie beispielsweise die Definitionen von Vermögenswerten und Schulden.

Während er zugab, dass das Rahmenkonzept heftig umkämpft ist, weil Rechnungslegung eben keine exakte Wissenschaft sei und hochgradig von Ermessen abhänge, kam er zum eigentlichen Thema seiner Rede, der Vorsicht. Er stellte die Definition von Vorsicht aus der Vorgängerversion des Rahmenkonzepts noch einmal vor (damals ein Merkmal der Verlässlichkeit, die jetzt getreue Darstellung genannt wird):

 

Im Rahmenkonzept hieß es, dass Vorsicht bedeute, eine Grad von Umsicht bei der Ausübung von Ermessen walten zu lassen, das notwendig bei der Schätzungen unter Umständen von Unsicherheit sei, damit die Vermögenswerte und Erträge nicht über- und die Schulden und Aufwendungen nicht unterbewertet würden.

Hoogervorst hielt fest, dass an dieser Definition nichts falsch sei, aber er warnte vor eine zu konservativen Einstellung, da dies zu zwei Problemen führen würde:

  • Während eines wirtschaftlichen Aufschwungs würden Gewinne künstlich niedrig gehalten, und Anleger könnten eine gute Anlagemöglichkeit übersehen.
  • Während eines wirtschaftlichen Abschwungs können stille Reserven genutzt werden, um die Gewinne eines Unternehmens zu erhöhen. Gewinne werden zu hoch dargestellt, um den Abfall in der Leistung eines Unternehmens zu maskieren.

Hoogervorst sagte, dass das Konzept der Vorsicht fallengelassen wurde, als die Konvergenzgespräche mit dem FASB begannen, weil es in den US-GAAP keine Definition von Vorsicht gibt. Der IASB sei aber der Meinung, dass die Maxime "im Zweifel vorsichtig sein" in all seinen Standards deutlich würde. Die explizite Nennung von Vorsicht zu streichen, bedeute nur, die Neutralität der Finanzberichterstattung stärker zu betonen.

Allerdings gestand Hoogervorst auch ein, dass im Hinblick auf Vorsicht noch weitere Verbesserungen an den IFRS möglich seien. Er nannte einige bestimmte Bereiche (zum Beispiel die Wertminderung von Finanzinstrumenten), aber gab zu, dass leichte Lösungen für diese Fragen nicht zu finden seien. Er nannte verschiedene Möglichkeiten, mit denen der IASB versucht, ausreichend Vorsicht in seine Standards einzubauen. Im Fall der Wertminderung von Finanzinstrumenten haben das schließlich aber dazu geführt, dass eine konvergierte Lösung mit dem FASB eher unwahrscheinlich geworden sei.

Hoogervorst beendete seine Rede, indem er wiederholte, dass seiner Meinung nach die Standards des IASB zu Informationen führen sollten, die so neutral wie möglich sind. Er verwies noch einmal darauf, das Vorsicht in vielen Standrads des IASB klar zutage trete und ein wichtiger Punkt bei der Entwicklung neuer Standards bleibe. Daher, so sein Schluss, sei das Konzept der Vorsicht nicht tot, sondern "es lebt und strampelt".

Der vollständigen Text der Rede von Hoogervorst in englischer Sprache können Sie auf der Internetseite des IASB lesen.

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