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'Langer Marsch zur Überregulierung und wieder zurück'

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17.07.2014

In seiner Abschiedsvorlesung an der Universität Zürich blickte Prof. Dr. Conrad Meyer, Doyen der Rechnungslegung in der Schweiz und bis Ende Juni 2014 Präsident der Fachkommission der Swiss GAAP FER, auf vierzig Jahre Entwicklungen und Veränderungen in der Rechnungslegung zurück. Dabei ging er auch der Frage nach, warum mittelgroße Gesellschaften in der Schweiz den IFRS vermehrt den Rücken zukehren.

In seiner Rede blickte Meyer zunächst auf die frühen Zeiten der Rechnungslegung zurück, als "alles einfacher" war und "selbst börsenkotierte Unternehmen in ihrem Abschluss mehr oder weniger machen konnten, was ihnen beliebte". Er vollzog dann den Weg zu der heutige hohen Regelungsdichte unter US-GAAP (25.000 Seiten Rechnungslegungsvorschriften) und IFRS (3.000 Seiten) nach und erläuterte das Thema der Scheingenauigkeit, die zumindest auf Seiten des IASB wieder auf eine stärkere Besinnung auf Rechnungslegungsprinzipien bewirkt habe - eine Richtungsänderung die Meyer als überfällig bezeichnete.

Meyer führte aus, dass der Umfang und die Geschwindigkeit der Änderungen der Vorschriften Unmut bei den Anwendern auslösen würden und die anfängliche Euphorie längst verflogen sei. Inzwischen betrachteten Unternehmen die Vor- und Nachteile komplexer internationaler Regeln skeptischer. Vor diesem Hintergrund verwies Meyer auf eine in der Schweiz seit 2008 zu beobachtende Entwicklung (die beispielsweise auch in der Schweizer IFRS-Studie 2013 thematisiert wird): mittelgroße börsennotierte Gesellschaften, denen anders als Unternehmen im europäischen Ausland die Wahl offensteht, nationale Schweizer Rechnungslegungsstandards anzuwenden, wechseln von einer Rechnungslegung nach IFRS zur Bilanzierung nach Swiss GAAP FER. Über 20% der IFRS-Anwender an der Schweizer Börse haben bereits gewechselt.

Diese Entwicklung führte Meyer auf die vergleichsweise schlanken Schweizer Rechnungslegungsvorschriften (200 Seiten) zurück, die unter Meyers Präsidentschaft der Fachkommission der Swiss GAAP FER als pragmatisch-schweizerische Alternative zu den zunehmend komplexen internationalen Normen positioniert wurden und die sich insbesondere durch eine hohe Modularität auszeichnen. Meyer verwies dabei auch auf eine jüngst durchgeführte Umfrage der Stiftung FER, die ergeben hat, dass drei Viertel der Befragten die Verständlichkeit, Anwenderfreundlichkeit und den Detaillierungsgrad der Swiss GAAP FER befürworten.

Meyer stützte seine Aussage auch auf einen von ihm mitverfassten Artikel Causes and Consequences of a Voluntary Turn Away from IFRS to Local GAAP, der sich den Gründen und den wirtschaftlichen Konsequenzen einer freiwilligen Abwendung von den IFRS und einer Hinwendung zu Swiss GAAP FER widmet. Die Autoren stellen fest, dass entgegen früheren Vermutungen in der IFRS-Literatur eine Reduzierung der geforderten Angaben nicht notwendigerweise zu einer Zunahme der Informationsasymmetrie führt. Sie können auch zeigen, dass für bestimmte Unternehmen eine Abwendung von den IFRS nicht notwendigerweise negative wirtschaftliche Konsequenzen nach sich zieht.

Meyer schloss seine Abschiedsvorlesung deshalb mit einer Schlussfolgerung, die dafür plädierte, dass Konzepte und ein Verständnis ihrer Konsequenzen im Abschluss wichtiger sind als Detailregelungen.

Ein mathematisch genaues Reporting, wie sich das viele vorstellen, wird es nicht geben. Genau das macht es aber auch spannend. Die Fähigkeit, über den Seitenrand hinauszuschauen, ist eine zentrale Kompetenz sowohl bei Erstellern der Abschlüsse als auch bei den Adressaten.

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