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AASB-Essay zu Ausweis und Angaben

  • AASB Image

14.08.2013

Der australische Accounting Standards Board (AASB) hat einen Essay veröffentlicht, in welchem er Angaben und Ausweis im Kontext von Rahmenkonzepten diskutiert. In dem Essay wird argumentiert, dass in den Rahmenkonzepten infolge einer unzureichenden Erforschung der Beziehung zwischen den Bedürfnissen von Nutzern und den Charakteristika des Unternehmens eine "Lücke" zwischen der Zielsetzungs- und nachgelagerten Ebenen bestehe. In dem Essay wird ein möglicher breiterer Fokus auf 'Bestands- und Stromgrößen' und ein sich daraus ergebender neuer Ansatz für den Ausweis und die Angaben vorgeschlagen, der eine Abkehr von den traditionellen themenbezogenen Angaben darstellt.

Der AASB-Essay 2013-1 Überdenken des Wegs von einer Zielsetzung der Entscheidungsfindung im ökonomsichen Umfeld hin zu einem Angaben- und Ausweisrahmen stammt in erster Linie aus der Feder von Kevin Stevenson (AASB-Vorsitzender) und stellt den ersten Beitrag einer beabsichtigten Reihe dar, die durch das unlängst gebildete Forschungszentrum des AASB hervorgebracht werden soll. Die Reihe an Essays "soll ein Medium für eine große Bandbreite an zu erörternden Rechnungslegungsthemen sowie für aufgeworfene Ideen darstellen, mit denen eine Diskussion in Gang gesetzt und ein Führungsanspruch bei Denkansätzen auf dem Gebiet der Einwicklung von Bilanzierungsstandards geschaffen werden soll", auch wenn diese nicht notwendigerweise die Ansichten des AASB widerspiegeln.

In dem Essay wird die Sicht vertreten, dass sich die Diskussion in der Geschichte der Bilanzierungsstandards in weiten Teilen um Ansatz- und Bewertungsfragen gedreht habe und man eher in jüngerer Zeit die Bedeutung von Geschäftsmodellen bei der Entwicklung von Bilanzierungsstandards habe aufkommen sehen. Dies habe dazu geführt, dass sich Angaben in erster Linie "um die Erläuterung bilanzierter Posten" und die Zurverfügungstellung von Informationen über das Geschäftsmodell eines Unternehmens drehten. Folglich, so das Papier, könne man das derzeitige Angabenregime "als weitgehend ... themengetrieben" und auf das Herausziehen von Informationen über die Zahlungsstromwirkungen eines jeden Themas konzentiert kennzeichnen; demgegenüber lasse sich der Ausweis nach Ansicht von Stevenson durch "ein Minimum an geforderten Ausweiszeilen, ein etwas gekünsteltes Format und nur begrenzt vorhandene Ordnungsprinzipien" charakterisieren.

Obgleich der Essay ursprünglich dazu gedacht war, einen Beitrag zur Unterscheidung der Prinzipien für Angaben und Ausweis zu leisten, kommt Stevenson stattdessen zu dem Schluss, dass der Kernfokus von Rahmenkonzepten "auf der Identifizierung der Charakteristika von Unternehmen liegen solle, mit denen sich die Nutzer auseinandersetzen sollten, um Entscheidungen über eine Allokation knapper Ressourcen zu treffen." In dem Papier heißt es weiter:

 

Bringt man es auf den Punkt, ... so haben wir uns hinsichtlich der Entscheidungsfindung im wirtschaftlichen Umfeld zu unbedacht und zu bereitwillig gezeigt, mehr oder minder unausgegorene Satzteile wie 'Betrag, Zeitpunkt und Unsicherheit von Zahlungsströmen' zu akzeptieren. Mit diesem Essay sollen Informationen über die Höhe, den zeitlichen Anfall und die Unsicherheit solcher Zahlungen nicht heruntergeredet werden. Stattdessen soll dazu aufgerufen werden, die generischen Eigenschaften von Unternehmen herauszustreichen, die Nutzer in die Lage versetzen, die Bedeutung dieser Informationen auf einem verständlichen Aggregations- und Klassifizierungsniveau zu verstehen.

Im Einklang mit dieser Analyse wird in dem Essay die Sicht vertreten, dass Angaben und Ausweis auf einer viel 'höheren' Ebene im Rahmenkonzept erwogen werden sollten als nur "wir müssen verstehen, was wir zu vermitteln suchen, bevor wir über das wann und wie entscheiden." Es wird ausgeführt, was Stevenson als "nicht explizite oder nicht entwickelte Prinzipien" auf den Gebieten des Ausweises und der Angaben sowie als "wenig produktive Argumente gegenläufiger und nicht miteinander vereinbarer Ideen" ansieht, die "zu überbordenden und inkonsistenten Angabeanforderungen" führten.

In Weiterentwicklung dieser These werden in dem Essay breiter angelegte ökonomische Konzepte von 'Bestands- und Stromgrößen' aufgegriffen und "die möglichen Bestands- und Stromgrößen [untersucht], die ganz allgemein verwendet werden könnte, um die 'Wirkungsweise eines Unternehmens' zu beschreiben", bevor festgestellt wird, "dass es eine Liste eindeutig zu benennender Bestands- und Stromgrößen gebe und dass uns die Posten auf dieser Liste eigentlich ganz vertraut sind."

In dem Essay werden sechs vorläufig identifizierte Bestandsgrößen vorgeschlagen:

  1. die derzeitige Fähigkeit eines Unternehmen, Güter zu liefern resp. Dienstleistungen zu erbringen
  2. die Fähigkeit des Unternehmens, in den Grenzen seiner derzeitigen Finanzierungsstruktur seine derzeitige Tätigkeit effizient und wirksam zu finanzieren und seinen Verpflichtungen ordnungsgemäß nachzukommen, wenn diese fällig werden
  3. die Fähigkeit des Unternehmens, seine derzeitige Tätigkeit aufrechtzuerhalten
  4. die Fähigkeit, das derzeitige Finanzierungsmodell aufrechtzuerhalten
  5. die Fähigkeit des Unternehmen, seine Tätigkeit zu verändern
  6. die Fähigkeit, wesentliche Änderungen in der Tätigkeit finanzieren zu können

Anschließend werden diese Konzepte in Beziehung zu Stromgrößen gebracht, also wesentliche Änderungen in den Eigenschaften dieser Bestandsgrößen, wobei der Fokus auf "Größe, Richtung, Änderungsgeschwindigkeit, Veränderlichkeit und Vorhersagbarkeit einer Änderung" besteht. In dem Papier heißt es:

 

In Bezug auf die Bilanzierung haben wir verschiedene Versuche gesehen, Gewinn, operativer Gewinn, Gesamtergebnis sowie viele Varianten derselben gesehen. Im Großen und Ganzen und unter Ausblendung opportunistischen Verhaltens, stellen diese Versuche - sowie der Versuch von Unternehmen, die 'zugrundeliegende Leistungskraft aufzudecken' - Symtpome eines impliziten Bedürfnisses dar, einen besseren Weg zur Erläuterung von Stromgrößen zu finden.

In dem Papier werden diese Konzepte weiter untersucht, indem sie in Beziehung zum Begriff der 'Ertragslage/Leistungskraft' (Performance) gesetzt werden und dabei die Wechselwirkung von Bestandsgrößen und ihre Beziehung zu Zahlungen thematisiert wird. Es wird ferner festgestellt, dass den Ansatz der 'Bestands- und Stromrößen' Standardsetzern und Regulatoren Leitlinien für die Erwägung an die Hand geben würde, ob Themen wie bspw. integrierte Berichterstattung in ihren Aufgabenbereich fallen.

Das Papier schließt mit einer Diskussion zur 'Operationalisierung' der Konzepte 'Vermögenslage' und 'Ertragslage' im Kontext von 'Bestands- und Stromgrößen'. Im Hinblick auf Angaben und Ausweis spricht sich Stevenson dafür aus, von einer 'themenorientierten Basis' für Angaben abzurücken. Er kommt zu folgendem Schluss:

 

In diesem Essay wird die Auffassung vertreten, dass - neben anderweitigen Konsequenzen - zweckgetriebene Angaben- und Ausweisansätze Ausfluss von Versuchen sein könnten, ... Bestands- und Stromgrößen getreu abzubilden. Dies würde zu einer bedeutenden Reduzierung bestehender Angaben führen und einen Weg aufzeigen, eine Bresche in die nicht enden wollenden Diskussionen über Ausweisfragen, die sich aus mehrfach implizit miteinander in Konflikt stehenden Zielen ergeben, zu schlagen.

Der Autor vertritt die Ansicht, dass sich die Folgen dadurch aufzeigen ließen, dass man die bestehenden Angabe- und Ausweisvorschriften nimmt und versucht, sie unter Bezugnahme auf Bestands- und Stromgrößen wie vorstehend dargestellt zu klassifizieren. Dies dürfte keine leichte Aufgabe sein, weil die Prinzipien, die diese Vorschriften zugrundliegen, oftmals wenig verständlich oder gar nicht genannt werden.

Weiterführende Informationen auf der Internetseite des AASB in englischer Sprache:

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