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IIRC veröffentlicht Hintergrundpapiere zu Fachthemen

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18.03.2013

Der internationale Ausschuss für integrierte Berichterstattung (International Integrated Reporting Committee, IIRC) hat auf seiner Internetseite Hintergrundpapiere zu zwei Aspekten der integrierten Berichterstattung ("<IR>") veröffentlicht. Darin geht es um die Konzepte von Kapitalien und von Wesentlichkeit. Die Papiere wurden in Vorbereitung auf die Veröffentlichung des Konsultationsentwurfs des IIRC-Rahmenkonzepts für die integrierte Berichterstattung herausgegeben, das Mitte April 2013 erwartet wird.

Der IIRC hatte die Veröffentlichung der Papiere Anfang des Jahres angekündigt. Sie sollen zusätzliche Hintergrundinformationen für Interessierte bieten, die zu dem demnächst erscheinenden Konsultationsentwurf Stellung nehmen wollen. (Der Entwurf soll am 16. April 2013 veröffentlicht werden und bis zum 15. Juli 2013 kommentiert werden können.) Die Papiere wurden von den Gruppen für die fachliche Zusammenarbeit (Technical Collaboration Groups, TCG) des IIRC erarbeitet und geben nicht notwendigerweise die Sichtweisen des IIRC oder der Organisationen wieder, die Mitglieder in die TCG entsendet haben.

Beide Papiere stellen außerdem keine verbindlichen Dokumente dar, sondern sind als Leitlinien und zur Informationsvermittlung gedacht. So enthalten sie auch eine Reihe von Sachverhalten, die derzeit noch diskutiert werden, und zeigen Bereiche, in denen weitere Entwicklung sinnvoll scheint, auf.

Kapitalien

Die Erstellung des Hintergrundpapiers zu Kapitalien wurde von der globalen Vereinigung der Wirtschaftsprüfer (Association of Chartered Certified Accountants, ACCA) und der niederländischen Wirtschaftsprüfervereinigung (Nederlandse Beroepsorganisatie van Accountants, NBA) geleitet.

In dem Papier wird untersucht, wie das Konzept der verschiedenen Arten von Kapital in das <IR>-Rahmenkonzept des IIRC integriert werden kann. Wie schon im Diskussionspapier vom September 2011 werden die verschiedenen Arten von Kapital erörtert, die "Wertvorräte darstellen, die die Grundlage für die Wertschöpfung eines Unternehmens sind". Dies sind Finanzkapital, produziertes Kapital, geistiges Kapital, Humankapital, Sozial- und Beziehungskapital und natürliches Kapital. Einige dieser Arten von Kapital wurden im Diskussionspapier unter Verwendung einer abweichenden Terminologie erläutert.

In dem Papier werden zu jeder Art von Kapital, die vom IIRC betrachtet wird, Auszüge aus der wissenschaftlichen Literatur genannt und auch Quellen aus der Praxis zitiert. Daneben werden die Reaktionen auf das Diskussionspapier zusammengefasst. Es enthält auch Beispiele zum Zusammenwirken zwischen den einzelnen Arten von Kapital - so führen beispielsweise Investitionen in eine bessere Ausbildung der Mitarbeiter zu einer Abnahme des  Finanzkapitals, aber zu einer Zunahme des Humankapitals.

Zu den Beobachtungen in dem Hintergrundpapier gehören die folgenden:

  • Die TCG erwog, ob der Ausdruck "Ressourcen und Beziehungen" anstelle von "Kapitalien" verendet werden sollte, entschied sich aber, weiterhin "Kapitalien" zu verwenden.
  • Das Konzept, dass es mehrere Arten von Kapital gibt, ist neu und wird sich im Laufe der Zeit noch weiter entwickeln, auch im Rahmen des Pilotprogramms des IIRC.
  • Es ist nicht die Zielsetzung der <IR>, die Bewertung aller Kapitalien zu fordern; in einigen Fällen ist es geeigneter "über die Verwendung der Kapitalien und die Auswirkungen auf sie narrativ und nicht in Form von Wertmaßzahlen zu berichten (in manchen Fällen ist es nicht anders möglich)".
  • Kapitalien, die ein Unternehmen verwendet oder auf die seine Tätigkeiten Auswirkungen haben, können sich in seinem Besitz befinden (beispielsweise geistiges Eigentum), anderen gehören oder im rechtlichen Sinne niemandem gehören (beispielsweise Zugang zu unverschmutzter Luft).
  • Es gibt eine Diskussion zu der Beziehung zwischen geistigem Kapital, Humankapital und Sozial- und Beziehungskapital. Die TCG kam zu dem Schluss, dass das Zusammenführende dieser drei Arten von Kapital dem Verständnis des Kaitalmodells nicht hilfreich wäre. Allerdings sprach sie eine Empfehlung hinsichtlich einer gewissen Modifikation der Beschreibung des "geistigen Kapitals" aus.
  • Ein Vergleich und eine Analyse der Unterschiede zwischen dem <IR>-Rahmenkonzept und anderen Konzepten von Kapital sind ebenfalls beigefügt. So wird beispielsweise mit dem Rahmenkonzept des IASB verglichen und mit der Praxis der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI).

Das Hintergrundpapier enthält eine nützliche Zusammenfassung der erörterten Themen sowie eine empfohlene Kategorisierung und Änderungen an der Beschreibung der Arten von Kapital.

Wesentlichkeit

Die Erstellung des Hintergrundpapiers zu Wesentlichkeit wurde vom US-amerikanischen Institut der Wirtschaftsprüfer (American Institute of Certified Public Accountants, AICPA) geleitet.

In diesem Hintergrundpapier wird das Konzept der Wesentlichkeit für Zwecke der Entwicklung eines Rahmenkonzepts für die integrierte Berichterstattung untersucht. Dabei werden folgende Bereiche abgedeckt:

  • Definition von Wesentlichkeit für die <IR> und Abgrenzung zur Wesentlichkeit in der Finanzberichterstattung und der Nachhaltigkeitsberichterstattung,
  • Erörterung der Bedeutung der Wesentlichkeit,
  • Erörterung der Anwendung des Wesentlichkeitsbestimmungsprozesses in der <IR>,
  • Erörterung der Angabeerwägungen in einem integrierten Bericht und
  • Erörterung möglicher Einschränkungen in der gegenwärtigen Lage.

Das Papier enthält die folgende Definition:

Für Zwecke der <IR> ist ein Sachverhalt wesentlich, wenn er von solcher Relevanz und Bedeutung ist, dass er die Beurteilung von Gebern von Finanzkapital in Bezug auf die Fähigkeit des Unternehmens, kurz-, mittel- und langfristig Werte zu schöpfen, bedeutend beeinflussen kann. Bei der Bestimmung, ob ein Sachverhalt wesentlich ist, sollte die Unternehmensleitung und die Führungsbeauftragten in Erwägung ziehen, ob der Sachverhalt die Strategie des Unternehmens, sein Geschäftsmodell oder Teile der Kapitalien wesentlich beeinflusst oder das Potenzial dazu aufweist.

Die Definition wurde im Kontext von integrierten Berichten entwickelt, die "in erster Linien auf Finanzkapitalgeber zu Unterstützung ihrer Entscheidungen in Bezug auf Kapitalzuweisungen abzielen"; insbesondere wurde an Kapitalgeber gedacht, die die Leistung eines Unternehmens langfristig beurteilen.

In dem Papier werden drei Schritte für die Bestimmung von Wesentlichkeit genannt: (1) Identifizierung relevanter Sachverhalte für die Aufnahme in den integrierten Bericht; (2) Beurteilung der Bedeutung des Sachverhalts und (3) Priorisierung wesentlicher Sachverhalte.

Ein weiteres Hintergrundpapier zum Konzept des Geschäftsmodells soll noch erarbeitet werden.

Zugang zu den englischsprachigen Hintergrundpapieren haben Sie über die Internetseite des IIRC.

Zugehörige Themen

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