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Forschungspapier zeigt, dass Bilanzierung zu historischen Kosten allein Banken nicht sicherer gemacht hätte

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05.07.2013

In einem jüngst verfassten Forschungspapier analysieren Oana M. Georgescu und Christian Laux den Zusammenbruch dreier großer deutscher Banken während der Finanzmarktkrise. Die Autoren widmen sich insbesondere der Wechselbeziehung zwischen Finanzberichterstattung und Finanzstabilität.

In ihrem Artikel gehen die Autoren verschiedenen "Mythen" im Zusammenhang mit der Beziehung von Finanzberichterstattung, Finanzregulierung und Finanzstabilität zueinander nach, die im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise 2007-2008 aufgekommen sind. Die Krise hat zu einer umfassenden Debatte in Bezug auf die Rolle von Rechnungslegung im Allgemeinen und Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert insbesondere im Hinblick auf Finanzstabilität geführt. Am hartnäckigsten hält sich die Behauptung, dass der Ansatz von Vermögenswerten von Banken zum beizulegenden Zeitwert eine wichtige Rolle beim Zusammenbrechen der Banken gespielt hat und dass Bilanzierung zu historischen Kosten zu weniger Zusammenbrüchen geführt hätte.

Die genauere Untersuchung von drei Bankenzusammenbrüchen in Deutschland lässt die Autoren zu einigen interessanten Schlussfolgerungen kommen. Alle drei Banken wurden auf Grundlage von HGB-Abschlüssen reguliert, nicht auf Grundlage von IFRS-Abschlüssen, obwohl zwei Banken Abschlüsse nach IFRS erstellten. Selbst Banken, die nach IFRS bilanzieren mussten, hatten die Möglichkeit, HGB-Abschlüsse zur erstellen und als Grundlage für die Regulierung einzureichen, wobei diese HGB-Abschlüsse nicht veröffentlicht werden müssen.

Im Gegensatz zu IFRS wird nach HGB im Wesentlichen zwischen zwei Berichterstattungskategorien (Umlaufvermögen und Anlagevermögen) unterschieden, wobei in beiden Kategorien die Vermögensgegenstände zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden und sich nur die Abschreibungsregeln unterscheiden. Interessanterweise kommen die Autoren also zu dem Schluss, dass "einige der spektakulärsten Zusammenbrüche von europäischen Banken bei Banken eintraten, die auf Grundlage einer Anschaffungskostenbilanzierung reguliert wurden".

Obwohl die Ergebnisse spezifisch für die untersuchten Banken ist, sind die Schlussfolgerungen von Bedeutung im Hinblick auf die gegenwärtige Debatte um Aufsicht und Bilanzierung. Darüber hinaus zeigen die Beispiele, "dass man vernünftigerweise bezweifeln kann, dass Bankenregulierung und Berichterstattung auf Grundlage von historischen Kosten allein Banken sicherer gemacht hätte".

Wir danken Professor Laux für die Erlaubnis, das Forschungspapier auf IAS Plus vorstellen zu dürfen. Es steht in englischer Sprache auf SSRN zur Verfügung.

Die Forschungsarbeit führt Erkenntnisse aus zwei früheren Artikeln fort, die gemeinsam von Professor Laux und Professor Christian Leuz veröffentlicht wurden (beide in englischer Sprache):

  • The crisis of fair-value accounting: Making sense of the recent Debate veröffentlicht 2009 in Accounting, Organizations and Society (AOS). In diesem Artikel bieten die Autoren eine detaillierte und systematische Erörterung der Vor- und Nachteile der Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert. Er kann über ScienceDirect heruntergeladen werden (es entstehen Kosten für das Herunterladen des Artikels). Der Artikel steht auch auf SSRN zur Verfügung (kostenfrei). Wissenschaftliches Zitieren setzt die Verwendung der Version voraus, die durch ScienceDirect veröffentlicht wurde:
  • Did fair-value accounting contribute to the financial crisis? veröffentlicht 2010 im Journal of Economic Perspectives. In diesem Artikel untersuchen die Autoren US-amerikanische Bankenholdings und finden keinen Beleg, dass die Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert in irgendwie maßgeblicher Weise zur Schwere der Finanzmarktkrise 2007-2008 beigetragen hat. Der Artikel steht kostenfrei auf der Internetseite der American Economic Association zur Verfügung.

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